Credit Suisse «Global Economic Monitor»: Unspektakuläres, aber robustes globales Wachstum Dienstag, 18. Oktober 2016 - 09:00
In ihrem aktuellen «Global Economic Monitor» zeichnen die Ökonomen der Credit Suisse das Bild einer Weltwirtschaft mit gedämpften Wachstumsaussichten. Die gute Botschaft ist, dass das britische EU-Referendum bisher kaum negative Auswirkungen auf die Wirtschaftsdaten hatte. Weniger positiv: Nach wie vor gibt es grosse Ungleichgewichte, besonders in Form hoher öffentlicher und privater Schulden. Zusammen mit demografischen Trends belasten sie den längerfristigen Ausblick für die Weltwirtschaft. Da der Abbau dieser Ungleichgewichte wohl noch mehrere Jahre dauern wird, dürfte 2017 voraussichtlich als ein weiteres Jahr mit vergleichsweise verhaltenem Wachstum in Erinnerung bleiben.
Das Wachstum der Weltwirtschaft ist derzeit so gering wie seit der 2007 ausgebrochenen Finanzkrise nicht mehr und liegt deutlich unter dem Trend der letzten drei Jahrzehnte. In den letzten Jahren verzeichneten die Industrieländer trotz expansiver Geldpolitik und tiefer Realzinsen nur ein vergleichsweise verhaltenes Wachstum. Nicht überraschend wird zusehends die Wirksamkeit der Geldpolitik in Frage gestellt. Überdies ertönen angesichts der weiterhin schwachen gesamtwirtschaftlichen Nachfrage immer mehr Forderungen nach weiteren fiskalpolitischen Impulsen. Die Ökonomen der Credit Suisse zeigen jedoch, dass es sich beim «grossen fiskalischen Schub» bislang mehr um Worte als Taten handelt.
Trotzdem erwarten die Ökonomen der Credit Suisse eine leichte Zunahme des globalen Wachstums, weil die bremsende Wirkung grosser Schwellenländer – vor allem Brasiliens und Russlands – nachlässt. Die Industrieländer werden auch künftig meist entsprechend ihrem Potenzial wachsen, wobei sich die geldpolitische Divergenz angesichts der unterschiedlich fortgeschrittenen wirtschaftlichen Erholung fortsetzen dürfte. Vor dem Hintergrund grosser Ungleichgewichte – insbesondere in Form hoher und oft weiter steigenden öffentlicher wie privater Schulden sowie ungünstiger demografischer Trends – gehen die Ökonomen davon aus, dass der Weltwirtschaft noch Jahre mit relativ unspektakulärem Wachstum bevorstehen.
Unterschiedliche Facetten der Weltwirtschaft in einer Publikation
Die aktuelle Ausgabe des «Global Economic Monitor» umfasst unter anderem:
Ein nüchterner Blick auf die Prognosen der Ökonomen
Die Wachstumsprognosen zu Jahresbeginn erwiesen sich in den letzten fünf Jahren jeweils als deutlich überhöht und mussten später nach unten korrigiert werden. Dennoch verdient die Prognose der Ökonomen der Credit Suisse, die ein «unspektakuläres, aber robustes globales Wachstum» vorhersagen, mehr Vertrauen.
Kontakt: Oliver Adler, Leiter Economic Research
Tel. +41 444 333 09 61
Unspektakuläres, aber robustes globales Wachstum
Im globalen Ausblick gehen die Credit Suisse-Ökonomen für 2017 von einem etwas höheren Wachstum der Weltwirtschaft aus. Die Gesamtinflation dürfte aufgrund höherer Energiepreise in vielen Industrieländern steigen, doch die gedämpfte Kerninflation deutet daraufhin, dass es bei der lockeren Geldpolitik bleibt.
Kontakt: Björn Eberhardt, Leiter Global Macroeconomics Research
Tel. +41 444 333 57 43
Der steinige Weg in Richtung Helikoptergeld
Für Länder, die in einer Liquiditätsfalle stecken, halten die Ökonomen der Credit Suisse Helikoptergeld für eine wirksame Möglichkeit, das nominale BIP zu steigern. Die Einführung von Helikoptergeld dürfte aber sehr langsam und zögernd verlaufen, da sie schwierige politische Entscheidungen zur Verstärkung der fiskalischen Impulse erfordert.
Kontakt: Damian Künzi, Senior Economist Global Macro Research
Tel. +41 444 333 32 84
Umfassende fiskalpolitische Stimuli: mehr Worte als Taten
In vielen Industrieländern gibt es Argumente für fiskalische Impulse, doch im grossen Stil werden sie wohl nicht kommen. Am unwahrscheinlichsten sind sie dort, wo der Bedarf am grössten ist: in der Eurozone.
Kontakt: Philipp Waeber, Senior Economist Global Macro Research
Tel. +41 444 333 28 08
Die Publikation «Global Economic Monitor» ist auf Deutsch und Englisch verfügbar und erscheint vierteljährlich. Die nächste Ausgabe kommt im Januar 2017.
Credit Suisse AG
Die Credit Suisse AG ist einer der weltweit führenden Finanzdienstleister und gehört zur Unternehmensgruppe der Credit Suisse (nachfolgend «die Credit Suisse»). Als integrierte Bank kann die Credit Suisse ihren Kunden ihre Expertise aus Private Banking, Investment Banking und Asset Management aus einer Hand anbieten. Die Credit Suisse bietet Unternehmen, institutionellen Kunden und vermögenden Privatkunden weltweit sowie Retailkunden in der Schweiz fachspezifische Beratung, umfassende Lösungen und innovative Produkte. Die Credit Suisse mit Hauptsitz in Zürich ist in über 50 Ländern tätig und beschäftigt etwa 47‘180 Mitarbeitende. Die Namenaktien (CSGN) der Credit Suisse Group AG, der Muttergesellschaft der Credit Suisse, sind in der Schweiz sowie, in Form von American Depositary Shares (CS), in New York kotiert. Weitere Informationen über die Credit Suisse finden Sie unter www.credit-suisse.com.
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