Bauindex Schweiz für das 1. Quartal 2013: Das Volumenwachstum flacht ab Mittwoch, 27. Februar 2013 - 09:30
Das Volumenwachstum flacht ab
Bauindex Schweiz für das 1. Quartal 2013
Der Bauindex stagniert im 1. Quartal 2013 bei 132 Punkten. Keine Bausparte lässt eindeutige Wachstumsimpulse erkennen. Im Tiefbau stehen der hohen Nachfrage nach Infrastrukturbauten auslaufende Grossprojekte und langfristig unsichere Finanzierungen gegenüber. Im Hochbau erfreut der Wirtschaftsbau zwar mit wiederkehrender Zuversicht, doch im Wohnungsbau könnten die Signale nicht widersprüchlicher sein. Die Indexkomponente verliert wiederholt sowohl gegenüber dem Vorquartal (-2.5%) als auch gegenüber dem Vorjahr (-1.5%). Mit diesem Zwischentief steht sie im Widerspruch zu zentralen Indikatoren, die der Wohnungsproduktion ein hohes Wachstumspotenzial attestieren: 2012 erhielten das zweite Jahr in Folge knapp 52'000 Wohnungen eine Baubewilligung. Zudem befanden sich im 3. Quartal 2012 mehr als 75'000 Wohnungen und damit die 1.6-fache Produktion des Jahres 2011 im Bau. Der Auftragsbestand kletterte im Wohnungsbau (Bauhauptgewerbe) im 3. Quartal auf 3.3 Mrd. CHF, was dem doppelten Quartalsumsatz entspricht und für einen stattlichen Arbeitsvorrat sorgt. Der Rückgang der Indexkomponente Wohnungsbau zeigt, dass dieses Wachstumspotenzial derzeit nicht ausgeschöpft wird. Das Wohnungsangebot bleibt hinter der Nachfrage zurück, die Immobilienpreise steigen und signalisieren Entwicklern, weitere Projekte in Angriff zu nehmen.
Der Bauindex von Credit Suisse und SBV

Die Credit Suisse und der SBV haben am 25. November 2009 gemeinsam den Bauindex Schweiz lanciert, der quartalsweise erscheint. Der Indikator basiert unter anderem auf der periodischen Erhebung des SBV bei seinen Mitgliedern.
Aufgrund seiner Grösse und seiner Binnenorientierung gibt der Bausektor wichtige Impulse für die Schweizer Konjunktur und ist zudem ein dominierender Wirtschaftszweig in zahlreichen Kantonen. Mit rund 290'000 Beschäftigten stellt die Branche 30% aller Beschäftigten im zweiten Sektor und trägt über 5% zur Wertschöpfung des Landes bei. Der neue Bauindex Schweiz von Credit Suisse und SBV prognostiziert den Umsatz im Schweizer Bauhauptgewerbe für das laufende Quartal und lässt Trends erkennen. Er wird in Zukunft somit als bedeutender Indikator für die aktuelle Baukonjunktur in der Schweiz dienen.
Verbesserung der Transparenz im Bau
Fehlende, unvollständige oder wenig transparente Daten im Schweizer Baumarkt hatten in der Vergangenheit teilweise weitreichende Konsequenzen für den Immobilienmarkt. Weil entsprechende Indikatoren nicht vorhanden waren, wurden Fehlentwicklungen – beispielsweise im Vorfeld der Immobilienkrise der Neunzigerjahre – oft zu spät erkannt, was zu Fehlallokationen von Investitionen führte. Obwohl sich seither die Informationslage verbessert hat, ist es weiterhin schwierig, aus der Vielfalt von Einzelinformationen und den häufig gegenläufigen Trends der Bausparten ein klares Bild über den Konjunkturverlauf im Baugewerbe zu gewinnen. Zudem liefern die bisher verfügbaren Indikatoren oft widersprüchliche Signale.
Diese Defizite sollen mit Hilfe des neuen Index abgebaut werden. Der Bauindex Schweiz stellt interessierten Kreisen die wichtigsten Informationen über den Konjunkturverlauf in der Baubranche und ihren verschiedenen Sparten auf einen Blick zur Verfügung und erhöht dadurch die Transparenz im Bau. Als gleichlaufender bis leicht vorlaufender Indikator liefert der Index nicht nur sehr zeitnahe Zahlen zum Bauhauptgewerbe, sondern gibt auch Hinweise auf bevorstehende Entwicklungen in diesem Sektor.
