Studie der Credit Suisse zum Finanzplatz Schweiz – Ausgabe 2016 Freitag, 17. Juni 2016 - 13:07
17.06.2016
Trends, Erfolgsfaktoren und Handlungsempfehlungen
Die Studie stellt die für den Finanzplatz Schweiz relevanten
Entwicklungen der letzten zwei Jahre dar, vergleicht die Positionierung
internationaler Finanzplätze und geht auf wichtige Trends ein. So haben
sich die in den Vorjahren identifizierten Trends zu grossen Teilen
bestätigt und teilweise gar deutlich akzentuiert. So gehören unter
anderem nach wie vor das anhaltende Wachstum der zu verwaltenden
Vermögen in aufstrebenden asiatischen Länder und die Digitalisierung im
Bankgeschäft zu den wichtigsten Trends. Nachhaltiges Investieren
verzeichnete in den vergangenen Jahren ein konstantes Wachstum, wovon
auch der Schweizer Finanzplatz profitiert.From these trends, several
central future success factors for the Swiss financial center can be
identified:
Daraus können zukünftige zentrale Erfolgsfaktoren für den Finanzplatz Schweiz abgeleitet werden:
- Konstruktiver Umgang mit dem Tiefzinsumfeld
- Pragmatische Regulierung
- Sicherstellung und Verbesserung des Marktzugangs im Ausland
- Weitere Erhöhung der allgemeinen Standortattraktivität
- Erfolgreiche Bewältigung der Digitalisierung
- Stärkere Verankerung der Nachhaltigkeit in der Geschäftstätigkeit
Fokus auf den Einfluss negativer Zinsen
Im Hinblick auf das makroökonomische Umfeld kann festgehalten
werden, dass die Tiefzins- gar in eine Negativzinsphase übergegangen
ist, weshalb das Tief- bzw. Negativzinsumfeldund ihre
Auswirkungen in der Studie vertieft betrachtet werden. Denn die
Negativzinsen verändern das Verhalten von CHF-Investoren und Banken. Ein
besonderes Augenmerk im Zusammenhang mit der Negativzinspolitik gilt
zudem dem Immobilienmarkt und den Reduktionen bei
Pensionskassenleistungen.
Schweizer «Too Big to Fail»-Regelwerk international führend
Die regulatorischen Standards für Banken wurden weltweit deutlich
verschärft. Das Schweizer «Too Big to Fail»-Regelwerk ist international
führend – dies gilt für die Schweizer Anforderungen sowohl im
risikogewichteten Bereich als auch in Bezug auf den Vergleich zur
Bilanzgrösse. Aufgrund des zusätzlich nötigen Abwicklungskapitals wird
ein Bail-out durch die Steuerzahler daher noch unwahrscheinlicher. Zudem
haben sich die Grossbankbilanzen deutlich verkleinert. Auch im Bereich
des automatischen Informationsaustauschs implementiert die Schweiz die
neuen Regeln zügig und umfassend, während hinsichtlich der
Modernisierung der Finanzmarktregulierung die letzte Etappe noch
ansteht.
Folgerichtig ist die Gründung einer eigenständigen Schweizer
Rechtseinheit – inklusive der systemrelevanten Funktionen – bei beiden
Grossbanken in Umsetzung. Für die Credit Suisse ist der Schweizer
Heimmarkt von zentraler Bedeutung, wie Thomas Gottstein, CEO Swiss
Universal Bank der Credit Suisse, bekräftigt: «Die durch die Studie
aufgezeigten Trends bestätigen unsere Strategie. Wir möchten eine
sichere, gut kapitalisierte Bank mit klarem Schweizer Fokus sein, die
aber dennoch global vernetzt bleibt. Das ist von zentraler Bedeutung, um
die Schweizer Wirtschaft, Firmen und Unternehmer erfolgreich zu
beraten; wir wollen eine «Bank für Unternehmer» sein.»
Positionierung in Bezug auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit zentral
In einem von äusserst niedrigen Zinsen und verschärfter Regulierung
geprägten Umfeld gilt es für die Schweizer Banken, neue Geschäftsfelder
zu suchen. Insbesondere die weiter voranschreitendeDigitalisierung
eröffnet Möglichkeiten. Die Digitalisierung im Finanzwesen wird das
Bankgeschäft verändern: Vom Zahlungsverkehr über digitale Handels- und
Beratungsplattformen bis hin zu virtuellen Währungen und der Anwendung
im Compliance-Bereich (RegTech). Künftig zu erwarten sind eine
Rationalisierung der Prozesse im Bankensektor sowie eine Konsolidierung
bzw. Veränderung der Vertriebswege. Auch wird sich die
Kunden-Bank-Beziehung durch die Stärkung der Position des Kunden
nachhaltig verändern. Es bedarf fortgesetzter konzertierter
Anstrengungen, um die Schweiz im Bereich der Digitalisierung
international verstärkt auf die Landkarte zu bringen, denn noch sind die
FinTech-Initiativen hierzulande vergleichsweise fragmentiert.
Die Nachhaltigkeit und die daraus resultierenden Geschäftsmöglichkeiten
im Finanzbereich, welches ein zunehmend wichtiger werdendes Thema
darstellt, wird in der aktuellen Studie zum ersten Mal vertieft
analysiert. Die Schweiz ist gut aufgestellt, um von den entsprechenden
Trends zu profitieren und sollte diese nutzen, um ihre international
anerkannte Stellung in der nachhaltigen Finanzwirtschaft weiter zu
stärken. Im Unterschied zu anderen Finanzplätzen kommt in der Schweiz
den Privatanlegern im Bereich Nachhaltigkeit eine vergleichsweise grosse
Bedeutung zu. Die Erhöhung des Anteils institutioneller Anleger stellt
denn auch eine bedeutende Wachstumsmöglichkeit dar. Die Schweiz kann
dabei auf besondere Stärken, namentlich auf dem Gebiet der Mikrofinanz
und in anderen Bereichen des sogenannten Impact Investing, aufbauen. Mit
Swiss Sustainable Finance steht nun auch in diesem Bereich eine
entsprechende Plattform zur Verfügung.
Nach einem kurzen Blick auf ausgewählte internationale Finanzzentren
runden konkrete Handlungsempfehlungen, gegliedert nach Empfehlungen an
Regierung, Parlament und Aufsichtsbehörden einerseits sowie Banken und
Wirtschaft andererseits, die Publikation ab.
Die diesjährige Ausgabe der Studie «Finanzplatz Schweiz» ist im Internet in Deutsch, Französisch und Englisch verfügbar unter: Studie der Credit Suisse zum Finanzplatz Schweiz (Schweizer Wirtschaft)
Credit Suisse AG
Die Credit Suisse AG ist einer der weltweit führenden
Finanzdienstleister und gehört zur Unternehmensgruppe der Credit Suisse
(nachfolgend «die Credit Suisse»). Als integrierte Bank kann die Credit
Suisse ihren Kunden ihre Expertise aus Private Banking, Investment
Banking und Asset Management aus einer Hand anbieten. Die Credit Suisse
bietet Unternehmen, institutionellen Kunden und vermögenden Privatkunden
weltweit sowie Retailkunden in der Schweiz fachspezifische Beratung,
umfassende Lösungen und innovative Produkte. Die Credit Suisse mit
Hauptsitz in Zürich ist in über 50 Ländern tätig und beschäftigt etwa
47‘760 Mitarbeitende. Die Namenaktien (CSGN) der Credit Suisse Group AG,
der Muttergesellschaft der Credit Suisse, sind in der Schweiz sowie, in
Form von American Depositary Shares (CS), in New York kotiert. Weitere
Informationen über die Credit Suisse finden Sie unter
www.credit-suisse.com.
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