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Metall Zug: Digitalisierung des Alltags und städtebauliche Umsetzung Mittwoch, 18. November 2015 - 19:10

Medienmitteilung vom 18. November 2015

Digitalisierung des Alltags und städtebauliche Umsetzung

Zug, 18. November 2015 – Wie wirkt sich die fortschreitende Digitalisierung auf unseren Alltag und die Entwicklung der Stadt aus? Dieser Frage ging eine öffentliche Gesprächsrunde mit rund 140 Besuchern im ZUGORAMA der V-Zug nach. Die Gesprächsreihe "Zukunft Industrie Zug" von Metall Zug AG, Technologie Forum Zug und Zuger Wirtschaftskammer thematisierte verschiedene Fragen um die Entwicklung von Stadt, Gesellschaft und Industrie. Die V-Zug will mit einem Technologiecluster auf ihrem Areal einen Beitrag zur zukunftsorientierten Stadtentwicklung leisten.

Der Zukunftsforscher und Leiter des Think Tanks W.I.R.E., Stephan Sigrist, zeigte Chancen und Risiken in der Zukunft des Alltags auf: Das Internet der Dinge führe zu einer stärkeren Vermessung und Vereinfachung des Alltags. Die täglich genutzten Produkte und Dienstleistungen würden dadurch massgeschneidert. Parallel dazu werde die Arbeit weiter automatisiert, repetitive Tätigkeiten verdrängt zugunsten von kreativen Jobs und solchen, bei denen Empathie und zwischenmenschliche Kontakte im Vordergrund stehen. Durch Sharing-Modelle, also das Teilen von Produkten und Dienstleistungen mit anderen, werde der Alltag weiter ökonomisiert. Allerdings könne die permanente Selbstmessung auch mehr Stress im Alltag verursachen. Die zunehmende Datenflut führe nicht unbedingt zu besseren Entscheiden.

Sigrist empfahl, dass wir unsere Zukunft selbst gestalten sollen. Innovationen müssten auf den Menschen ausgerichtet werden und einem Bedürfnis entsprechen. Der Zukunftsforscher appellierte an mehr Menschenverstand trotz oder gerade wegen des Digitalisierungszeitalters.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion kritisierte die Publizistin Klara Obermüller, dass trotz der demografischen Entwicklung zu wenig altersgerecht gebaut werde. Die grünliberale Gemeinderätin der Stadt Zug, Michèle Kottelat, vermisste in der Stadt Zug zukunftsorientiertes Bauen. Architekt und Dozent Andreas Hofer sah Städte wie Zürich in einer Vorreiterrolle, weil deren Bevölkerung reich und alt ist. Sie kann sich die Trends leisten. Einen solchen Trend sah Otmar Hofer, Unternehmensleiter der Bischofszell Nahrungsmittel AG, in der Entindustrialisierung. Die Leute wollten wieder lokal produzierte Nahrungsmittel oder zögen ihr Gemüse sogar selber.

Moderator Marco Meier wollte wissen, wie die Entwicklung in die richtige Richtung gelenkt werden könne. Stephan Sigrist gab zu bedenken, dass es schwierig sei Nützliches von Unnützem zu trennen, solange das Potenzial noch gar nicht eingeschätzt werden könne. Klara Obermüller fasste pragmatisch zusammen: "Smarte Technologie verlangt nach smarten Nutzern. Nicht was die Technik kann ist entscheidend, sondern was wir brauchen".

Jürg Werner, CEO der Metall Zug AG und Gastgeber des Anlasses, nahm aus dem Abend einen Eindruck dessen mit, was die Haushalte in Zukunft von Firmen wie Metall Zug und V-Zug als Hersteller und Dienstleister erwarten. Die weitere Entwicklung des Technologieclusters Zug auf dem Areal der V-Zug wird die Inputs aus der fünfteiligen Gesprächsreihe "Zukunft Industrie Zug" berücksichtigen. Werner kündigte deshalb den rund 140 Besuchern an: "Wir werden zu gegebener Zeit wieder auf Sie zukommen". Denn die zukunftsgerichtete städtebauliche Entwicklung hält noch einige Herausforderungen bereit, um den Industriestandort zu sichern, einen gesunden Branchenmix zu ermöglichen sowie Wohnen und Arbeiten näher zusammen zu führen.