Roche: CHMP empfiehlt EU-Zulassung für Roche-Kombinationstherapie mit Cotellic (Cobimetinib) und Zelboraf (Vemurafenib) bei fortgeschrittenem Melanom Freitag, 25. September 2015 - 13:36
Medienmitteilung
Basel, 25. September 2015
CHMP empfiehlt EU-Zulassung für Roche-Kombinationstherapie mit Cotellic (Cobimetinib) und Zelboraf (Vemurafenib) bei fortgeschrittenem Melanom
Roche (SIX: RO, ROG; OTCQX: RHHBY) gab heute bekannt, dass der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) ein positives Gutachten für CotellicTM (Cobimetinib) in Kombination mit Zelboraf® (Vemurafenib) zur Behandlung von Patienten mit BRAF-V600-Mutation-positivem, nicht operierbarem oder metastasierendem Melanom abgegeben. Rund 50% der malignen Melanome sind BRAF-positiv, und über 55 000 Patienten versterben jedes Jahr an einem Melanom.1
„Das heutige positive Gutachten des CHMP ist ein wesentlicher Fortschritt für Patienten mit BRAF-positivem Hautkrebs in Europa und der ganzen Welt“, so Sandra Horning, Chief Medical Officer und Leiterin der globalen Produktentwicklung von Roche. „Die Kombination von Cotellic und Zelboraf wird Ärzten eine wirksame Therapieoption an die Hand geben, mit der die Patienten signifikant länger als mit Zelboraf allein leben, ohne dass ihre Erkrankung weiter fortschreitet.“
Die Empfehlung des CHMP stützt sich hauptsächlich auf die Resultate der entscheidenden Phase-III-Studie coBRIM. Diese Daten zeigten, dass Patienten unter Behandlung mit der Kombination von Cotellic und Zelboraf über ein Jahr ohne Fortschreiten ihrer Erkrankung lebten (medianes progressionsfreies Überleben 12,3 Monate, verglichen mit 7,2 Monaten mit Zelboraf allein; Hazard Ratio=0,58, 95%-Konfidenzintervall 0,46-0,72).2 Die objektive Ansprechrate war in der Kombinationsgruppe ebenfalls höher als unter Zelboraf allein (70 vs. 50 Prozent; p<0,0001).2 Die häufigsten Nebenwirkungen in der Kombinationsgruppe der entscheidenden Studie waren Durchfall, Hautausschlag, Übelkeit, Fieber, Sonnenlichtempfindlichkeit, veränderte Leberfunktionswerte, erhöhte Kreatinphosphokinase (CPK, ein in den Muskeln produziertes Enzym) und Erbrechen.
Unterstützende Daten der frühen Entwicklung aus der Phase-Ib-Studie BRIM7 zeigten, dass Patienten, die zuvor noch mit keinem BRAF-Hemmer behandelt worden waren, unter der Kombination von Cotellic und Zelboraf über zwei Jahre überlebten (medianes Gesamtüberleben 28,5 Monate).3
Eine endgültige Entscheidung der Europäischen Kommission über die Zulassung der Kombination von Cotellic und Zelboraf auf der Basis dieser CHMP-Empfehlung wird für Ende 2015 erwartet.
Cotellic wurde vor kurzem in der Schweiz für die Anwendung in Kombination mit Zelboraf bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom zugelassen, und die amerikanische Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) wird voraussichtlich noch vor Ende des Jahres eine Entscheidung über das Zulassungsgesuch von Roche für die Kombination treffen.
Über malignes Melanom
Das maligne Melanom („schwarzer Hautkrebs“) ist zwar seltener, aber aggressiver und bösartiger als andere Formen von Hautkrebs.4,5 Eine V-600-Mutation des BRAF-Proteins liegt bei ca. der Hälfte aller Melanome vor und sollte deshalb getestet werden, um die bestmögliche Behandlung auszuwählen.6 Wenn ein Melanom frühzeitig diagnostiziert wird, ist es im Allgemeinen gut heilbar.7,8 Die meisten Patienten mit fortgeschrittenem Melanom haben jedoch eine schlechte Prognose.5 Jedes Jahr wird bei mehr als 232 000 Menschen weltweit ein Melanom diagnostiziert.1 In den letzten Jahren gab es erhebliche Fortschritte bei der Behandlung des metastasierenden Melanoms, sodass den Patienten mit dieser Erkrankung heute mehr Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen. Dennoch bleibt das maligne Melanom nach wie vor ein ernstes Gesundheitsproblem mit hohem medizinischem Bedarf und kontinuierlich steigender Inzidenz in den vergangenen 30 Jahren.9
Über die Kombination von Cotellic und Zelboraf
Zelboraf war das erste zugelassene Medikament für Patienten mit inoperablem oder metastasierendem Melanom mit BRAF-V600-Mutationen, die mit einem validierten Test wie dem Roche cobas 4800 BRAF Mutation Test nachgewiesen werden. Die Anwendung von Zelboraf ist nicht angezeigt bei Patienten mit nicht mutiertem Wildtyp-BRAF-Melanom. Cotellic (Cobimetinib) blockiert selektiv die Aktivität von MEK,10 einem von mehreren Zellproteinen des MAPK-Signalwegs, der bei der Regulation der Zellteilung eine Rolle spielt.11 Bei den meisten Patienten kommt es im Laufe der Zeit durch Reaktivierung des MAPK-Signalwegs über MEK zu einer Resistenz gegen die Monotherapie mit einem BRAF-Inhibitor.12 Cotellic wurde entwickelt, um die Resistenz gegen die BRAF-Hemmung zu überwinden und eine Reaktivierung des Signalwegs zu verhindern. Cotellic bindet an MEK, während Zelboraf an das mutierte BRAF-Protein bindet, um die überaktive Signalgebung, die zum Tumorwachstum führen kann, zu unterdrücken.13,14
Cotellic wird auch in Kombination mit anderen Prüfmedikamenten, einschliesslich eines Immuntherapeutikums, bei verschiedenen Krebsarten wie nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und Dickdarm- bzw. Enddarmkrebs untersucht. Cotellic wurde von Exelixis Inc. entdeckt und wird von Roche in Zusammenarbeit mit Exelixis entwickelt.
Über Roche und Hautkrebs
Die Roche-Gruppe ist der weltweit führende Anbieter von Produkten zur Krebstherapie, darunter Krebsmedikamente, Produkte zur unterstützenden Behandlung und Diagnostika. Wissenschaftler von Roche erforschen seit fast 20 Jahren Medikamente gegen Hautkrebs, erzielen medizinische Durchbrüche und setzen neue Behandlungsmassstäbe. Die Medikamente Zelboraf und Erivedge für zwei der am schwersten zu behandelnden Hautkrebsarten – metastasierendes Melanom und Basalzellkarzinom – wurden bereits zur Behandlung von über 28 000 Patienten weltweit eingesetzt. Roche prüft diese Hautkrebsmedikamente weiterhin zur Monotherapie und in Kombination mit anderen Prüfmedikamenten, wie z.B. Krebsimmuntherapeutika, bei verschiedenen Krebsarten und Erkrankungen.
Über Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist eines der führenden Unternehmen im forschungsorientierten Gesundheitswesen. Es vereint die Stärken der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics und entwickelt als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen differenzierte Medikamente für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Neurowissenschaften. Roche ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von Produkten der In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind Ziel der Personalisierten Medizin, eines zentralen strategischen Ansatzes von Roche. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1896 hat Roche zahlreiche wichtige Beiträge zur Gesundheit in der Welt geleistet. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen 29 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Chemotherapeutika.
Die Roche-Gruppe beschäftigte 2014 weltweit über 88 500 Mitarbeitende, investierte 8,9 Milliarden Schweizer Franken in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von 47,5 Milliarden Schweizer Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com.
Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.
Weitere Informationen
Roche in der Onkologie: www.roche.com/media/media_backgrounder/media_oncology.htm
Literatur
1.Ferlay J, Soerjomataram I, Ervik M, Dikshit R, Eser S, Mathers C, Rebelo M, Parkin DM, Forman D, Bray, F. GLOBOCAN 2012 v1.0, Cancer Incidence and Mortality Worldwide: IARC CancerBase No. 11 [Internet]. Lyon, Frankreich: International Agency for Research on Cancer; 2013. Verfügbar unter: http://globocan.iarc.fr/Pages/fact_sheets_population.aspx; Zuletzt aufgerufen im September 2015.
2.Larkin J et al., Update of progression-free survival and correlative biomarker analysis from coBRIM: cobimetinib plus vemurafenib in advanced BRAF-mutated melanoma. Abstract vorgestellt auf dem ASCO-Kongress, Chicago, IL, USA, 29. Mai – 2 Juni 2015; Abstract-Nr. 9006.
3.Pavlick et al., Extended follow-up results of phase 1B study (BRIM7) of vemurafenib with cobimetinib in BRAF-mutant melanoma. Abstract vorgestellt auf dem ASCO-Kongress, Chicago, IL, USA, 29. Mai – 2 Juni 2015; Abstract-Nr. 9020.
4.Algazi AP, et al. Treatment of cutaneous melanoma: current approaches and future prospects. Cancer Manag Res. 2010;2:197-211.
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10.Johnston S. XL518, a potent, selective, orally bioavailable MEK1 inhibitor, downregulates the Ras/Raf/MEK/ERK pathway in vivo, resulting in tumor growth inhibition and regression in preclinical models. Poster präsentiert auf dem AACR-NCI-EORTC-Symposium über molekulare Targets und Krebstherapeutika; 22. Oktober 2007; San Francisco, CA. Abstract-Nr. C209.
11.Khavari TA, et al. Ras/Erk MAPK signaling in epidermal homeostasis and neoplasia. Cell Cycle. 2007;6:2928-31.
12.Daud A, et al. Phase IB (BRIM7) results combining vemurafenib (VEM) and cobimetinib, a MEK inhibitor, in patients (pts) with advanced BRAFV600-mutated melanoma. Poster präsentiert auf dem 10. Internationalen Kongress der Society for Melanoma Research (SMR); Philadelphia, PA, USA; 17.-20. November 2013.
13.Safaee Ardekani G, et al. The prognostic value of BRAF mutation in colorectal cancer and melanoma: a systematic review and meta-analysis. PLoS One. 2012;7(10):e47054.
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