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KOF Konjunkturbarometer: Leicht eingetrübte Aussichten Montag, 30. November 2015 - 09:02

Das KOF Konjunkturbarometer steht im November 2015 mit einem Wert von 97.9 erstmals seit April des laufenden Jahres wieder klar unterhalb seines langjährigen Durchschnitts. Gegenüber Oktober fiel es um 2.5 Punkte (von einem revidierten Stand von 100.4). Die Konjunkturaussichten für die Schweizer Wirtschaft haben sich gemäss dem Konjunkturbarometer zuletzt etwas eingetrübt.

Der Rückgang des Barometers im November ist massgeblich durch eine deutliche Eintrübung der Stimmung bei den Indikatoren zur Schweizer Industrie getrieben. Ebenfalls negative Effekte, wenngleich wesentlich geringere, kommen von den Indikatoren mit Bezug zu den Exporten. Im Gegensatz dazu haben die Indikatoren zum Baugewerbe den Fall des Barometers gebremst. Keine nennenswerten Signale kamen aus den Bereichen Finanzwirtschaft und Gastgewerbe. Innerhalb der Industrie haben sich vor allem die Perspektiven im Bereich Metalle verschlechtert, gefolgt von der Elektroindustrie.

Bei Betrachtung der unterschiedlichen Indikatoren zeigt sich, dass sich insbesondere die weitgefassten Einschätzungen zur Geschäftslage verschlechtert haben. Im Detail haben sich besonders die Einschätzungen zum Ertrag, zur Beschäftigung und zu den technischen Kapazitäten negativ ausgewirkt. Der Frankenschock bereitet den Industrieunternehmen offensichtlich weiterhin Probleme.

KOF Konjunkturbarometer und Referenzzeitreihe: Jährliches Update
Im September 2015 fand das jährliche Update des KOF Konjunkturbarometers statt. Das Update betrifft dabei folgende Schritte: Neudefinition des Pools der Indikatoren, die in die Auswahlprozedur eingehen, Update der Referenzzeitreihe, eine neue Ausführung des Selektionsmechanismus für die Variablenselektion sowie eine technische Anpassung, wie mit fehlenden Monatswerten von Quartalsvariablen umgegangen wird. Im Vergleich zu den 479 Indikatoren, die im Oktober 2014 im Variablenselektionsprozess ausgewählt wurden, besteht der aktuelle Pool aus 420 Indikatoren. Der Rückgang geht auf das Ausscheiden von KOF Umfragen in Bezug auf Preise und monatliche Änderungen in den Lagern zurück. Bei der aufdatierten Referenzzeitreihe handelt es sich um die geglättete Verlaufswachstumsrate des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) gemäss der neuen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ESVG 2010, die Ende August 2015 veröffentlicht wurde. Diese wiederum basiert auf der Veröffentlichung des Vorjahres-BIP durch das Bundesamt für Statistik. Als Resultat der Variablenselektion basiert das aufdatierte KOF Konjunkturbarometer nunmehr auf 238 Indikatoren (gegenüber 217 in der vorherigen Version). Diese werden über statistisch ermittelte Gewichte zu einem Gesamtindikator zusammengefasst. Zusätzlich führen wir gleichzeitig mit dem Update der Indikatoren auch eine leichte Modifizierung bei der Behandlung von Variablen, die nur vierteljährliche Werte aufweisen, ein. Anstelle des «Einfrierens» dieser Werte auf dem Stand des vorherigen Quartals bis zur nächsten Veröffentlichung implementieren wir eine statistische Prozedur, welche die Werte monatlich interpoliert. Hierzu benutzen wir Informationen, die in allen anderen Variablen, die monatlich zur Verfügung stehen, enthalten sind.

Medienmitteilung_Konjunkturbarometer_2015_11