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KOF Tourismusprognosen Freitag, 23. Oktober 2015 - 15:50

Die Frankenstärke und die daraus resultierende schwache Inlandkonjunktur belasten die Tourismuswirtschaft. Nach zwei Jahren der Erholung, kommt es in diesem Jahr wie­der zu einem Rückgang der Übernachtungszahlen. Die Auswirkungen des Wechselkurs­schocks waren zwar milder als noch im Frühling erwartet wurde. Einzelne Regionen ver­zeichneten aber einen markanten Rückgang der europäischen Nachfrage. Die Konjunk­turaussichten sind aber verhalten positiv. Deswegen ist für die beiden kommenden Tou­rismusjahre mit einer leichten Erholung zu rechnen. Die KOF rechnet für 2016 mit einem Wachstum der Logiernächte von 1.6%, 2017 dürfte dieses auf über 2% steigen.

Sommersaison 2015: stagnierende Logiernächte

Die Sommersaison war wechselhaft: Aufgrund des warmen Sommers machten mehr Inländer in der Schweiz Ferien als im vergangenen Jahr. Die Gäste aus den Euroländern verzeichneten aber teilweise deutliche Rückgänge, die auch nicht vollständig durch steigende Übernach­tungszahlen von Gästen aus den asiatischen und arabischen Fernmärkten kompensiert wer­den konnten. Die aktuelle Schätzung geht von einer Stagnation der Logiernächte aus. Die Ver­schiebung der Gästestruktur führte zu einer steigenden Nachfrage in den städtischen Gebieten. Regionen mit Fokus auf das Feriengeschäft, aber auch das Tessin, verzeichneten weniger Logiernächte.

Wintersaison 2015/2016: mehr Nachfrage aus dem Inland, weniger aus Ausland

Aufgrund des starken Frankens werden in der kommenden Wintersaison vor allem weniger Gäste aus dem Euroraum ihre Winterferien in der Schweiz verbringen. Die sich aufhellende Konjunktur in Europa sowie eine höhere Nachfrage aus dem Vereinigten Königreich, den USA und anderen Fernmärkten kompensieren zumindest teilweise den Rückgang bei den preissen­sitiven Gästen. Dennoch wird die Anzahl der ausländischen Logiernächste zurückgehen. Auf­grund der etwas positiveren Konjunkturaussichten in der Schweiz, steigt die Nachfrage inlän­discher Touristen an. Insgesamt rechnet die KOF für die Wintersaison mit einer weiteren Stag­nation im Schweizer Tourismus.

Touristische Wertschöpfung

Insbesondere aufgrund einer tieferen Auslandnachfrage wird die touristische Gesamtnach­frage in diesem Jahr um rund 1.5% sinken. Gleichzeitig sinkt die Bruttowertschöpfung um 2.7%. Nachdem in den letzten beiden Jahren mit einer Zunahme der touristischen Wert­schöpfung in der Schweiz gerechnet werden konnte, hat sich die Dynamik aufgrund von Preis­senkungen im Zuge des Frankenschocks reduziert. Da die Vorleistungen im Tourismus in der kurzen Frist nur schwierig anzupassen sind, führen Preissenkungen unmittelbar zu tieferen Margen und somit zu einem tieferen Wachstum der Bruttowertschöpfung.

Fokus alpiner Wintersporttourismus

In einer Spezialanalyse beleuchtet die KOF die internationale und nationale Entwicklung im alpinen Winter­sporttourismus. Gegenüber den anderen wichtigen Wintersportdestinationen Frank­reich und Österreich hat die Schweiz in den letzten Jahren Marktanteile verloren. Der Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit ist hierfür einer der Hauptgründe. Preissensitiv reagieren hier nicht nur die ausländischen Touristen, auch die inländischen Touristen weichen auf andere Destinationen aus. Innerhalb der Schweiz konnte von den grossen Wintersportgebieten Wallis, Graubünden, Berner Oberland und Zentralschweiz, nur die Zentralschweiz die Besucherzahlen bei den Bergbahnen konstant halten. Die Wirtschaftlichkeit der Seilbahnbetriebe ist aber weniger stark gesunken als die Besucherzahlen. In der kommenden Wintersaison rechnet die KOF mit einem Rückgang der Besucherzahlen im Alpenraum um 1.4%.

Medienmitteilung KOF Tourismusprognose, Oktober 2015 
KOF Studie Prognosen für den Schweizer Tourismus, Oktober 2015

Comunicato stampo KOF previsioni turismo, ottobre 2015 
Studi KOF Previsioni per il turismo svizzero, ottobre 2015