Siemens Schweiz: Neuausrichtung der Produktion von Siemens in Zug: Building Technologies will Fertigungsstandort wettbewerbsfähig halten Montag, 15. Juni 2015 - 13:39
Die Siemens-Division Building Technologies mit Sitz in Zug plant, wie bereits im März angekündigt, Optimierungen im Produktionsbereich. Im Rahmen dieser Massnahmen, die aufgrund der Frankenstärke notwendig sind, werden einzelne Produktionslinien ins Ausland verlagert. Aufgrund der geplanten Veränderungen reduziert sich die Anzahl der Stellen im Fertigungsbereich in Zug von heute etwa 500 auf rund 350. Für Matthias Rebellius, CEO der Siemens-Division Building Technologies, sind diese Massnahmen unumgänglich, um den Standort in Zug nachhaltig zu sichern. „Der jüngste Anstieg des Frankenkurses hat massive Auswirkungen auf unsere Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere auf die Produktion hier am Standort. Da ein grosser Teil unserer globalen Wertschöpfung in der Schweiz anfällt, sind wir zum Handeln gezwungen.“ Am Standort Zug als globales Kompetenzzentrum halte er jedoch fest, betont Rebellius: „Das ausgewiesene Know-how der Mitarbeitenden in allen Bereichen werden wir weiterhin einsetzen, um neue Produkte und Lösungen zu entwickeln und wichtige Hightech-Komponenten in der Schweiz zu fertigen.“
Die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Schweiz hat sich währungsbedingt in den vergangenen Jahren und insbesondere seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses am 15. Januar 2015 deutlich verschlechtert. Obwohl Siemens mehrere Optimierungen in der Produktion wie etwa die Zusammenführung der Standorte Volketswil und Zug bereits vor über einem Jahr umgesetzt hat, führte der jüngste Anstieg des Frankenkurses zu einem nicht mehr tragbaren Kostenniveau.
Für Matthias Rebellius ist es darum dringend notwendig, die Fertigung vermehrt in jene Regionen zu verlagern, wo auch die Produkte und Dienstleistungen verkauft werden, um unabhängiger gegen Währungsschwankungen zu sein und den Vorteil von Ländern mit geringeren Lohnkosten zu nutzen. „Unser Ziel ist es, in unserer Fabrik in Zug nur noch jene Produkte und Komponenten zu fertigen, die aufgrund ihres Designs und ihrer Technologie hohe Ansprüche an die Fertigung stellen und bei denen die Nähe zum Entwicklungsstandort einen wichtigen Vorteil bietet.“
Aus diesem Grund hält Siemens auch unverändert am geplanten Neubau des Hauptsitzes in Zug fest. „Bis 2018 werden wir nebst dem neuen Verwaltungsgebäude ein hochmodernes Entwicklungzentrum und Produktionsgebäude beziehen. Der Standort Zug bleibt auch künftig das Kompetenzzentrum für innovative Gebäudetechnik und soll seine zentrale Rolle behalten“, so Rebellius.
Als wichtigste Massnahme zur Optimierung der Produktion ist geplant, rund 30 Prozent des heutigen Zuger Fertigungsvolumens an andere Siemens-Standorte zu verlagern sowie an externe Firmen zu übertragen. „Dadurch federn wir Währungsrisiken besser ab und erhöhen so die Stabilität unserer Wertschöpfungsstrukturen unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, erläutert Rebellius.
Geplant ist, im Januar 2016 mit der Verlagerung der ersten Produktionslinien zu beginnen und die Massnahmen bis Ende 2016 abzuschliessen. Der Produktionsstandort Zug wird dann mit rund 350 Mitarbeitenden immer noch über eine Grösse verfügen, die eine wettbewerbsfähige Fabrik mit Fokus auf die Kernkompetenzen Elektronik und Elektro-Mechanik sicherstellt. „Wir gehen davon aus, dass ein Teil der geplanten Personalanpassungen durch Reduzierung von Leiharbeitern, natürliche Fluktuation und vorzeitige Pensionierungen realisiert werden kann“, erklärt Rebellius. Kündigungen werden dennoch leider nicht zu vermeiden sein. Siemens ist mit der Arbeitnehmervertretung (ANV) im Gespräch, um den Abbau möglichst sozialverträglich zu gestalten. Hierfür gibt es einen gültigen Sozialplan
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