SonntagsZeitung BörsenBlog: USA werden zum grossen Risiko für die Weltwirtschaft - Eine mehrjährige Stagnation könnte ausbrechen, Anleger sollten Aktien untergewichten - Logitech-Leerverkäufer werfen Handtuch...! Sonntag, 06. März 2016 - 00:26
Eurozone bleibt angeschlagen
Mario Draghis letzter Walzer wird am Donnerstag im EZB-Direktorium gespielt. Selbst die erwartete Zinssenkung auf minus 0,40 Prozent wird das Wirtschaftswachstum der angeschlagenen Eurozone nicht wieder ankurbeln. Verpasst es die EZB, den Märkten den dringend benötigten Vertrauensschub zu verschaffen, werden die Wachstums- und Gewinnerwartungen für die europäischen Unternehmen hinfällig. Dann fallen die Aktienmärkte wieder in den Korrekturmodus zurück. Eine mehrjährige wirtschaftliche Stagnation könnte die Folge sein. Die Risiken für Privatanleger, die Aktien besitzen, sind überdurchschnittlich gross. Sie sollten Aktien in ihrem Portfolio untergewichten. Aktienpositionen senken
Vietnam eröffnet Derivatebörse
Schwellenländer haben in den letzten Wochen eine steigende Wertschätzung erhalten, bieten sie doch, verglichen mit den Industrienationen wie den USA, solides Wachstum. Vietnam beispielsweise entwickelt sich zu einem erstklassigen Finanzplatz. Mit der bevorstehenden Fusion der Börsen von Hanoi und Ho Chi Minh City entsteht ein zentraler Handelsplatz. Vietnam eröffnet dieses Jahr auch eine Derivatebörse. Japanische Grossanleger investieren im grossen Stil in diesen Wachstumsmarkt. Eine gute Partizipationsmöglichkeit stellt der AFC Asia Frontier Fund (Valorennummer 23095153) dar, der vom Schweizer Andreas Vogelsanger gemanagt wird. Der Fonds schneidet seit zwei Jahren deutlich besser ab als der MSCI Frontier Markets Index und der MSCI World Index. Kaufen
Bessere Perspektiven für Logitech
Die Aktien von Logitech werden von Leerverkäufern gesucht, die ihre Positionen mit Deckungskäufen ausgleichen. Offenbar sorgen die Produktefantasien für Kaufinteresse. Die von der US-Fachpresse als brillant gelobten Mobilprodukte verschaffen Logitech wieder bessere Perspektiven. Weil die Deckungskäufe bereits wieder leicht zurückgehen, wird die Aktie in den nächsten Wochen etwas an Wert verlieren. Die Grossbanken UBS und Credit Suisse glauben aber, dass sie in den nächsten zwölf Monaten 15 bis 20 Prozent zulegen wird. Halten und geniessen
Run auf AMS-Titel
Die Aktien von AMS (vormals Austria Microsystems) werden seit Tagen von spekulativen Käufern gesucht. Sie glauben, dass AMS von Samsung einen grossen, bisher nicht öffentlich gemachten Auftrag erhalten hat, um das neue Samsung-Mobiltelefon mit Halbleitern zu bestücken. Die zuletzt in den AMS-Inhaberaktien aktiven Leerverkäufer rennen den Titeln seit Tagen nach. Unter Händlern wächst die Zuversicht, dass die AMS-Titel bis auf 35 Franken durchmarschieren werden.
Technologieliebhaberkönnen kaufen
Kudelski trumpft auf
Der Technologiekonzern Kudelski profitiert von der Beilegung des Rechtsstreits mit Verizon. Die Wachstumschancen verstärken sich, nachdem Kudelski vergangene Woche eine Partnerschaft mit dem auf Cybersecurity spezialisierten US-Unternehmen RSA abgeschlossen hat. Die Gesellschaft wird auf Jahre hinaus mit Wachstum trumpfen. Kaufen
Wachstumsfantasien
Die Basilea-Aktien sind wieder vermehrt gefragt. Sie notieren 25 Prozent über dem Jahrestief. Vergangene Woche wurden an zwei Handelstagen je 100 000 Aktien gekauft. Am Markt wird deshalb spekuliert, dass Basilea bald eine neue internationale Partnerschaft abschliessen könnte. Nach der Kündigung durch Glaxo Smith Kline war der Aktienkurs von über 100 Franken abgestürzt. Gelingt es Basilea tatsächlich, für ihre Produkte einen neuen Partner zu finden, wird am Markt erwartet, dass der Kurs wieder über 100 Franken steigt. Wachstumsfantasien kommen zudem mit der Lancierung eines neuen Antipilzmittels in Deutschland und Grossbritannien auf. Als riskante Ergänzungsanlage kaufen
Konstanter Druck auf Sulzer
Sulzer erhielt als Quittung für die bald leere Kasse nach Ausschüttung der Sonderdividende eine Serie von Schätzungs- und Kurszielsenkungen. Die Tatsache, dass der traditionelle Industriekonzern zu einer Resterampe zu verkommen droht, schafft konstanten Druck. Mit der neuen Ausgangslage weist die Sulzer-Aktie nun Abwärts- statt Aufwärtspotenzial auf. Händler meinen, dass die Titel nur eine minimale Chance besitzen, den Kursrückgang aufzuholen, der bei Auszahlung der Sonderdividende entstehen wird. Aktie meiden
Grosser Abschreiber
Die Bank HSBC befürchtet beim Luxusgüterkonzern Richemont einen Abschreiber von 100 Millionen Euro. Die Auswechslung des Cartier-Chefs eröffne die Gelegenheit, die unverkauften Lagerbestände in Hongkong im laufenden Quartal abzuschreiben. Die Ungewissheit bremst den Titel vorderhand. Bis zu neuen Zahlen und Abschreibern abwarten
