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RIETER: GUTES ERGEBNIS IM ERSTEN HALBJAHR Donnerstag, 23. Juli 2015 - 06:15

23.07.2015 - GUTES ERGEBNIS IM ERSTEN HALBJAHR

Winterthur – Umsatz über Vorjahr – EBIT-Marge über 8% – Alle drei Geschäfts-bereiche trugen zum Erfolg bei – Konsequente Umsetzung des 2014 gestarteten Verbesserungsprogramms STEP UP

 Halbjahresbericht 2015 (Deutsch/PDF/655 KB)

Rieter steigerte im ersten Halbjahr 2015 Umsatz und Profitabilität deutlich. Der Umsatz wuchs um 6% auf 553.9 Mio. CHF. Damit beträgt die EBITDA-Marge 11.9% und die EBIT-Marge 8.3% des Umsatzes (1. Halbjahr 2014: 9.3% bzw. 5.5%). Der Konzerngewinn stieg auf 29.1 Mio. CHF bzw. 5.3% (1. Halbjahr 2014: 14.3 Mio. CHF bzw. 2.7%).

Seit 1. Januar 2015 führt Rieter das operative Geschäft in drei Geschäftsbereichen: Machines & Systems (Maschinengeschäft), After Sales (Ersatzteile und Serviceleistungen) und Components (Technologiekomponenten). Damit trägt das Unternehmen insbesondere auch der strategischen Bedeutung des After-Sales-Geschäfts Rechnung und erhöht die Transparenz. Mit den Zahlen zum ersten Semester 2015 berichtet Rieter erstmals nach dieser neuen Struktur.

Rieter hat aus dem hohen Bestellungsbestand vom Jahresanfang ein erfreuliches Umsatzwachstum erzielt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhte sich der Umsatz um 6% auf 553.9 Mio. CHF (1. Halbjahr 2014: 522.1 Mio. CHF).

Besonders erfreulich ist die überproportionale Steigerung der Profitabilität: Der EBITDA stieg um 36% auf 66.0 Mio. CHF, was 11.9% des Umsatzes entspricht (1. Halbjahr: 9.3%). Der EBIT erhöhte sich um 60% auf 46.1 Mio. CHF; die EBIT-Marge wurde von 5.5% auf 8.3% des Umsatzes gesteigert. Hier zeigten sich die positive Entwicklung in den drei Geschäftsbereichen und die Wirkungen der Kosten-senkungsmassnahmen, die Rieter als Reaktion auf die Aufgabe des Euromindest-kurses im Januar 2015 entschieden und umgesetzt hatte. Auch der Gewinn aus dem Verkauf einer Liegenschaft im Umfang von 5.0 Mio. CHF hat zum guten Ergebnis beigetragen.

Das Finanzergebnis von Rieter verbesserte sich auf -4.7 Mio. CHF (1. Halbjahr 2014: -7.3 Mio. CHF); die Steuerquote lag bei 29.7% (1. Halbjahr 2014: 33.5%). Durch die positive Entwicklung dieser beiden Kenngrössen und durch den höheren EBIT stieg der Konzerngewinn deutlich auf 29.1 Mio. CHF bzw. 5.3% des Umsatzes (1. Halbjahr 2014: 14.3 Mio. CHF bzw. 2.7%).

Rieter gab im Berichtszeitraum 7.3 Mio. CHF für Investitionen aus; dies sind gut 40% weniger als im ersten Halbjahr 2014. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erhöhten sich leicht und erreichten 22.9 Mio. CHF (1. Halbjahr 2014: 21.5 Mio. CHF).

Das Nettoumlaufvermögen nahm im ersten Halbjahr um 37.5 Mio. CHF zu, obwohl die Vorräte reduziert wurden. Diese Entwicklung ist durch eine Zunahme der Forderungen bzw. eine Abnahme der Verpflichtungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Kundenanzahlungen bedingt. Der Free Cash Flow lag bei -5.1 Mio. CHF (1. Halbjahr 2014: -2.9 Mio. CHF).

Nach Ausschüttung einer Dividende aus Kapitaleinlagereserven von 20.6 Mio. CHF (4.50 CHF pro Aktie) und der Rückzahlung einer Anleihe im Umfang von 151.9 Mio. CHF im April 2015 betrugen per 30. Juni 2015 die flüssigen Mittel von Rieter 257.6 Mio. CHF und die Nettoliquidität 139.0 Mio. CHF. Rieter ist solide finanziert und verfügt über eine Eigenkapitalquote von 42.7%.

Die Marktsituation, die Rieter im Ausblick an der Bilanzmedienkonferenz im März beschrieben hatte, bestätigte sich für das gesamte erste Halbjahr 2015. Die Spinne-reien liefen in vielen wichtigen Märkten auf einem guten Niveau, was sich positiv auf Bestellungseingang und Umsatz der Geschäftsbereiche After Sales und Components auswirkte. Im Geschäftsbereich Machines & Systems war die Investitionszurückhal-tung der Kunden deutlich spürbar. Diese Tendenz ist einerseits auf tiefe Margen der Spinnereien zurückzuführen, andererseits auf die weltweiten Währungsturbulenzen. Allerdings haben diese Entwicklungen im Berichtszeitraum nicht zu erhöhten Stornierungen von Bestellungen geführt.

Die asiatischen Märkte entwickelten sich im ersten Halbjahr 2015 auf dem guten Niveau des Vorjahres weiter. Gegenüber dem starken ersten Semester 2014 gingen vor allem die Bestellungen aus der Türkei deutlich zurück, während die Kunden in Indien weiterhin auf einem ansprechenden Niveau investierten. In China blieb der Markt verhalten.

Somit liegt der Bestellungseingang wie erwartet mit 388.3 Mio. CHF unter den Werten des zweiten Halbjahrs (490.6 Mio. CHF) und des ersten Halbjahrs 2014 (655.5 Mio. CHF). Der Bestellungsbestand betrug per Ende Juni rund 540 Mio. CHF (31.12.2014: rund 730 Mio. CHF).

Am 30. Juni 2015 waren 5 150 Mitarbeitende bei Rieter tätig, gegenüber 4 835 Mitarbeitenden am Vorjahresstichtag. Der Zuwachs fand vorwiegend in Tschechien statt. Die Anzahl der zusätzlichen temporären Mitarbeiter reduzierte Rieter bis zur Jahresmitte auf 871 bzw. 14.5% des gesamten Personalbestands; dies vor dem Hintergrund der tieferen Bestellmengen (1. Halbjahr 2014: 1 265 Temporäre bzw. 20.7%).

Geschäftsbereiche

Der Umsatz in allen drei Geschäftsbereichen entwickelte sich positiv. 71% des Umsatzes erzielte Machines & Systems, während After Sales und Components 13% respektive 16% Anteil am Umsatz generierten.

Machines & Systems erhöhte den Umsatz um 4% auf 392.7 Mio. CHF (1. Halbjahr 2014: 376.1 Mio. CHF), After Sales um 17% auf 69.6 Mio. CHF (1. Halbjahr 2014: 59.6 Mio. CHF). Der Umsatz mit Dritten wuchs bei Components um 6% auf 91.6 Mio. CHF (1. Halbjahr 2014: 86.4 Mio. CHF). Der Segmentumsatz, d.h. einschliesslich der Liefe-rungen an Machines & Systems, ging um 4% auf 125.4 Mio. CHF leicht zurück (1. Halbjahr 2014: 130.1 Mio. CHF).

Alle Geschäftsbereiche trugen zur positiven Entwicklung der Profitabilität bei.

Der EBIT bei Machines & Systems stieg um 62% auf 17.2 Mio. CHF (1. Halbjahr 2014: 10.6 Mio. CHF). Dies entspricht einer EBIT-Marge von 4.4% des Umsatzes (1. Halbjahr 2014: 2.8%). After Sales erhöhte den EBIT um 60% auf 13.6 Mio. CHF bzw. 19.5% des Umsatzes (1. Halbjahr 2014: 8.5 Mio. CHF bzw. 14.3%). Components steigerte den EBIT um 13% auf 16.0 Mio. CHF und verbesserte die EBIT-Marge auf 12.8% des Segment-umsatzes (1. Halbjahr 2014: 14.1 Mio. CHF bzw. 10.8%).

Die Nachfrage in den Geschäftsbereichen entwickelte sich unterschiedlich.

Erfreulich war sie bei den Technologiekomponenten. Der Geschäftsbereich Components verzeichnete einen um 9% höheren Bestellungseingang von 97.6 Mio. CHF (1. Halbjahr 2014: 89.2 Mio. CHF). Ausschlaggebend für den Anstieg waren Auf-träge aus Indien und weiteren asiatischen Ländern zum EliTe-Kompaktspinnsystem. Der Bestellungseingang des Geschäftsbereichs Machines & Systems belief sich im ersten Halbjahr 2015 auf 225.5 Mio. CHF (1. Halbjahr 2014: 493.5 Mio. CHF) und ging damit deutlich zurück. Bei After Sales erreichte dieser Wert 65.1 Mio. CHF (1. Halbjahr 2014: 72.8 Mio. CHF) und lag somit um 11% tiefer als im Vorjahreszeitraum; der Rückgang erfolgte vorwiegend bei Aufträgen für Installationsleistungen, die im Zusammenhang mit dem Bestellungseingang bei Machines & Systems stehen.

Schwerpunkte 2015

Das Unternehmen arbeitete im ersten Halbjahr 2015 intensiv an der Umsetzung der drei strategischen Schwerpunkte, die es sich im Herbst des Vorjahres gesetzt hatte. Das Umsetzungs-programm läuft unter dem Namen STEP UP.

Stärkung der Innovationskraft:

Die im Berichtszeitraum erhöhten Ausgaben für Forschung und Entwicklung flossen vorwiegend in den Abschluss von wichtigen Produktentwicklungsprojekten, welche im November an der Textilmaschinenmesse ITMA in Mailand präsentiert werden.

Ausbau des After-Sales-Geschäfts:

Rieter ist dabei, die von jeher bedeutenden Serviceleistungen als eigenständiges Geschäft am Markt zu positionieren. Mit umfassenden Dienstleistungen über den ganzen Produktlebenszyklus will das Unternehmen die Kunden beim Betrieb ihrer Anlagen intensiv begleiten und damit deren Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Der Geschäftsbereich After Sales fokussiert auf die weltweit wachsenden Spin-nereikapazitäten von Kunden mit Rieter-Maschinen und -Systemen. Der Geschäfts-bereich Machines & Systems setzt verstärkt auf die Systemkompetenz und die Flexibilität im Umgang mit Nachfrageschwankungen. Der Geschäftsbereich Compo-nents liefert Komponenten, Ersatz- und Verschleissteile auch an andere Textilmaschinenhersteller sowie deren Kunden.

Im April 2015 eröffnete Rieter am Standort Changzhou das chinaweit erste und welt-weit modernste Technologiezentrum für die Kurzstapelspinnerei. Damit ist die Expan-sion von Rieter in China abgeschlossen. Das Spinnzentrum bietet Dienstleistungen für Kundenspinnversuche, Kundenschulungen sowie Technologieversuche an und stellt damit das weltweite Technologie-Know-how von Rieter nun auch den Kunden in China und den umliegenden Ländern zur Verfügung.

Steigerung der Profitabilität:

Rieter hat kurz-, mittel- und langfristig ausgerichtete Massnahmen gestartet, um die Abhängigkeit vom Schweizer Franken weiter zu reduzieren und generell die Effizienz zu steigern. Ein kurzfristig ausgelöstes Massnahmenprogramm zeigte bereits im ersten Halbjahr 2015 kostensenkende Wirkung und trug somit zur Profitabilitätssteigerung bei. In den kommenden Monaten stehen die Massnahmen zur Senkung des Einkaufsvolumens in Schweizer Franken sowie zur Straffung der Produktionsstruktur in Winterthur im Vordergrund.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Rahmen der Fokussierung auf das Kerngeschäft hat Rieter die Schaltag Gruppe, bestehend aus der Schaltag AG (Schweiz) und der Schaltag CZ s.r.o. (Tschechien), an eine private Schweizer Investorengruppe mit industriellem Hintergrund verkauft. Schaltag und Rieter werden im Bereich Schaltschrankbau weiterhin zusammen-arbeiten. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen.

Ausblick

Im ersten Halbjahr entwickelte sich die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistun-gen von After Sales und Components auf einem guten Niveau. Der Markt von Machines & Systems hingegen war von der Investitionszurückhaltung der Spinnereien geprägt. Rieter erwartet kurzfristig keine wesentliche Veränderung dieser Marktsituati-on. Für das Gesamtjahr 2015 erwartet das Unternehmen einen niedrigeren Umsatz als 2014. Damit werden auch ein geringerer EBIT und Reingewinn im Vergleich zu 2014 erwartet. Abhängig vom tatsächlichen Währungsszenario schätzt Rieter die negative Auswirkung auf die Profitabilität unverändert auf 100 bis 200 Basispunkte im Vergleich zu 2014.

Um die mittelfristigen Ziele zu erreichen, arbeitet Rieter weiter an der Umsetzung der strategischen Schwerpunkte Innovation, Ausbau des After-Sales-Geschäfts und Profitabilitätsverbesserung.

Halbjahresbericht und Telefonkonferenz

Den vollständigen Halbjahresbericht und die Medienmitteilung finden Sie unter www.rieter.com (http://www.rieter.com/de/rieter/medien/mediencommuniques/).
Unter www.rieter.com können Sie sich auch für den regelmässigen E-Mail-Versand unserer Medienmitteilungen einschreiben.

Im Rahmen der Publikation der Halbjahreszahlen 2015 findet heute um 14.00 Uhr CET eine Telefonkonferenz für Investoren und Analysten statt. Weitere Informationen sowie die entsprechende Präsentation dazu finden Sie auf unserer Website.

Nächste Termine

  • Publikation der Umsatzzahlen für das Geschäftsjahr 2015: 2. Februar 2016
  • Bilanzmedien- und Finanzanalystenkonferenz zum Jahresabschluss 2015: 15. März 2016
  • Generalversammlung: 6. April 2016

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an:

Rieter Holding AG
Rieter Management AG
Investor Relations
Media Relations
Joris Gröflin
Chief Financial Officer
T +41 52 208 70 15
F +41 52 208 70 60
 investor@rieter.com
 www.rieter.com 
Cornelia Schreier
Head Corporate Communications
T +41 52 208 70 32
F +41 52 208 70 60
 media@rieter.com
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Über Rieter

Rieter ist der weltweit führende Anbieter von Systemen für die Kurzstapelfaser-Spinnerei. Das Unternehmen mit Sitz in Winterthur (Schweiz) entwickelt und fertigt Maschinen, Systeme und Komponenten für die Verarbeitung von Naturfasern und synthetischen Fasern sowie deren Mischungen zu Garnen. Rieter ist der einzige An-bieter weltweit, der sowohl die Prozesse für Spinnereivorbereitung als auch sämtliche vier am Markt etablierten Endspinnverfahren abdeckt. Das Unternehmen ist mit 18 Produktionsstandorten in zehn Ländern vertreten und beschäftigt weltweit rund 5 150 Mitarbeitende, davon etwa 23% in der Schweiz. Rieter ist an der SIX Swiss Exchange unter dem Tickersymbol RIEN kotiert.
www.rieter.com

Rieter im Überblick

 
 
Januar -
Juni
2015

Juli -
Dezember
2014
Januar -
Juni
2014
Veränderung1
Veränderung
in Lokal-währungen1
Mio. CHF
 
 
 
 
 
 
Rieter
 
 
 
 
 
 
Bestellungseingang
 
388.3
490.6
655.5
-41%
-40%
Umsatz
 
553.9
631.3
522.1
6%
7%
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA)
 
66.0
77.0
48.4
 
 
- in % des Umsatzes
 
11.9%
12.2%
9.3%
 
 
Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)
 
46.1
55.8
28.8
 
 
- in % des Umsatzes
 
8.3%
8.8%
5.5%
 
 
Konzerngewinn
 
29.1
38.6
14.3
 
 
- in % des Umsatzes
 
5.3%
6.1%
2.7%
 
 
Gewinn pro Aktie
CHF
6.36
8.40
3.12
 
 
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Anlagen
 
7.3
29.7
12.5
-42%
Personalbestand am Ende der Berichtsperiode 
(ohne Temporäre)
 
5150
5004
4835
7%
Geschäftsbereich Machines & Systems

 
 
 
 
 
 
Bestellungseingang
 
225.5
339.8
493.5
-54%
-55%
Umsatz
 
392.7
477.4
376.1
4%
3%
Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)
 
17.2
30.0
10.6
 
 
- in % des Umsatzes
 
4.4%
6.3%
2.8%
 
 
Geschäftsbereich After Sales

 
 
 
 
 
 
Bestellungseingang
 
65.1
67.8
72.8
-11%
-9%
Umsatz
 
69.6
67.9
59.6
17%
19%
Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)
 
13.6
11.5
8.5
 
 
- in % des Umsatzes
 
19.5%
16.9%
14.3%
 
 
Geschäftsbereich Components
 
 
 
 
 
 
Bestellungseingang
 
97.6
83.1
89.2
9%
18%
Umsatz
 
91.6
86.0
86.4
6%
14%
Total Segmentumsatz
 
125.4
132.0
130.1
-4%
4%
Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)
 
16.0
18.4
14.1
 
 
- in % des Umsatzes
 
12.8%
13.9%
10.8%
 
 

 1. Veränderung Januar - Juni 2015 vs. Januar - Juni 2014.