Sulzer-Verwaltungsrat verzichtet auf Empfehlung zum Pflichtangebot der Renova-Aktionärsgruppe Montag, 24. August 2015 - 07:01
Die Renova-Aktionärsgruppe als grösster Aktionär der Sulzer AG überschritt am 31. Juli 2015 den Schwellenwert von 33 1/3% der Stimmrechte von Sulzer. In Erfüllung der dadurch ausgelösten gesetzlichen Angebotspflicht unterbreitete die Aktionärsgruppe am 3. August 2015 ein öffentliches Kaufangebot an alle Aktionäre von Sulzer. Zur Beurteilung dieses Kaufangebots bildete der Verwaltungsrat der Sulzer AG einen unabhängigen Ausschuss, dem ausser den beiden Renova-Vertretern im Verwaltungsrat, Peter Löscher und Marco Musetti, alle unabhängigen Mitglieder des Verwaltungsrats angehören.
Dieser unabhängige Ausschuss des Sulzer-Verwaltungsrats unter der Leitung des Vizepräsidenten des Verwaltungsrats, Dr. Matthias Bichsel, kam nach sorgfältiger Prüfung des Pflichtangebots zum Schluss, auf eine Empfehlung zur Annahme bzw. Ablehnung des Angebots zu verzichten. Er stellt in seiner Begründung dieses Entscheides (www.sulzer.com/BoD-report) fest, dass gemäss dem Angebotsprospekt die Renova-Aktionärsgruppe weder eine Änderung der strategischen Ausrichtung von Sulzer noch der bestehenden Zusammensetzung von Verwaltungsrat oder Konzernleitung beabsichtigt und an der Kotierung der Gesellschaft festgehalten werden soll. Entsprechend liege auch kein Kontrollwechsel vor.
Der Verwaltungsrat verweist darauf, dass das Wertsteigerungspotenzial von Sulzer seiner Meinung nach im Angebotspreis nicht angemessen berücksichtigt ist. Dadurch würden Aktionäre, welche das Kaufangebot annehmen, von möglichen Kurssteigerungen nicht profitieren können. Andererseits weist er darauf hin, dass ein Andienen der Aktien vor einem allfälligen Kurssturz schützt und zudem die Liquidität des Titels reduziert werden könnte, wenn eine grosse Anzahl Aktien angedient würde. Er überlässt es deshalb der Beurteilung der Aktionäre, den für sie individuell richtigen Entscheid über die Annahme oder Ablehnung des Kaufangebots zu fällen.

