KOF Beschäftigungsindikator Keine Erholung Montag, 02. November 2015 - 09:04
Der Schweizer Arbeitsmarkt hat den Frankenschock noch nicht verdaut. Der KOF Beschäftigungsindikator liegt im Oktober weiterhin im negativen Bereich. Damit planen die von der KOF befragten Unternehmen das dritte Mal in Folge eher einen Stellenabbau als einen Stellenaufbau. Die Exportbranchen sind am stärksten belastet.
Die Beschäftigungsentwicklung am Schweizer Arbeitsmarkt dürfte auch in den nächsten Monaten schleppend verlaufen. Der KOF Beschäftigungsindikator liegt im 4. Quartal 2015 bei -6.4 Punkten und damit weiterhin recht deutlich im negativen Bereich. Die Beschäftigungsaussichten haben sich damit kaum verändert. Im 3. Quartal ergab sich aus den Konjunkturumfragen ein Indikatorwert von -6.3 (revidiert von -6.1). Der KOF Beschäftigungsindikator erlaubt eine frühe Einschätzung der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Der Wert des Indikators ergibt sich aus den Einschätzungen von Unternehmen, die im Oktober von der KOF zu ihrer Beschäftigungssituation und ihren Planungen befragt wurden. Zurzeit ist die Zahl der Unternehmen grösser, welche die Zahl ihrer Beschäftigten als zu hoch einschätzt, als die Zahl jener, die diese als zu tief beurteilt. Für die nahe Zukunft planen die Unternehmen damit eher Stellen abzubauen als aufzubauen.
Ergebnisse nach Branchen
Die Arbeitsmarktlage
gestaltet sich in den meisten Branchen schwierig. Besonders trüb bleibt
die Lage im Ver-arbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe – in Branchen
also, die besonders unter der schwachen Exportentwicklung leiden.
Schleppend verläuft die Beschäftigungssituation auch bei den Banken und
neuerdings im Versicherungsgewerbe. Stabilisiert haben sich die
Beschäftigungsindikatoren im Gross- und Detailhandel. Trotzdem bleiben
die Beschäftigungsaussichten im Handel getrübt: Die Branchenindikatoren
im Gross- und Detailhandel sind klar im negativen Bereich, nachdem sie
im Vorquartal unter den Wert gefallen waren, den die Indikatoren während
der globalen Rezession im Jahr 2009 aufgewiesen hatten. Stützen dürfte
die Beschäftigungsentwicklung weiterhin die wissensintensiven
Dienstleistungsbranchen. Dazu zählen unter anderem das Verkehrswesen,
die Information und Kommunikation, das Grundstücks- und Wohnungswesen,
und das Gesundheits- und Sozialwesen.
