 | | | | Medienmitteilung (PDF) | | | | Tamedia-Abstimmungsumfrage: Einbürgerungen und Steuerreform spalten das Stimmvolk | | | | Im Februar entscheiden die Schweizer Stimmbürger an der Urne über drei Vorlagen. Die Tamedia-Abstimmungsumfrage mit rund 14'000 Teilnehmern zeigt: Die Unternehmenssteuerreform III würde derzeit hauchdünn abgelehnt. Auch bei der Vorlage zur erleichterten Einbürgerung der dritten Generation ist noch alles offen, während es für den Strassenfonds NAF gut aussieht. | | | Zürich, 6. Januar 2017 – Die Schweizer Mediengruppe Tamedia hat auf ihren Newsportalen erneut eine titelübergreifende Abstimmungsumfrage durchgeführt. 13'997 Personen aus der ganzen Schweiz haben am 2. und 3. Januar online an der ersten Welle der Abstimmungsumfrage zu den eidgenössischen Vorlagen vom 12. Februar 2017 teilgenommen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,2 Prozentpunkten.
Unternehmenssteuerreform: Gegner haben knapp die Nase vorn Wäre das Stimmvolk in den ersten Tagen des neuen Jahres an die Urne gerufen worden, hätte die Schweiz einen veritablen Abstimmungskrimi erlebt: Sowohl bei der Abstimmung über die erleichterte Einbürgerung der dritten Ausländergeneration als auch bei der Unternehmenssteuerreform III sind Gegner und Befürworter derzeit praktisch gleichauf.
Bei der Unternehmenssteuerreform haben die Gegner die Nase ganz knapp die Nase vorn: 43 Prozent stehen der Reform skeptisch gegenüber, 40 Prozent wollen sie sicher oder eher annehmen. Der Anteil der Unentschlossenen ist mit 17 Prozent allerdings hoch. Klar für die Reform will eine Mehrheit der FDP- und CVP-Wähler stimmen. Die SVP-Wählerschaft ist gespalten: 41 Prozent sind dafür, 41 Prozent dagegen. Auch bei den Sympathisanten von BDP und GLP halten sich Gegner und Befürworter ungefähr die Waage, obwohl beide Parteien die Reform offiziell unterstützen. Bei der SP und den Grünen will jeder vierte Wähler ein Ja in die Urne legen.
Die Deutschschweizer stehen der Steuerreform mit 37 Prozent Ja und 45 Prozent Nein tendenziell kritisch gegenüber, während in der Romandie mit 49 Prozent Ja und 35 Prozent Nein sowie im Tessin mit 47 Prozent Ja und 34 Prozent Nein eine relative Mehrheit dafür ist.
Patt-Situation bei der erleichterten Einbürgerung der dritten Ausländergeneration Eine Patt-Situation herrscht bei der Frage nach der erleichterten Einbürgerung der dritten Ausländergeneration. 50 Prozent wollen ein Ja in die Urne legen, 48 Prozent ein Nein – die Differenz liegt im Bereich der statistischen Unschärfe. So deutlich die Verfassungsänderung von der SVP-Wählerschaft verworfen wird (86% Nein), so hoch sind die Zustimmungswerte bei den SP-, Grünen- und GLP-Wählern (85, 86 und 74% Ja). Auch in der FDP- und der BDP-Basis (53 bzw. 52% Ja) steht eine Mehrheit der erleichterten Einbürgerung positiv gegenüber, die CVP-Wählerschaft ist gespalten.
Auch in dieser Frage klafft ein Rösti-Graben: In der Romandie will eine deutliche Mehrheit (58%) Ja stimmen, in der Deutschschweiz und im Tessin sind die Befürworter knapp in der Minderheit (48 beziehungsweise 46% Ja). Für die Befürworter ist klar, dass die Terzos und Terzas zur Schweiz gehören. Die Gegner führen als Hauptargument an, dass sich die Betroffenen bereits heute einbürgern lassen können – ein gewisser Effort dürfe erwartet werden.
Gute Chancen für eine Annahme des Nationalstrassen- und Agglomerations-Fonds Gute Aussichten hat Verkehrsministerin Doris Leuthard mit ihrem Nationalstrassen- und Agglomerations-Fonds (NAF): Eine relative Mehrheit von 44 Prozent will Ja stimmen, 33 Prozent Nein. 23 Prozent der Stimmbürger wollen allerdings noch überzeugt werden: sie legten sich noch nicht fest.
Umfassende Tamedia-Abstimmungsumfragen Die Tamedia-Abstimmungsumfragen werden in Zusammenarbeit mit den Politikwissen-schaftlern Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen, sodass die Stichprobe der Struktur der Stimmbevölkerung entspricht. Die Resultate werden jeweils umgehend ausgewertet, damit die Tageszeitungen und Newsplattformen von Tamedia schweizweit rasch und fundiert darüber berichten können. Weitere Informationen sind unter tamedia.ch/umfragen abrufbar.
Die zweite Welle der Abstimmungsumfrage findet am 16. und 17. Januar 2017 statt.
Beteiligte Tamedia-Medien Deutschschweiz: 20 Minuten, BZ Berner Zeitung, Der Bund, Tages-Anzeiger, SonntagsZeitung und ZRZ Zürcher Regionalzeitungen Romandie: 20 minutes, 24 heures, Tribune de Genève und Le Matin/Le Matin Dimanche Tessin: 20 minuti | | | | | |
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