Newron veröffentlicht vielversprechende vorläufige Ergebnisse der Phase-IIa-Studie mit Evenamide bei Patienten mit Schizophrenie Dienstag, 03. Januar 2017 - 17:31
Newron veröffentlicht vielversprechende vorläufige Ergebnisse der Phase-IIa-Studie mit Evenamide bei Patienten mit Schizophrenie
Evenamide erreicht die Studienziele „gute Verträglichkeit und Sicherheit“ sowie „vorläufige Wirksamkeit als Zusatztherapie zur Behandlung von Schizophrenie“
Einzigartiger Wirkmechanismus: Modulation der Glutamat-Freisetzung und spannungsabhängige Blockade von Natriumkanälen
Mailand, Italien, und Morristown, NJ, USA – 03. Januar 2017 – Newron Pharmaceuticals S.p.A. ("Newron", SIX: NWRN), ein biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung neuartiger Therapien für Patienten mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) und Schmerzen konzentriert, hat heute vorläufige Ergebnisse einer Phase-IIa-Studie mit dem einzigartigen Natriumkanalblocker Evenamide (NW-3509) bei Patienten mit Schizophrenie bekannt gegeben. Die neue chemische Substanz ist oral verfügbar und setzt über einen einzigartigen Wirkmechanismus spezifisch an den spannungsabhängigen Natriumkanälen an.
Die detaillierten Studienergebnisse werden auf dem 16. Internationalen Kongress für Schizophrenie-Forschung (16th International Congress on Schizophrenia Research) bekanntgegeben, der vom 24.-28. März 2017 in San Diego, USA, stattfindet.
Dr. Ravi Anand, Chief Medical Officer von Newron, sagte: „Die Ergebnisse dieser Studie sind sehr vielversprechend. Evenamide zeigte weder dosislimitierende Toxizitäten noch extrapyramidale, sexuelle, endokrine oder metabolische Nebenwirkungen, wie sie bei Dopamin-hemmenden Antipsychotika beobachtet werden. Die zusätzliche Gabe von Evenamide, dessen Wirkung auf einer Reduzierung der Glutamatfreisetzung beruht, wurde von Patienten, deren Symptome sich unter ihren aktuell eingenommenen atypischen Antipsychotika verschlechtert hatten, nicht nur gut vertragen, sondern zeigte bei allen untersuchten Wirksamkeitsparametern ein konsistentes Muster der Verbesserung. Diese vorläufigen Ergebnisse rechtfertigen die weitere klinische Prüfung im Rahmen größerer und längerer Studien mit Patienten mit schwereren Symptomen.“
Die vierwöchige randomisierte, plazebokontrollierte Phase-IIa-Doppelblindstudie war konzipiert worden, die Verträglichkeit, die Sicherheit und vorläufige Belege der Wirksamkeit von Evenamide als Zusatztherapie bei 89 Schizophrenie-Patienten zu untersuchen. Die Patienten, die in die Studie eingeschlossen wurden, litten während einer Behandlung mit einer stabilen und angemessenen Dosis Risperidon (mittlere Dosis: 4,2 ± 2,0 mg/Tag; n=70) oder Aripiprazol (mittlere Dosis: 19,7 ± 7,0 mg/Tag; n=19), d.h. dem jeweiligen atypischen Antipsychotikum, auf das sie zuvor angesprochen hatten, wieder an psychotischen Symptomen. Die Studie wurde an zwei Studienzentren in den USA (n=61) sowie an drei Studienzentren in Indien (n=28) durchgeführt und schloss Schizophrenie-Patienten ein, die im Mittel seit etwa 18 Jahren an der Erkrankung litten und durchschnittlich etwa dreimal ins Krankenhaus eingewiesen worden waren. Die Patienten wurden zusätzlich zu ihrem aktuellen Antipsychotikum randomisiert zwei Mal täglich mit entweder Evenamide (15-25 mg) oder mit einem Plazebo behandelt. Das Studienprotokoll, einschließlich Dosierung und Studiendesign, wurde in Abstimmung mit der FDA und deren Leitlinien festgelegt. Die Studie wurde ebenfalls von der indischen Medikamentenzulassungsbehörde (DCGI, „Drug Controller General of India“) sowie vom IRB („Institutional Review Board“) der einzelnen Studienzentren genehmigt.
Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass sich bei mit Evenamide behandelten Patienten die Schizophrenie-Symptome verbessern, was anhand der Positiv-und-Negativ-Syndrom-Skala (PANSS) untersucht wurde. Zudem konnte im Vergleich zu ihrem jeweiligen Standard-Antipsychotikum eine Verbesserung der Funktionsfähigkeit gemäß der Strauss-Carpenter-Prognose-Skala beobachtet werden. Darüber hinaus zeigte die vom Arzt vorgenommene Gesamtbeurteilung der Veränderungen des Gesamtbildes des Patienten gegenüber der Ausgangssituation („Clinical Global Impression of Change“), dass sich unter den mit Evenamide behandelten Patienten ein höherer Anteil an Patienten befand, bei denen eine Symptomverbesserung beobachtet werden konnte (54%) als unter den mit Plazebo behandelten Patienten (36%).
Evenamide wurde bei einer Dosis von 2 x täglich 15-25 mg (30-50 mg/Tag) gut vertragen. Die häufigsten (>5% der Patienten in jeder Gruppe) unerwünschten Ereignisse (UE) (Evenamide vs. Plazebo) waren Schläfrigkeit [8 (16,0%) vs. 5 (12,8%)], Schlafstörungen [5 (10,0% vs. 1 (2,6%)], Überdosierung [3 (6,0%) vs. 1 (2,6%)], Mundtrockenheit [3 (6,0%) vs. 2 (5,1%)] und Kopfschmerzen [3 (6,0%) vs. 0]. Die Inzidenz der als „Erkrankungen der Haut und des subkutanen Gewebes“ klassifizierten UE war in der Evenamide-Gruppe höher [5 (10,0%) vs. 0], dagegen war das Auftreten von als „Erkrankungen der Atemwege, des Thorax und des Mediastinums“ klassifizierten UE in der Plazebo-Gruppe höher [1 (2,0%) vs. 3 (7,7%)]. Die Mehrzahl der UE war von milder Ausprägung [Evenamide, 58 von 69 (84%); Plazebo 30 von 34 (88%)]; 9 von 69 (13%) der UE für Evenamide und 4 von 34 (12%) der UE für Plazebo wurden als moderat eingestuft.
Zwei Patienten der Evenamide-Gruppe brachen die Behandlung aufgrund von UE vorzeitig ab: Krampfanfälle (n=1) und Vorhofflimmern (n=1). Im Vergleich zu Plazebo ergaben sich für die Behandlung mit Evenamide keine Hinweise auf eine Verschlechterung extrapyramidaler Symptome, auf abnorme EKG-Befunde oder klinisch signifikante Veränderungen von Laborwerten oder Vitalparametern (Blutdruck, Puls oder Körpergewicht).

