Volkswagen Konzern zurück in der Gewinnzone: Umsatz und Operatives Ergebnis im Jahr 2016 so hoch wie nie zuvor Freitag, 24. Februar 2017 - 20:07
- Konzernumsatz übertrifft eigene Erwartungen und steigt um 4,0 Mrd. Euro auf 217,3 Mrd. Euro
- Operatives Konzernergebnis vor Sondereinflüssen erreicht 14,6 Mrd. Euro
- Operative Rendite legt ebenfalls zu
- Negative Sondereinflüsse aus bereits bekannten Risiken in Höhe von insgesamt 7,5 Mrd. Euro – davon 6,4 Mrd. Euro für die Dieselthematik
- Netto-Liquidität im Konzernbereich Automobile bei 27,2 Mrd. Euro
- Dividendenvorschlag: 2,00 Euro je Stamm- und 2,06 Euro je Vorzugsaktie
Der Volkswagen Konzern kommt bei der
Bewältigung der Dieselkrise voran: Im Jahr 2016 hat sich das Unternehmen
im operativen Geschäft sehr robust gezeigt – obwohl das Ergebnis erneut
durch negative Sondereinflüsse belastet wurde. Vor Sondereinflüssen
übertraf der Konzern seine ursprünglichen Prognosen. Der Umsatz im
Geschäftsjahr 2016 stieg um 4,0 Milliarden auf 217,3 Milliarden Euro.
Das Operative Ergebnis, das im Vorjahr durch das Dieselthema ins Minus
gerutscht war, lag mit 7,1 Milliarden Euro wieder deutlich in der
Gewinnzone. Vor Sondereinflüssen erreichte das Operative Konzernergebnis
seinen bisher höchsten Wert und lag mit 14,6 Milliarden Euro deutlich
über dem Vorjahresniveau (plus 14 Prozent), die operative Rendite stieg
auf 6,7 (6,0) Prozent.
Zudem zeigt die eingeleitete Neuausrichtung des Konzerns bereits
spürbare Erfolge. „Das abgelaufene Geschäftsjahr hat uns vor sehr große
Herausforderungen gestellt, dennoch hat der Konzern trotz Krise eine
Bestleistung im operativen Geschäft abgeliefert“, sagte
Vorstandsvorsitzender Matthias Müller heute in Wolfsburg. „Die Zahlen
zeigen: Volkswagen ist sehr robust aufgestellt, operativ und finanziell.
Das gibt uns Zuversicht für die Zukunft.“ Und weiter: „Die neue
Konzernstruktur mit mehr dezentraler Verantwortung stärkt unsere Marken
und Regionen und erhöht die Kundennähe. Wir werden schneller,
fokussierter und effizienter. Damit können wir die Stärken und
Synergiepotenziale unseres Mehrmarkenkonzerns sehr viel gezielter
nutzen.“
Trotz weiterer Herausforderungen aus der Dieselthematik und der
anhaltend schwierigen Lage auf Märkten wie Brasilien und Russland konnte
der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr 10,3 Millionen Fahrzeuge
weltweit an Kunden ausliefern. Damit wurde für 2016 sowohl das
angestrebte Ziel als auch eine neue Bestmarke erreicht. Dazu verhalfen
vor allem Zuwächse in den west- und zentraleuropäischen Märkten sowie im
Raum Asien-Pazifik. Mixverbesserungen sowie das starke
Finanzdienstleistungsgeschäft sorgten im Wesentlichen für die Zunahme
der Konzern-Umsatzerlöse (plus 1,9 Prozent) und konnten negative
Wechselkurseffekte sowie Absatzrückgänge in einigen Regionen mehr als
ausgleichen. Das Ergebnis der chinesischen Joint Ventures war im
abgelaufenen Geschäftsjahr erwartungsgemäß leicht rückläufig. Im Umsatz
und Operativen Ergebnis des Konzerns ist das Geschäft der chinesischen
Joint Ventures nicht enthalten, da es At Equity im Finanzergebnis
bilanziert wird.
2016 fiel das Konzernergebnis sowohl vor als auch nach Steuern mit 7,3
Milliarden bzw. mit 5,4 Milliarden Euro wieder deutlich positiv aus. Und
die Finanzlage präsentiert sich weiterhin robust: Die Netto-Liquidität
des Konzernbereichs Automobile lag zum Jahresende mit 27,2 Milliarden
Euro um 2,7 Milliarden über dem Vorjahreswert. Von den Sondereinflüssen
aus bereits bekannten Risiken entfiel im Berichtsjahr der größte Anteil
(6,4 Milliarden Euro) auf die Dieselthematik, insbesondere zur
Absicherung von Rechtsrisiken.
„Trotz der Belastungen und Herausforderungen durch die Dieselkrise
können wir mit dem Geschäftsverlauf und der wirtschaftlichen Lage des
Konzerns insgesamt zufrieden sein“, kommentierte Finanzvorstand Frank
Witter den Jahresabschluss. „Ich bin zuversichtlich, dass der Volkswagen
Konzern die aktuellen Herausforderungen meistern wird. Wir müssen in
allen Geschäftsbereichen mit großer Disziplin unsere gesetzten Ziele
erreichen, um dann in den kommenden Jahren wieder auf der Erfolgsspur zu
sein.“
Konzernchef Müller betonte, dass der Konzern mit seinem Zukunftsprogramm
„TOGETHER – Strategie 2025“ den Themen Umweltschutz, Sicherheit und
gesellschaftliche Verantwortung eine herausragende Bedeutung beimesse.
„Das Engagement und die hohe Fachkompetenz unserer Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter sind die Basis dafür, den Transformationsprozess zu einem
weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität erfolgreich zu
gestalten“, so Müller.
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 10. Mai 2017
die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 2,00 (Vorjahr: 0,11) Euro
je Stammaktie und 2,06 (0,17) Euro je Vorzugsaktie vorschlagen.
1) Mengendaten inklusive der nicht vollkonsolidierten chinesischen Gemeinschaftsunternehmen.
2) Inklusive Zuordnung der Konsolidierung zwischen den Konzernbereichen Automobile und Finanzdienstleistungen.
3) Ohne Erwerb und Verkauf von Beteiligungen: 18.224 (2015: 17.270) Millionen Euro.
Aussichten für das Jahr 2017
Der Volkswagen Konzern geht davon aus, dass das Wachstum der
Weltwirtschaft 2017 leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen wird.
Die höchsten Zuwachsraten erwarten wir in den aufstrebenden
Wirtschaftsnationen Asiens.
Wir rechnen damit, dass sich die Pkw-Märkte im Jahr 2017 in den
einzelnen Regionen uneinheitlich entwickeln werden. Die weltweite
Nachfrage nach Neufahrzeugen wird insgesamt voraussichtlich langsamer
steigen als im Berichtsjahr.
Wir erwarten, dass 2017 die Auslieferungen an Kunden des Volkswagen
Konzerns bei anhaltend herausfordernden Marktbedingungen das
Vorjahresvolumen moderat übertreffen werden. Herausforderungen ergeben
sich insbesondere aus der konjunkturellen Entwicklung, einem
wettbewerbsintensiven Marktumfeld, volatilen Wechselkursverläufen sowie
der Dieselthematik.
Wir gehen davon aus, dass die Umsatzerlöse des Volkswagen Konzerns, des
Bereichs Pkw und des Bereichs Nutzfahrzeuge im Jahr 2017 um bis zu 4
Prozent über dem Vorjahreswert liegen werden. Für das Operative Ergebnis
des Konzerns rechnen wir 2017 mit einer operativen Rendite zwischen 6,0
und 7,0 Prozent.
Die Jahrespresse- und Investorenkonferenz findet am 14. März 2017 in Wolfsburg statt.
