Newron erhält von FDA Orphan-Drug-Status für Sarizotan zur Behandlung des Rett-Syndroms Dienstag, 14. Juli 2015 - 07:00
Newron erhält von FDA Orphan-Drug-Status für Sarizotan
zur Behandlung des Rett-Syndroms
Mailand, Italien – 14. Juli 2015 – Newron Pharmaceuticals S.p.A. („Newron”), ein Forschungs- und Entwicklungsunternehmen mit Schwerpunkt innovative Therapien für Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) und Schmerzen, hat von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) für ihre neue chemische Substanz Sarizotan zur Behandlung des Rett-Syndroms den Orphan-Drug-Status erhalten. Newron hatte für den Wirkstoff bereits vor kurzem einen positiven Bescheid vom Ausschuss für Arzneimittel für seltene Leiden (COMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) erhalten.
Ravi Anand, Chief Medical Officer von Newron, kommentierte: „Wir sind davon überzeugt, dass Sarizotan wesentliche Symptome des Rett-Syndroms verbessern könnte, namentlich die Apnoe-Phasen, Hyperventilation sowie das Anhalten des Atems. Die Verringerung der Atmungsbeschwerden dürfte die Lebensqualität der Patienten und des Pflegepersonals verbessern. In der Langzeitbehandlung könnte das Medikament zudem sekundäre kardiorespiratorische Komplikationen reduzieren und das Leben von Mädchen und Frauen mit Rett-Syndrom verlängern. Newron befindet sich derzeit in fortgeschrittenen Gesprächen mit den Zulassungsbehörden in Europa, den USA und Kanada zum vorgeschlagenen klinischen Entwicklungsprogramm.“
Das Rett-Syndrom ist eine schwere neurologische Entwicklungsstörung, die in erster Linie Frauen mit einer geschätzten Häufigkeit von 1:10.000-20.000 betrifft. Zurzeit gibt es keine zugelassenen Therapien. Das Rett-Syndrom ist gekennzeichnet durch den Verlust der erworbenen Fein- und Grobmotorik; auch führt die Entwicklung einer neurologischen, kognitiven und vegetativen Funktionsstörung zum Verlust der Fähigkeit, den Alltag zu meistern, zu gehen oder zu kommunizieren. Zugleich führt das Rett-Syndrom zu einer geringeren Lebenserwartung. Etwa 25 Prozent der Todesfälle bei Patienten mit Rett-Syndrom sind wahrscheinlich bedingt durch vielfache Herz-Kreislauf- und Atemrhythmusstörungen, die auf mangelnde Reife des Hirnstamms und auf Versagen des vegetativen Nervensystems zurückzuführen sind. Mehr als 95 Prozent dieser Patienten weisen eine Mutation im Gen MeCP2 auf. Bei rund 70 Prozent der Patienten treten im Verlauf ihres Lebens häufige Phasen von Atemstillstand, Hyperventilation oder Atmungsstörungen auf.
In präklinischen Studien zeigte Sarizotan, ein 5HT1A-Agonist und D2-Agonist/Antagonist, eine 70 - 85-prozentige Reduktion des Atemstillstands und der Hyperventilation, sowohl bei akuter als auch bei chronischer Dosierung. Sarizotan wurde in präklinischen Studien einer vollständigen Bewertung hinsichtlich toxikologischer Wirkung und Stoffwechselprofil unterzogen, ohne nennenswerte Bedenken bezüglich der Sicherheit.

