Zürich, 14. Februar 2017 – Unerwartet deutlich hat das Stimmvolk die Unternehmenssteuerreform (USR III) abgelehnt. Nun zeigt die Tamedia-Nachbefragung, wie das überraschende Ergebnis zustande gekommen ist. Lediglich in der Wählerschaft der FDP fand die Steuerreform eine Mehrheit: sie stimmte zu 67 Prozent Ja. In der Basis aller anderen Parteien fiel die Vorlage durch. Am deutlichsten erwartungsgemäss bei den linken Wählern (Grüne: 91% Nein, SP: 86% Nein). Doch auch die BDP-, GLP-, CVP- und SVP-Sympathisanten erteilten der USR III eine Abfuhr (79/ 69/ 59/ 53% Nein).
Befürworter der Unternehmenssteuerreform eher gutverdienend und ausgebildet Auch das Bildungsniveau und die Einkommensklasse hatten einen starken Einfluss auf den Stimmentscheid zur Steuerreform. Hätten Personen mit einem Haushaltseinkommen von mehr als 11'000 Franken pro Monat die Reform mit 60 Prozent Ja-Stimmen deutlich angenommen, stimmte nur jeder Dritte mit einem Lohn zwischen 3000 und 5000 Franken dafür. Wer einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss hat, befürwortete die Vorlage zudem eher (49% Ja) als jemand, dessen höchste Ausbildung eine Berufslehre ist (37% Ja).
Ein Stadt-Land-Graben ist bei dieser Vorlage hingegen nicht auszumachen: In der Stadt (39% Ja) fiel die Unterstützung nur leicht geringer aus als in der Agglomeration und auf dem Land (42/ 41% Ja). Junge stimmten eher für die Reform als Alte, Männer eher als Frauen – für eine Mehrheit hätte es aber in keiner Altersgruppe und bei keinem der beiden Geschlechter gereicht.
Breite Zustimmung für die erleichterte Einbürgerung der Terzos Die erleichterte Einbürgerung für die dritte Ausländergeneration fand in allen Altersgruppen, bei Frauen und Männern sowie in der Stadt, in den Agglomerationen und auf dem Land eine Mehrheit. Je höher der Bildungsabschluss, desto eher stimmte eine Person Ja. Knapp abgelehnt hätten die Vorlage nur Personen, die nach der obligatorischen Schule keine weitere Ausbildung mehr absolviert haben (49% Ja). Mit Ausnahme der SVP (17% Ja) haben auch die Wählerschaften aller grossen Parteien grossmehrheitlich für die erleichterte Einbürgerung von Terzos gestimmt.
Der Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) schliesslich fand über fast alle Bevölkerungsgruppen Zuspruch. Gegen den Fonds votierten nur die SP- und Grünen-Wähler – wobei im Lager der Sozialdemokraten immerhin 48 Prozent ein Ja einlegten. 13'437 Personen aus der ganzen Schweiz haben zwischen dem 10. und 12. Februar 2017 online an der Tamedia-Nachbefragung teilgenommen.
Umfassende Tamedia-Abstimmungsumfragen Die Tamedia-Abstimmungsumfragen werden in Zusammenarbeit mit den Politikwissenschaftlern Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen, sodass die Stichprobe der Struktur der Stimmbevölkerung entspricht. Der Fehlerbereich liegt bei +/- 2,4 Prozentpunkten. Die Resultate werden jeweils umgehend ausgewertet, damit die Tageszeitungen und Newsplattformen von Tamedia schweizweit rasch und fundiert darüber berichten können. Weitere Informationen sind unter tamedia.ch/umfragen abrufbar.
Beteiligte Tamedia Medien Deutschschweiz: 20 Minuten, BZ Berner Zeitung, Der Bund, Tages-Anzeiger, SonntagsZeitung und ZRZ Zürcher Regionalzeitungen Romandie: 20 minutes, 24 heures, Tribune de Genève und Le Matin/Le Matin Dimanche Tessin: 20 minuti
Kontakt Christoph Zimmer, Leiter Unternehmenskommunikation Tamedia +41 44 248 41 35, christoph.zimmer@tamedia.ch |