Hügli mit mehr Umsatz und Gewinn, trotz Währungseinbussen von über -10% Mittwoch, 19. August 2015 - 07:30
Medienmitteilung vom 19. August 2015, 07.30 Uhr: Halbjahresbericht 2015
Hügli mit mehr Umsatz und Gewinn, trotz Währungseinbussen von über -10%
- Gute organische Umsatzsteigerung von +5.6% sowie +6.5% Umsatzzuwachs aus Akquisitionen
- Negativer Währungseinfluss von über -10% überschattet die gute operative Leistung: Umsatz in CHF steigt um +1.1% auf CHF 187 Mio.
- EBIT-Marge trotz Währungsverlust konstant gehalten bei 8.7%
- Gewinn 2015 steigt um +1.8% auf CHF 11.9 Mio.
- Weiterhin solide Bilanz mit 53% Eigenkapitalquote
- Ausblick 2015: Umsatz und EBIT 2015 werden trotz Währungseinbussen in vergleichbarer Grössenordnung wie in 2014 erwartet
Frankenaufwertung belastet Erfolgsrechnung um über -10%
Das erste Halbjahr war auch bei Hügli massiv beeinflusst durch die drastische Frankenaufwertung Mitte Januar, vor allem gegenüber dem Euro. Da die Hügli Gruppe über 80% der Umsätze nicht in Schweizer Franken realisiert, belasten die durchschnittlich 10% tieferen Umrechnungskurse den ausgewiesenen Umsatz um über CHF 19 Mio. Da Hügli jedoch auch mehrheitlich ausserhalb der Schweiz produziert, fallen auch über 80% der Konzernkosten nicht in Schweizer Franken an, so dass der Haupteffekt der Fremdwährungsverluste durch die Umrechnung der Erträge der Hügli Gesellschaften im Ausland in CHF resultiert (Translationsverluste). Hügli Schweiz weist zudem einen namhaften Anteil an Exporten aus, welcher in Fremdwährungen anfällt. Obwohl bereits einige Rohstoffe im Euroraum eingekauft werden, besteht immer noch ein Fremdwährungsüberhang, welcher zu tieferen Kursen in CHF zur Deckung der Betriebskosten gewechselt werden muss, wodurch Transaktionsverluste entstehen. Immer mehr werden aber auch die ökonomischen Folgen der Frankenaufwertung auf die Schweizer Wirtschaft spürbar, welche in einer Kaufzurückhaltung der Kunden, vor allem in der Gastronomie, aber auch in Form eines erhöhten Drucks auf die Verkaufspreise zum Tragen kommen. Um den Schweizer Standort wieder zu stärken wurden Massnahmen im Bereich der Optimierung der Einkaufskonditionen und der Effizienzsteigerung eingeleitet.
Währungsbereinigt im zweitstelligen Plus
Das organische Umsatzwachstum der Gruppe belief sich auf gute +5.6%, vorwiegend basierend auf höheren Absatzmengen (Preiseffekt +0.7%). Diese Leistung konnte aufgrund von Opportunitäten in einem konsolidierenden Marktumfeld erzielt werden und liegt deutlich über dem stagnierenden Lebensmittelmarkt in Europa. Die akquirierten Marken EDEN und granoVita erbrachten einen Umsatzzuwachs von +6.5%. Der ausgewiesene Umsatz erhöhte sich trotz dem negativen Währungseinfluss von -10.5% um +1.1% auf insgesamt CHF 187 Mio. Besonders erfreulich entwickelte sich das Segment Deutschland, in welchem eine organische Umsatzsteigerung von +10.1% erzielt werden konnte. Ebenfalls sehr ansprechende Wachstumsraten erzielten die Food Service Organisationen in Hügli Osteuropa (Tschechien, Slowakei, Polen, Ungarn), während das Retailgeschäft rückläufig war. In UK konnte trotz schwierigem Marktumfeld auf den Absatzmärkten der Industriekunden ein Wachstum erzielt werden. Leider führten die ökonomischen Folgen der Frankenaufwertung in der Schweiz zu einem merklichen Umsatzrückgang.
Private Label LEH und Brand Solutions im Aufwind
Ein herausragendes Wachstum zeigte die Division Private Label LEH (Marken des Lebensmitteleinzelhandels) mit organischen +22.7%, im Besonderen in Deutschland, aber auch in UK. Hier zeigt sich die Stärke von Hügli, qualitativ und kulinarisch hochwertige Lebensmittel mit einem ausgezeichneten Preis-/Leistungsverhältnis herzustellen. Da die Kundenstruktur vorwiegend von grossen LEH-Konzernen bestimmt wird, ist in dieser Division ein schnelles Wachstum möglich. Andererseits führt diese Volatilität auch zu plötzlichen Umsatzrückgängen bei Auftragsverlusten. Dies zeigt sich in der Entwicklung von Hügli East, bei welcher im ersten Halbjahr vorübergehend merkliche Umsatzverluste zu verzeichnen waren. Die gute Gesamtentwicklung hat dies aber mehr als überkompensiert. Ebenfalls sehr dynamisch entwickelte sich die Wachstumsdivision Brand Solutions (Produkte für Markenunternehmen). Das durchschnittliche Umsatzwachstum der letzten drei Jahre lag bei rund +10% pro Jahr. Im ersten Halbjahr 2015 legte die Division erneut um +9.9% organisch zu. Weiterhin der Wachstumstreiber ist das Bio-Segment „Organic“, dicht gefolgt von den konventionellen Produkten des Bereichs „Classic“. Das Segment Spezialernährung („Health & Nutrition“) konnte aufgrund von Reorganisationen bei Key-Accounts in dieser Periode keinen Wachstumsbeitrag leisten.
Food Industry im Windschatten von Grosskunden
Die Division Food Industry ist besonders anfällig für Marktschwächen von einigen bedeutenden Kunden. Dies zeigte sich besonders im ersten Halbjahr, in welchem der Umsatz organisch um -8.6% zurückging. Trotz einiger wichtiger Projekterfolge mit Neukunden konnte der massive Bestellungsrückgang weniger Grosskunden nicht kompensiert werden.
Schwieriger Markt im Food Service
Die grösste Division Food Service kämpfte vor allem in Westeuropa mit der sinkenden Konsumneigung in der Ausserhausverpflegung, insbesondere in der Gastronomie (Restaurants, Hotels). Im insgesamt stabileren Bereich der institutionellen Verpflegung (Betriebskantinen, Spitäler, Heime) konnten jedoch neue Kunden gewonnen werden. Merkliche Umsatzrückgänge mussten in der Food Service Organisation Schweiz aufgrund der Frankenstärke hingenommen werden, aber auch in Österreich lag der Umsatz durch Sortimentsüberarbeitungen unter Vorjahr. Ausgesprochen positiv entwickelte sich der Umsatz mit Hügli-Produkten im Food Service Deutschland sowie in Osteuropa. Insgesamt konnte die Division um +2.4% in Lokalwährungen zulegen.
Consumer Brands wächst mit neuen Marken EDEN und granoVita
In der Division Consumer Brands führte das Handelswarensortiment, welches zunehmend einem höheren Wettbewerbsdruck ausgesetzt ist, zu insgesamt sinkenden Divisionsumsätzen von -0.5%. Eigenfabrikate konnten andererseits zulegen und den wachsenden Markt für biologische Lebensmittel nutzen. Erfreulich entwickelten sich auch die Umsätze der per 1. Januar 2015 übernommen Marken EDEN und granoVita mit über 100 Jahren Kompetenz für gesunde Ernährung. Die Vertriebsorganisation wurde am Standort Radolfzell integriert und kann dort von Synergien im Konzernverbund profitieren.
Währungsverluste von operativer Ertragskraft überkompensiert
Dank auf hohem Niveau stabilen Rohstoffpreisen sowie kontinuierlichen Verbesserungen im Beschaffungsmanagement konnte die organische Bruttomarge gehalten werden. Der Personalbestand der Gruppe stieg im ersten Halbjahr 2015 um 25 auf total 1'403 Vollzeitstellen. Der währungsbereinigte Personalaufwand erhöhte sich mit +6.1%, nur zum Teil akquisitionsbedingt. Der sonstige Betriebsaufwand andererseits hat überproportional zugenommen, da Hügli in diverse operative Projekte investiert, welche mit weiteren Prozessverbesserungen die mittelfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern soll. Zudem erfolgte der Spatenstich in Radolfzell zum Ausbau des Produktionsstandortes (Mischerei, Hochregallager), welcher aufgrund der hohen Volumensteigerungen der letzten zwei Jahre notwendig wurde. Mit diesem Ausbauschritt verfügt Hügli ab Ende 2016 über eine der modernsten und effizientesten Produktionsanlagen für qualitativ hochstehende Trockenmischprodukte in Europa.
Das Betriebsergebnis EBIT erhöhte sich im ersten Halbjahr 2015 um +1.6% auf CHF 16.3 Mio., trotz den Währungsverlusten von über CHF 2 Mio. Die EBIT-Marge konnte mit 8.7% konstant zum Vorjahr gehalten werden. Der Konzerngewinn stieg um +1.8% auf CHF 11.9 Mio.
Belastbare Bilanz, verbesserte Profitabilität
Die Bilanz zeigt ein weiterhin sehr solides Bild, trotz Frankenstärke. Der Bewertungsverlust aufgrund der neuen Fremdwährungsrelationen hat aber insbesondere im Eigenkapital Spuren hinterlassen. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich entsprechend, nach Dividendenzahlung, von 56.8% per Ende 2014 auf noch immer gute 53.2% der Bilanzsumme per 30. Juni 2015. Die Nettoverschuldung sank ebenfalls währungsbedingt auf CHF 54.8 Mio., trotz erhöhter Investitionen. Die wichtige Finanzkennzahl Nettoverschuldung/EBITDA blieb mit einem Faktor von 1.2x konstant im Vergleich zu Ende 2014. Die Rendite des betrieblichen Nettovermögens (ROIC) stieg leicht auf 11.0%, womit eine höhere Wertschöpfung erzielt werden konnte.
Ausblick 2015 –
Gutes operatives Wachstum kompensiert Währungseinbussen
Für das ganze Jahr 2015 wird unverändert von einem Umsatzwachstum in Lokalwährungen von +11% ausgegangen. Der Beitrag des organischen Wachstums wird aktuell bei ca. +4.5%, derjenige des akquisitionsbedingten Wachstums bei rund +6.5% erwartet. Das EBIT-Wachstum in Lokalwährungen sollte ebenfalls zweistellig ausfallen. Verbunden mit einem angenommenen negativen Währungseffekt von -10% kann die Erwartung eines ausgewiesenen Umsatzes und EBIT 2015 in einer vergleichbaren Grössenordnung wie im Geschäftsjahr 2014 bestätigt werden.
Dank
Unsere Mitarbeitenden setzen sich jeden Tag mit viel Engagement, Flexibilität und Loyalität für die Erreichung der ambitionierten Ziele ihres Unternehmens, der Hügli Gruppe, ein. Wir danken unseren Mitarbeitenden ganz herzlich für ihren Einsatz, allen Geschäftspartnern für die gute und konstruktive Zusammenarbeit und unseren Aktionären für ihr Vertrauen, das sie uns entgegenbringen.
Finanzkennzahlen in Mio. CHF | H1 2015 | H1 2014 | Veränderung | |||
Umsatz | 187.0 | 185.0 | +1.1% | |||
EBITDA | 22.7 | 22.9 | -1.2% | |||
in % des Umsatzes | 12.1% | 12.4% | ||||
EBIT | 16.3 | 16.0 | +1.6% | |||
in % des Umsatzes | 8.7% | 8.7% | ||||
Konzerngewinn | 11.9 | 11.7 | +1.8% | |||
in % des Umsatzes | 6.4% | 6.3% | ||||
Geldfluss Betriebstätigkeit | 26.9 | 24.4 | +10.5% | |||
Geldfluss Investitionstätigkeit | -20.9 | -9.5 | +121.0% | |||
30.06.2015 | 31.12.2014 | |||||
Betriebliches Netto-Vermögen | 214.2 | 228.6 | -6.3% | |||
Eigenkapital | 135.2 | 150.2 | -10.0% | |||
in % der Bilanzsumme | 53.2% | 56.8% | ||||
Nettoverschuldung | 54.8 | 56.4 | -2.9% | |||
Gearing | 0.41 | 0.38 | ||||
Nettoverschuldung/EBITDA 1) | 1.2 | 1.2 | ||||
Rendite invest. Kapital ROIC 1) | 11.0% | 10.9% | ||||
1) letzte 12 Monate rollierend | ||||||
Termine
28. Januar 2016 | 07.30 Uhr | Medienmitteilung: Umsatz 2015 |
13. April 2016 | 07.30 Uhr | Medienmitteilung: Jahresbericht 2015, Umsatz Q1 2016 |
10.30 Uhr | Medien-/Analystenkonferenz, Widder Hotel, Zürich | |
25. Mai 2016 | 16.30 Uhr | Generalversammlung, Seeparksaal, Arbon |
19. August 2016 | 07.30 Uhr | Medienmitteilung: Halbjahresbericht 2016 |

