Roche mit starken Ergebnissen im ersten Halbjahr 2015 Donnerstag, 23. Juli 2015 - 07:00
Medienmitteilung
Basel, 23. Juli 2015
Roche mit starken Ergebnissen im ersten Halbjahr 2015
- Konzernverkäufe steigen um 6% zu konstanten Wechselkursen1, +3% in Schweizer Franken
- Verkäufe der Division Pharma erhöhen sich um 5%. Hauptwachstumsträger sind das Onkologieportfolio (Medikamente gegen HER2-positiven Brustkrebs +21%, Avastin +9%, MabThera/Rituxan +6%) und der Bereich Immunologie (Actemra/RoActemra +25%, Xolair +28%)
- Verkäufe der Division Diagnostics erhöhen sich um 7%, vor allem dank der guten Entwicklung der Geschäftsbereiche Professional Diagnostics (+7%) und Molecular Diagnostics (+12%)
- Starke Nachfrage nach dem Medikament Esbriet gegen idiopathische Lungenfibrose
- Positive Phase-III-Studienergebnisse für Ocrelizumab gegen multiple Sklerose
- Neuer Wirkstoff in der Krebsimmuntherapie, Atezolizumab, zeigt gute Studienergebnisse bei der Behandlung von Lungen-, Brust- und Blasenkrebs
- Kerngewinn je Titel2 steigt um 7% zu konstanten Wechselkursen, +1% in Schweizer Franken
- Konzerngewinn nach IFRS3 stabil zu konstanten Wechselkursen, -7% in Schweizer Franken
- Ausblick für das Gesamtjahr 2015 bestätigt
| In Millionen CHF | Veränderung in % | |||
|---|---|---|---|---|
2015 | 2014 | CER1 | CHF | |
| Verkäufe | 23 585 | 22 974 | +6 | +3 |
| Division Pharma | 18 350 | 17 834 | +5 | +3 |
| Division Diagnostics | 5 235 | 5 140 | +7 | +2 |
Kernbetriebsgewinn exklusive Filgrastim2 | 9 236 | 9 410 | +2 +7 | -2 +3 |
Kerngewin je Titel (in CHF) exklusive Filgrastim2 | 7,22 | 7,57 | +2 +7 | -5 +1 |
| Konzerngewinn (IFRS) | 5 249 | 5 641 | 0 | -7 |
Severin Schwan, CEO von Roche: “Wir hatten sowohl in Pharma wie auch Diagnostics in den ersten sechs Monaten starke Verkaufszuwächse. Dazu beigetragen hat auch die sehr gute Marktaufnahme von Esbriet gegen idiopathische Lungenfibrose – ein Medikament, das wir letztes Jahr mit der Akquisition von InterMune erworben hatten. Grosse Fortschritte haben wir in der Krebsimmuntherapie gemacht mit derzeit über 40 Studien in unserer klinischen Entwicklung. Besonders positiv sind zudem die Resultate der Phase-III-Studien mit Ocrelizumab gegen multiple Sklerose. Basierend auf den starken Ergebnissen der ersten Jahreshälfte bin ich zuversichtlich, dass wir unsere Ziele für das Gesamtjahr 2015 erreichen werden.”
Konzernergebnisse
Starke Leistung in beiden Divisionen
Die Konzernverkäufe erhöhten sich im ersten Halbjahr um 6%. Hierzu trugen vor allem die Medikamente gegen Krebs und Autoimmunkrankheiten bei. Auch die Division Diagnostics erzielte starke Verkaufszuwächse, angeführt speziell von den Produkten für die Immundiagnostik sowie Tests für die Molekulardiagnostik.
Die stärksten Wachstumsträger der Division Pharma (+5%) waren die Medikamente gegen HER2-positiven Brustkrebs (Herceptin, Perjeta und Kadcyla zusammen +21%) sowie Avastin (+9%). Avastin wird inzwischen zur Behandlung von sieben verschiedenen Krebsarten eingesetzt und verzeichnete besonders hohe Zunahmen bei der Behandlung von Gebärmutterhals- und Eierstockkrebs. Auch MabThera/Rituxan (+6%) zur Behandlung von Blutkrebs und rheumatoider Arthritis setzte sein gutes Wachstum fort.
Actemra/RoActemra, das hauptsächlich zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis eingesetzt wird, zählte ebenfalls zu den grössten Wachstumsträgern (+25%). Die Umsätze von Xolair (+28%), das in der Therapie der chronischen Nesselsucht und Asthma eingesetzt wird, konnten wiederum deutlich zulegen. Esbriet wurde am Markt sehr gut aufgenommen und verzeichnete im ersten Halbjahr Verkäufe von 229 Millionen Schweizer Franken. Dagegen waren die Verkäufe des Chemotherapeutikums Xeloda und des antiviralen Medikaments Valcyte rückläufig, nachdem der Patentschutz beider Präparate ausgelaufen ist. Auch bei den Verkäufen des Hepatitismedikaments Pegasys und des Augenheilmittels Lucentis wirkte sich die zunehmende Konkurrenz negativ aus.
In der Division Diagnostics stiegen die Verkäufe um 7%. Die grössten Wachstumsbeiträge lieferten die Geschäftsbereiche Professional Diagnostics (+7%), angeführt von den Produkten für die Immundiagnostik, sowie die Bereiche Molecular Diagnostics und Tissue Diagnostics (beide je +12%). Diabetes Care legte in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld um 1% zu.
Der Kurs des Schweizer Frankens stieg gegenüber dem Euro im ersten Halbjahr 2015 deutlich an, nachdem die Schweizerische Nationalbank im Januar ihren Euro-/Franken-Mindestkurs aufgehoben hatte. Gegenüber dem US-Dollar wertete sich der Franken dagegen ab. Der japanische Yen verlor weiter an Wert gegenüber dem Schweizer Franken, ebenso wie eine Reihe europäischer und lateinamerikanischer Währungen. Daraus resultierte beim Umsatz ein deutlich negativer Wechselkurseinfluss von 3 Prozentpunkten.
Konzerngewinn je Titel wächst schneller als Verkäufe2
Unter Ausschluss des einmaligen Ertrags aus der Rückveräusserung der Franchiserechte an Filgrastim im Jahr 2014 stieg der Kernbetriebsgewinn4 zu konstanten Wechselkursen in der ersten Jahreshälfte um 7%.
Auf derselben Basis erhöhte sich auch der Kerngewinn je Titel (7,22 Schweizer Franken) um 7%.
Der Konzerngewinn nach IFRS nahm in Schweizer Franken um 7% auf 5,2 Milliarden Schweizer Franken ab, dies aufgrund des deutlich negativen Währungseffekts, des einmaligen Ertrags aus dem letztjährigen Verkauf von Filgrastim sowie der Aufwendungen im Rahmen kürzlich erfolgter Übernahmen, insbesondere von InterMune. Zu konstanten Wechselkursen blieb der Konzerngewinn gegenüber dem Vorjahr stabil.
Positive Daten in der Onkologie und den Neurowissenschaften
Im Mai präsentierte Roche vielversprechende Daten für den immuntherapeutischen Wirkstoff Atezolizumab (anti-PDL1) als Monotherapie wie auch in Kombination mit Chemotherapie bei nichtkleinzelligem Lungenkrebs und bei wiederauftretendem, fortgeschrittenem Blasenkrebs. Positive Ergebnisse konnten mit Atezolizumab und Chemotherapie auch bei der Behandlung von dreifach negativem Brustkrebs Anfang des Jahres erzielt werden. Im Juli zeigten weitere Phase-II-Ergebnisse, dass Atezolizumab Tumore bei Patienten mit lokal-fortgeschrittenem oder metastasierendem Blasenkrebs verkleinerte.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein im Bereich Onkologie waren die neuen Daten zum MEK-Hemmer Cobimetinib in Kombination mit Zelboraf. Sie belegten, dass bei Patienten mit BRAF-positivem, fortgeschrittenem Melanom, die diese Kombinationstherapie erhielten, ein Jahr lang keine weitere Verschlechterung der Krankheit eintrat. Neue Daten aus der Phase-II-NeoSphere-Studie erbrachten weitere Bestätigungen der Bedeutung von Perjeta in Kombination mit Herceptin plus Chemotherapie in der neoadjuvanten (präoperativen) Behandlung von HER2-positivem frühem Brustkrebs. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Patientinnen, die vor der Operation mit Perjeta behandelt wurden, ein – im Vergleich zu Herceptin plus Chemotherapie – um 31% geringeres Risiko einer Verschlechterung ihrer Krankheit, deren Wiederauftreten oder Sterberisiko hatten. Zudem konnten sehr gute Resultate für Alectinib bei Lungenkrebs mit ALK-Mutation sowie Ergebnisse einer unabhängigen Phase-III-Studie mit Avastin bei der Behandlung von Mesotheliomen veröffentlicht werden. Basierend auf diesen Daten werden die entsprechenden Zulassungsgesuche eingereicht werden.
Im Bereich der Neurowissenschaften wurde im ersten Halbjahr ein wichtiger Meilenstein erreicht: Zwei Phase-III-Studien mit Ocrelizumab gegen wiederkehrende multiple Sklerose (MS), der häufigsten Form der MS, zeigten eine signifikante Reduzierung der Rückfälle wie auch des Fortschreitens dieser Krankheit im Vergleich zu einer Interferon-basierten Standardtherapie.5
Der Wirkstoff Crenezumab zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit im frühen oder mittleren Stadium wird in die Phase III der klinischen Entwicklung überführt. Bei der Entwicklung eines weiteren Wirkstoffs zur Behandlung dieser Erkrankung, Gantenerumab, prüft Roche Behandlungsstrategien mit höheren Dosierungen.
Daten für den Wirkstoff ACE910 gegen Hämophilie A wurden im Juni präsentiert und zeigten eine Reduktion der Blutungsraten bei den Studienteilnehmenden. Roche treibt das Entwicklungsprogramm für ACE910 voran und beabsichtigt, Phase-III-Studien mit einer Untergruppe von Patienten im weiteren Verlauf dieses Jahres zu beginnen.
Die FDA gewährte Roche im ersten Halbjahr für drei Wirkstoffe den Status eines Therapiedurchbruchs, und zwar für Atezolizumab bei PDL1-positivem, nichtkleinzelligem Lungenkrebs, für Venetoclax bei einer Form wiederkehrender, therapieresistenter chronischer lymphatischer Leukämie und für Actemra/RoActemra bei systemischer Sklerose. Insgesamt gewährte die FDA für acht Wirkstoffe von Roche den Status eines Therapiedurchbruchs.
Die Roche-Gruppe erhielt im ersten Halbjahr mehrere Produktzulassungen in verschiedenen Märkten: Avastin plus Chemotherapie gegen fortgeschrittenen Gebärmutterhalskrebs in der EU, Lucentis gegen diabetische Retinopathie in den USA sowie Zelboraf gegen fortgeschrittenes Melanom in Japan. Zudem gab der EU-Ausschuss für Humanarzneimittel die Empfehlung zur Zulassung von Perjeta für die präoperative Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs.
Diagnostik stärkt Wachstumsbereiche mit neuen Produkten
Im ersten Halbjahr lancierte die Division Diagnostics einige wichtige Produkte. Im Bereich Molecular Diagnostics wurden der cobas DPX Test und der quantitative Nukleinsäure-Amplifikationstest cobas HBV für die Systeme cobas 6800 und 8800 eingeführt. Die US-Behörden erteilten die Freigabe für die cobas HSV1 und HSV2 Tests, den MRSA/SA Test, den cobas Cdiff Test sowie den cobas KRAS-Test.
Im Bereich Professional Diagnostics wurde der verbesserte Point-of-Care Troponin T Test CARDIAC zum Einsatz auf dem System cobas h 232 eingeführt. Zudem wurde der Elecsys HTLV-I/II Immunoassay lanciert. Dieser diagnostische Test dient zum Nachweis von Antikörpern gegen humanes T-lymphotropes Virus I oder II in Spenderblut und diagnostischen Routineproben.
In den USA konnte die Verwendung des Systems cobas Liat samt dem cobas Strep A Test ausgeweitet werden, nachdem die Behörden die Auflagen im Rahmen der CLIA-Vorschriften (Clinical Laboratory Improvement Amendments) aufgehoben hatte.
Ausblick für 2015
Für 2015 rechnet die Roche-Gruppe zu konstanten Wechselkursen mit einem Verkaufszuwachs im tiefen bis mittleren einstelligen Bereich. Zudem wird ein Wachstum des Kerngewinns je Titel zu konstanten Wechselkursen angestrebt, das über dem Verkaufswachstum liegt. Roche strebt an, dass die Dividende auch für das Jahr 2015 in Schweizer Franken erhöht werden kann.
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Über Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist eines der führenden Unternehmen im forschungsorientierten Gesundheitswesen. Es vereint die Stärken der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics und entwickelt als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen differenzierte Medikamente für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Neurowissenschaften. Roche ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von Produkten der In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind Ziel der personalisierten Medizin, eines zentralen strategischen Ansatzes von Roche. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1896 hat Roche zahlreiche wichtige Beiträge zur Gesundheit in der Welt geleistet. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen 29 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Chemotherapeutika.
Die Roche-Gruppe beschäftigte 2014 weltweit über 88 500 Mitarbeitende, investierte 8,9 Milliarden Schweizer Franken in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von 47,5 Milliarden Schweizer Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com.
Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.
1) Soweit nicht anders angegeben, sind alle Wachstumsraten zu konstanten Wechselkursen (CER = Constant Exchange Rates) berechnet (Durchschnittskurse des Gesamtjahres 2014).
2) Hierbei ist der Einmaleffekt von 428 Millionen Schweizer Franken vor Steuern aus der Rückveräusserung der Franchiserechte an Filgrastim 2014 nicht berücksichtigt.
3) IFRS: International Financial Reporting Standards.
4) Im Kerngewinn sind alle nicht unmittelbar betriebsrelevanten Positionen ausgeklammert, wie globale Restrukturierungskosten, Abschreibungen und Wertminderungen des Firmenwertes (Goodwill) und anderer immaterieller Vermögenswerte sowie Verluste durch
5) grosse Umschuldungen.
6) Interferon Beta-1a (Rebif®).
7) Hierbei ist der Einmaleffekt von 428 Millionen Schweizer Franken vor Steuern aus der Rückveräusserung der Franchiserechte an Filgrastim 2014 nicht berücksichtigt.
Disclaimer: Hinweis betreffend zukunftsgerichteter Aussagen
Dieses Dokument enthält gewisse zukunftsgerichtete Aussagen. Diese können unter anderem erkennbar sein an Ausdrücken wie „sollen", „annehmen", „erwarten“, „rechnen mit", „beabsichtigen", „anstreben", „zukünftig", „Ausblick“ oder ähnlichen Ausdrücken sowie der Diskussion von Strategien, Zielen, Plänen oder Absichten usw. Die künftigen tatsächlichen Resultate können wesentlich von den zukunftsgerichteten Aussagen in diesem Dokument abweichen, dies aufgrund verschiedener Faktoren wie zum Beispiel: (1) Preisstrategien und andere Produkteinitiativen von Konkurrenten; (2) legislative und regulatorische Entwicklungen sowie Veränderungen des allgemeinen wirtschaftlichen Umfelds; (3) Verzögerung oder Nichteinführung neuer Produkte infolge Nichterteilung behördlicher Zulassungen oder anderer Gründe; (4) Währungsschwankungen und allgemeine Entwicklung der Finanzmärkte; (5) Risiken in der Forschung, Entwicklung und Vermarktung neuer Produkte oder neuer Anwendungen bestehender Produkte, einschliesslich (nicht abschliessend) negativer Resultate von klinischen Studien oder Forschungsprojekten, unerwarteter Nebenwirkungen von vermarkteten oder Pipeline-Produkten; (6) erhöhter behördlicher Preisdruck; (7) Produktionsunterbrechungen; (8) Verlust oder Nichtgewährung von Schutz durch Immaterialgüterrechte; (9) rechtliche Auseinandersetzungen und behördliche Verfahren; (10) Abgang wichtiger Manager oder anderer Mitarbeitender sowie (11) negative Publizität und Medienberichte. Die Aussage betreffend das Wachstum des Gewinns pro Titel ist keine Gewinnprognose und darf nicht dahingehend interpretiert werden, dass der Gewinn von Roche oder der Gewinn pro Titel für eine gegenwärtige oder spätere Periode die in der Vergangenheit veröffentlichten Zahlen für den Gewinn oder den Gewinn pro Titel erreichen oder übertreffen wird.
