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Walliser Kantonalbank: Operatives Ergebnis und Jahresgewinn leicht gestiegen Donnerstag, 05. März 2015 - 07:19

SITTEN, 5. MÄRZ 2015 – Die Walliser Kantonalbank (WKB) kann trotz unsicherem Wirtschaftsklima und eines sich grundlegend verändernden Geschäftsumfeldes ein gutes Geschäftsjahr 2014 vorweisen. Das operative Ergebnis oder Zwischenergebnis, welches eine Bewertung der Performance der Bank ermöglicht, erreicht 120,2 Millionen Franken (+0,4%). Das Jahresergebnis beläuft sich auf 56,3 Millionen Franken (+0,6%).
Diese Ergebnisse verdeutlichen die Managementqualität der WKB. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis vor Abschreibungen von 40,9%, welches im Vergleich zu anderen Branchenteilnehmern nach wie vor sehr erfreulich ist, bestätigt die Effizienz.
Aufgrund der Verschärfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der historisch tiefen Zinssätze verzeichnet die WKB einen Rückgang der Erträge aus dem Kredit- und Vermögensverwaltungsgeschäft, welcher durch den Zuwachs der übrigen Erträge abgefedert wird.
Die WKB nahm ihren Auftrag gegenüber der Walliser Wirtschaft weiter wahr und setzte dabei auf einen qualitativen Ansatz.
Die Kundenausleihungen blieben stabil, während die Guthaben gewachsen sind. 
Die Ergebnisse 2014 ermöglichen, das Finanzfundament der Bank durch die Zuweisung von 48 Millionen Franken an die Reserven für allgemeine Bankrisiken weiter zu stärken. Zudem wird der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine Zuweisung von 28 Millionen Franken an die allgemeine gesetzliche Reserve vorschlagen. Die Ausschüttung einer gegenüber 2013 unveränderten Dividende an die Inhaber- und Namensaktionäre wird ebenfalls auf der Tagesordnung stehen.

Im Jahr 2014 stieg die Bilanzsumme um 419 Millionen Franken auf 13,178 Milliarden Franken an.


QUALITATIVES WACHSTUM DER HYPOTHEKARKREDITE

Auf der Aktivseite blieben die Kundenausleihungen stabil bei 10,506 Milliarden Franken. Die Hypothekarforderungen weisen einen Zuwachs um 279,6 Millionen Franken bzw. 3,6% auf 8,029 Milliarden Franken auf. Diese moderate Steigerung ist ein Ausdruck der vorsichtigen Kreditvergabe. Die Forderungen gegenüber Kunden gingen aufgrund der Nichtverlängerung kurz- und mittelfristiger Anleihen um 283,9 Millionen Franken zurück.
Auf der Passivseite sind die Kundeneinlagen um 94,8 Millionen Franken auf insgesamt 9,402 Milliarden Franken angestiegen.

RÜCKGANG DER ERTRÄGE AUS DEM KUNDENGESCHÄFT

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft, der wichtigsten Ertragsquelle der Bank, nahm um 7,3 Millionen Franken auf 174,5 Millionen Franken ab. Die Abnahme der Zinserträge erklärt sich namentlich durch die anhaltend tiefen Zinssätze.
In einem günstigen Börsenumfeld hat der Gesamtwert der Wertschriftendepots bei der WKB zum ersten Mal die 7-Milliarden-Marke übertroffen. Dies entspricht einer Zunahme von 250,3 Millionen Franken bzw. 3,7%. Der Netto-Neugeldzufluss beläuft sich auf 61,4 Millionen Franken.
Aufgrund der Verschärfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, von welcher das Vermögensverwaltungsgeschäft betroffen ist, weist die WKB einen Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft von 33 Millionen Franken aus. Dies entspricht einer Abnahme von 1,1 Millionen Franken bzw. 3,2%.

STEIGERUNG DER ÜBRIGEN ERTRAGSQUELLEN

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft weist ein Ergebnis von 14,3 Millionen Franken auf, also eine Zunahme von 8,1%. Diese Rubrik setzt sich hauptsächlich aus dem Erfolg aus dem Devisengeschäft zusammen.
Der übrige ordentliche Erfolg weist mit 11,4 Millionen Franken einen Anstieg um 1,7 Millionen Franken aus, welcher im Wesentlichen auf Veräusserungen von Finanzanlagen zurückzuführen ist.

ZUNAHME DES GESCHÄFTSAUFWANDES

Der Geschäftsaufwand stieg um 2,8% auf 95,3 Millionen Franken an. Der Personalaufwand blieb stabil bei 65,6 Millionen Franken. Der übrige Geschäftsaufwand beträgt 29,7 Millionen Franken, was namentlich durch Aufwendungen für zusätzliche Investitionen in die Informatik bedingt ist.

BRUTTOGEWINN WIE ERWARTET UND JAHRESGEWINN LEICHT GESTIEGEN

Der Bruttogewinn (Cash-flow) beläuft sich auf 137,9 Millionen Franken. Dies entspricht einem Rückgang um 8,3 Millionen Franken bzw. 5,7%.
Die Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste beziffern sich auf 6,9 Millionen Franken. Der Wertberichtigungsbedarf für Ausfallrisiken wird aufgrund einer individuellen Bewertung der Forderungen ermittelt.
Das operative Ergebnis oder Zwischenergebnis, eine wichtige Information zur Bewertung der Performance der Bank, ist um 0,5 Millionen Franken auf 120,2 Millionen Franken gestiegen. Dieses Ergebnis führt zu einer Zunahme der Steuern auf 16,2 Millionen Franken (+5,2%). Der Jahresgewinn hat um 0,3 Millionen Franken auf 56,3 Millionen Franken zugenommen.

ZUWEISUNG VON 76 MILLIONEN FRANKEN AN DIE EIGENMITTEL

Die guten Ergebnisse des Geschäftsjahres 2014 erlauben der WKB eine Zuweisung von 48 Millionen Franken an die Reserven für allgemeine Bankrisiken. Sie tragen, zusammen mit der Zuweisung von 28 Millionen Franken an die allgemeine gesetzliche Reserve, die an der Generalversammlung vorgeschlagen wird, zu einer weiteren Stärkung der Eigenmittel bei.
Die Kernkapitalquote (Tier 1) stieg von 12,9% per Ende 2013 auf 14,6% per 31. Dezember 2014 an. Zusätzlich zur Absorbierung des antizyklischen Kapitalpuffers konnte die WKB also ihre finanzielle Solidität, welche die Eigenkapitalanforderungen übertrifft, noch deutlich verbessern.

DIVIDENDE UNVERÄNDERT

Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung vom 21. Mai 2015 die Ausschüttung einer Dividende in unveränderter Höhe von 27% pro Inhaberaktie und von 16% pro Namensaktie vorschlagen.

AUSBLICK 2015

Dank ihres Finanzfundaments und ihrer Anpassungsfähigkeit ist die WKB gut gerüstet, um die neuen Herausforderungen anzunehmen. Für das Jahr 2015 rechnet sie mit einem Geschäftsvolumen in Höhe der Vorjahre in einem Umfeld, das die Erträge aufgrund der jüngsten Entscheidungen der Schweizerischen Nationalbank unter Druck setzt. Auch die durch Volksabstimmung angenommene Entschädigung der Staatsgarantie wird das operative Ergebnis beeinflussen. Die Entwicklung der übrigen Erträge und der Verkauf ihrer Beteiligung an Swisscanto dürften die Bank zu einem Jahresergebnis verhelfen, das dem guten Ergebnis 2014 nicht nachstehen wird.