Publiziert in: Marktpuls, Unternehmen
Frei

Das Repower-Ergebnis widerspiegelt den fundamentalen Umbau der Energielandschaft Dienstag, 05. April 2016 - 06:29

Abschluss 2015: Die gesunkenen Energiepreise an den internationalen Märkten und der ungünstige Wechselkurs €/CHF waren die prägenden Faktoren im Geschäftsjahr 2015, das mit einem EBIT von - 69 Millionen und einem Reinverlust von 136 Millionen Franken abschloss. Die Gesamtleistung der Repower-Gruppe sank 2015 um 17 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Franken. Bereinigt um Sondereinflüsse belief sich das EBIT auf 12 Millionen Franken, der EBITDA auf 59 Millionen Franken. Repower arbeitet an der Umsetzung der kommunizierten neuen strategischen Ausrichtung. Dabei wurden bereits erste Erfolge im Ausbau der Partnerstrategie und der Erschliessung neuer Geschäftsfelder erzielt.

Das Geschäftsumfeld blieb erwartungsgemäss auch 2015 äusserst anspruchsvoll. Der Preiszerfall an den Energiemärkten setzte sich weiter fort, und es ist absehbar, dass sich in den nächsten Jahren kaum eine Erholung einstellen wird. Zusammen mit dem starken Schweizer Franken belastete dies das Repower-Ergebnis 2015 massiv. Diese Effekte schlagen sich vor allem in einer weiterhin sinkenden Werthaltigkeit von Anlagen und Langfristverträgen, in weiter reduzierten Margen sowie in einer Belastung des Finanzergebnisses nieder. Erfreuliche Ergebnisbeiträge konnten in den regulierten Märkten (KEV, Grundversorgung, Netz, Windparks) erzielt werden.

Ergebnis beeinflusst durch Marktentwicklung und €-Kurs
Die Gesamtleistung der Repower-Gruppe sank 2015 um 17 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Franken. Das EBIT betrug - 69 Millionen Franken; darin enthalten sind unter anderem Wertminderungen auf Kraftwerksanlagen von 62 Millionen Franken, Wertanpassungen auf Forderungen von 12 Millionen Franken sowie Rückstellungen auf Langfristverträgen und weiteren kleineren Sondereinflüssen von insgesamt 7 Millionen Franken. Das Gruppenergebnis 2015 belief sich auf - 136 Millionen Franken, nachdem dieses im ersten Halbjahr 2015 bei - 115 Millionen Franken gelegen hatte. Dabei wirkten auch Fremdwährungseinflüsse und Bewertungseffekte von Zinsabsicherungen mit insgesamt – 57 Millionen Franken auf das Finanzergebnis. Der Cash Flow aus operativer Tätigkeit lag bei 17 Millionen Franken. Die Eigenkapital-Quote beträgt rund 33 Prozent. Die Nettoverschuldung ist leicht auf 270 Millionen Franken angestiegen; Massnahmen zur Senkung sind eingeleitet. So prüft Repower im Rahmen der im Dezember 2015 kommunizierten Strategieanpassung insbesondere verschiedene Devestitionen, mit denen in den nächsten 12 bis 24 Monaten insgesamt 60 – 80 Millionen Franken Cash-Zufluss zu realisieren sind (unter anderem Rumänien-Geschäft, Kraftwerk Teverola, Kernenergiebeteiligungen).  

«Diese Ergebnisse sind das Spiegelbild des unverändert schwierigen Umfelds und des fundamentalen Umbaus der Energielandschaft in Europa», kommentiert Repower-CEO Kurt Bobst den Geschäftsabschluss 2015. Und weiter: «Wir fühlen uns deshalb in unserer Arbeit bestärkt, die Dienstleistungskomponente der Repower-Gruppe konsequent weiter zu entwickeln». 

Stromabsatz praktisch konstant — Gasabsatz steigt

Der Stromabsatz bewegte sich mit rund 17,7 Terawattstunden minimal über dem Niveau des Vorjahres, wobei das Handelsgeschäft um 4 Prozent zulegte und sich bei Versorgung und Vertrieb ein leichter Rückgang von 3 Prozent ergab. Der Gasabsatz stieg erneut an (+16 Prozent) und belief sich insgesamt auf rund 2,5 Milliarden Kubikmeter. Der Vertrieb an Endkunden konnte um 6 Prozent gesteigert werden. Die Eigenproduktion aus Wasserkraft lag dank günstigen hydrologischen Bedingungen und dem guten Zustand der Kraftwerke über dem 10-jährigen Durchschnitt; eine rentable Verwertung war jedoch aufgrund der angespannten Marktlage nicht möglich.

Abhängigkeit vom Strompreis wird verringert
Repower arbeitet seit einigen Jahren daran, ihr Geschäft unabhängiger von den Energie-Marktpreisen zu machen und die administrativen Prozesse weiter zu vereinfachen. Im Dezember 2015 konnte in diesem Zusammenhang die neue Unternehmensstrategie kommuniziert werden. Dabei wurden folgende Schwerpunkte definiert:

  • Schrittweise Neupositionierung als Energie-Dienstleisterin;
  • Stärkung des Verkaufsgeschäfts;
  • Konzentration auf 100 Prozent erneuerbare Eigenproduktion;
  • Konzentration auf die Schlüsselmärkte Schweiz und Italien;
  • Prüfung des Verkaufs des Geschäfts in Rumänien, des Gas-Kombi-Kraftwerks Teverola und der Kernenergiebeteiligungen;
  • Bereinigung der Kapitalstruktur (Dekotierung und Schaffung von Einheitsnamenaktien).

Derzeit wird intensiv an diesen Projekten gearbeitet.

Ebenfalls im Rahmen der Strategieumsetzung wurde eine Zusammenarbeit mit der Reichmuth Infrastruktur Schweiz AG vereinbart: Auf Basis eines innovativen Finanzierungs- und Betriebskonzepts wird Reichmuth die Erneuerung des Kleinkraftwerks Morteratsch in Pontresina zu einem wesentlichen Teil finanzieren und die Mehrheit an der neu zu gründenden «Kraftwerk Morteratsch AG» halten. Bau und Betrieb der Anlage liegen in der Verantwortung von Repower. 

Neue Geschäftsfelder erschlossen
Erste Erfolge auf dem Weg zur Neupositionierung zeigten sich bereits in den vergangenen Monaten. So konnte das Geschäft für Dritte ausgebaut werden: Repower arbeitet gewinnbringend an einer Reihe von Unterhalts- und Planungsaufträgen für andere Energieunternehmungen oder bedient diese mit Energiedienstleistungen. Das Kunden- und Partnernetz wurde ebenfalls erweitert, die Marktstellung in der Schweiz konnte entsprechend gestärkt werden. Repower wird diese Partnerschaftsstrategie weiter entwickeln. Neue Geschäftsfelder werden mit dem Aufbau zusätzlicher Dienstleistungen, zum Beispiel im Bereich der Elektromobilität, erschlossen: Ziel ist es, solche Angebote nicht nur direkt zu vertreiben, sondern auch anderen Partnern zugänglich zu machen. 2015 entwickelte Repower den ersten echten Smart-Grid-Tarif der Schweiz: Als Smartpower wird er unterdessen mit einer Anzahl Kunden getestet. Im beidseitigen Nutzen soll der Kunde unterstützt werden, das Verbrauchsverhalten so anzupassen, dass die Ziele der Energiewende besser erreicht und die Netzbelastung ausgeglichener werden. Im Jahr 2015 konnten die Dienstleistungserträge von 17 auf 22 Millionen Franken gesteigert werden. Durch den Ausbau des Produktportfolios sowie eine ausgebaute Marktpräsenz sollen die Erträge aus Dienstleistungen bis im Jahr 2020 auf über 30 Millionen Franken gesteigert werden.  

ElCom bestätigt Positionen von Repower
In den letzten Jahren stand Repower in sehr intensiven Gesprächen mit der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom), welche eine Überprüfung von Energie- und Netzpreisen vergangener Jahre vornahm. Die Bereitstellung der entsprechenden Dokumentationen war mit erheblichem Aufwand verbunden. Die Verfügung der ElCom stützt erfreulicherweise bei den Netztarifen die Positionen von Repower. Mit regulierten Geschäftsaktivitäten ist im Berichtsjahr 2015 ein EBIT von rund 22 Millionen Franken erwirtschaftet worden. Mit dem geplanten weiteren Ausbau dieser Geschäftsfelder (insbesondere durch Einbringung von bestehenden Kraftwerken in das KEV-Regime) erwartet Repower in den nächsten Jahren eine weitere Zunahme von regulierten Ergebnisbeiträgen.  

160 PALINA in Italien installiert
Erfreulich entwickelte sich auch das Vertriebsgeschäft in Italien: Innovative, massgeschneiderte Angebote für die Kunden stossen auf beachtliches Interesse. So konnte den Kunden einerseits 5 Prozent mehr Strom und 6 Prozent mehr Gas verkauft werden. Anderseits wurden bereits über 160 PALINA-Ladestationen installiert, dies im Zusammenhang mit dem Grünstromprodukt Verde Dentro. Insbesondere an KMU richten sich 2015 eingeführte Tools, die den Kunden helfen, ihre Energieeffizienz zu verbessern.

Bei der Produkteentwicklung und Markterschliessung profitiert Repower nicht nur von einer engen Zusammenarbeit zwischen ihren Teams in Italien und der Schweiz, sondern auch von einer bewussten Förderung des New-Tech-Geistes in der Unternehmung.

Anträge des Verwaltungsrates
Im Sinne der Stärkung der Unternehmung hat der Verwaltungsrat beschlossen, der am 12. Mai 2016 in Landquart stattfindenden Generalversammlung zu beantragen, auch dieses Jahr auf die Auszahlung einer Dividende zu verzichten.

Der Verwaltungsrat wird von 12 auf 8 Mitglieder verkleinert. Daher verzichten Dr. Myriam Meyer Stutz, Domenico De Luca, Roger Vetsch und Peter Molinari auf eine Wiederwahl. Die übrigen Mitglieder des VR werden zur Wiederwahl vorgeschlagen.

Ausblick
Die Repower-Ergebnisse werden in den nächsten Jahren von zwei gegenläufigen Effekten geprägt sein. Einerseits belasten insbesondere die Bezugsverpflichtungen unter den Langfristverträgen bis zu deren Auslaufen die Ergebnisse, und die weiter gefallenen Energiepreise schliessen weitere Wertminderungen auf den Kraftwerksanlagen sowie weitere Rückstellungen auf den Langfristverträgen nicht aus. Auf der anderen Seite werden die Anpassungen des Geschäftsmodells, die Erschliessung neuer Geschäftsfelder, weitere Effizienzsteigerungen, Fortschritte in der Partnerschaftsstrategie und der Umbau zur verkaufsorientierten Dienstleistungsunternehmung schrittweise positive Wirkungen entfalten. Repower geht davon aus, dass die operativen Ergebnisse auf Stufe EBIT im Jahr 2016 in einem ähnlichen Bereich wie letztes Jahr (vor Sonderfaktoren) liegen werden. 

«Repower hat auf verschiedenen Ebenen Massnahmen eingeleitet und teilweise bereits umgesetzt, um sich auf dem Markt neu zu positionieren, die Ertragskraft zu steigern und neue Märkte zu erschliessen», sagt CEO Kurt Bobst im Hinblick auf die Zukunft. «Und auch dank motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, einem innovativen Unternehmensspirit und kurzen Entscheidungswegen ist Repower gut gerüstet, sich den neuen Marktanforderungen zu stellen, veränderte Kundenbedürfnisse rasch aufzunehmen und in attraktive Lösungen umzusetzen.»

 

Repower-Papiere bleiben handelbar

Die Repower-Inhaberaktien (Valoren-Nr. 1640583) und Partizipationsscheine (Valoren-Nr. 1640584) bleiben noch bis 28. April 2016 an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert. Anschliessend werden sie dekotiert. Der Generalversammlung vom 12. Mai 2016 wird zudem vorgeschlagen, die jetzigen Repower-Papier je im Verhältnis 1:1 in Einheitsnamenaktien umzuwandeln.

Ab dem 29. April 2016 wird der Handel mit den Repower-Inhaberaktien und Partizipationsscheinen an die BEKB OTC-X übertragen (https://www.otc-x.ch/; Handelszeit Montag bis Freitag 8 bis 17 Uhr). Der Handel bleibt somit unterbruchslos sichergestellt.

An der BEKB OTC-X sind die Titel von über 300 der rund 400 ausserbörslich gehandelten Schweizer Aktiengesellschaften präsent, darunter eine ganze Reihe grösserer namhafter Unternehmungen.

Handelsaufträge können wie bisher über die gewohnten Ansprechpartner der Hausbank abgewickelt werden.

Unter Vorbehalt des Entscheids der Repower-Generalversammlung vom 12. Mai 2016 betreffend Umwandlung in Einheitsnamenaktien, werden die Inhaberaktien und Partizipationsscheine letztmals am 20. Mai 2016 auf der BEKB OTC-X gehandelt. Anschliessend werden sie automatisch im Verhältnis 1:1 in Einheitsnamenaktien umgewandelt. Ab dem 23. Mai 2016 findet dann der Handel der neuen Titel statt (unter neuer Valoren-Nr). Aktionäre, die ihre Titel in Bankdepots halten, müssen nichts unternehmen. Aktionäre, die ihre Titel zuhause oder in einem Banksafe verwahren, sind gebeten, diese rechtzeitig vor der Generalversammlung im Hinblick auf die Einführung der Einheitsnamenaktien bei einer Bank einzureichen.

 

Hinweise:

  • Der vollständige Geschäftsbericht 2015 ist auf der Repower-Webseite unter www.repower.com/investorseinsehbar. Dort findet sich ab ca. 10 Uhr auch eine Dokumentation mit zusätzlichen Informationen zum Jahresabschluss 2015. Der Online-Report findet sich unter onlinereport.repower.com.
  • Repower präsentiert ihren Geschäftsbericht 2015 am 5. April 2016 an einer Medienkonferenz in Chur und an einem Investoren- und Analystenmeeting in Zürich. Die Einladungen sind separat erfolgt.
  • Die Generalversammlung findet am 12. Mai 2016 in Landquart statt.
  • Diese Medienmitteilung erscheint in deutscher, italienischer, englischer und rumänischer Sprache. Im Falle unterschiedlicher Interpretationen ist der deutsche Text massgeblich.
  • In diesem Text werden Erwartungen und Annahmen über mögliche Zukunftsentwicklungen geäussert. Diese Aussagen sind Unsicherheiten und Risiken unterworfen. Somit kann die tatsächliche Entwicklung von den hier formulierten Feststelllungen abweichen.


Kontakt:


Kurt Bobst
CEO
T +41 81 839 7111
M +41 79 221 4655
kurt.bobst@repower.com

Stefan Kessler
CFO
T +41 81 839 7111
M +41 78 774 1419
stefan.kessler@repower.com

Werner Steinmann
Leiter Medienstelle
T  +41 81 839 7111
M  +41 79 831 5213
werner.steinmann@repower.com


www.repower.com

Ihr Kontakt

Werner Steinmann
Leiter Medienstelle

T +41 81 839 7111
F +41 81 839 7299