Konzernrechnung 2016 der Valartis Group – Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage Dienstag, 11. April 2017 - 06:39
Medienmitteilung
11. April 2017
Konzernrechnung 2016 der Valartis Group – Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Im Geschäftsjahr 2016 hat sich die Valartis Group auf ihre zentralen Zielsetzungen fokussiert und die Herausforderungen erfolgreich gemeistert. Der Verkauf der beiden Privatbanken, Valartis Bank (Austria) AG und Valartis Bank (Liechtenstein) AG, wurden 2016 abgeschlossen. Als einzige Beteiligung im Private-Banking-Bereich verbleibt noch die Minderheitsbeteiligung von 25 Prozent an der Norinvest Holding SA, der Muttergesellschaft der Banque Cramer & Cie SA.
Die Finanzierungslage der Valartis Gruppe erweist sich als sehr stabil. Die Valartis Gruppe verfügt über eine Bilanzsumme von CHF 188.7 Mio., und das Eigenkapital der Aktionäre der Valartis Group AG beträgt CHF 112.4 Mio. (Vorjahr: CHF 117.9 Mio.). Neu beträgt die Eigenkapitalquote 69.4 Prozent. Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung vom 16. Mai 2017 eine Dividende von CHF 0.20 pro Inhaberaktie vorschlagen.
Die Konzernrechnung 2016 der Valartis Gruppe weist nach International Financial Reporting Standards (IFRS) unter Berücksichtigung verschiedener Sonderfaktoren einen Konzernverlust für weitergeführte und nicht weitergeführte Geschäftsbereiche von CHF 38.1 Mio. aus (Vorjahr auf vergleichbarer Basis: Konzernverlust von CHF 58.4 Mio.).
Der Konzernverlust der Valartis Gruppe für weitergeführte und nicht weitergeführte Geschäftsbereiche setzt sich zusammen aus dem Verlust aus weitergeführten Geschäftsbereichen von CHF 12.0 Mio. als Folge des hohen Geschäftsaufwandes im Zusammenhang mit den Kosten für den erfolgreichen Abschluss des Sanierungsprozesses (31.12.2015: Verlust von CHF 50.4 Mio.), und aus dem Verlust aus nicht weitergeführten Geschäftsbereichen von CHF 26.1 Mio. (31.12.2015: CHF 8.0 Mio.). Der Verlust aus nicht weitergeführten Geschäftsbereichen ist hauptsächlichdie Folge einer in Österreich erfolgten Umbuchung der bisher nur im Eigenkapital erfassten Währungsumrechnungsdifferenzen (Currency Translation Adjustment, CTA). Durch den 2016 erfolgten Verkauf wesentlicher Vermögenswerte (Asset Deal) der im Jahr 2008 erworbenen Valartis Bank (Austria) AG an die Wiener Privatbank SE werden unter Anwendung der IFRS die in den letzten Jahren bereits im Eigenkapital verbuchten Währungsverluste auf dieser in Euro gehaltenen Beteiligung in Höhe von minus CHF 40.1 Mio. im Geschäftsjahr 2016 in die Erfolgsrechnung transferiert. Dieser Sondereffekt hat jedoch keinen Einfluss auf das konsolidierte Eigenkapital der Valartis Gruppe und somit auch nicht auf den Substanzwert der Valartis-Group-Aktie.
Erfolgreicher Verkauf der Privatbanken in Österreich und Liechtenstein
Der Verkauf wesentlicher Vermögenswerte der österreichischen Bank (Asset Deal) wurde am 1. April 2016 abgeschlossen und ergab einen Erlös von netto EUR 11.9 Mio. Zudem wurden Eigenmittel in der Höhe von CHF EUR 66 Mio. frei. Zusätzlich ergab sich eine Beteiligung von 49.9 Prozent an der assoziierten Gesellschaft des Gebäudes an der Rathausstrasse 20 in Wien, welches einen Wert von CHF 21.8 Mio. aufwies. Aus dem Verkauf dieser assoziierten Gesellschaft resultierte im März 2017 ein Erlös in Höhe von EUR 4.8 Mio. Die Gesamtkapitalquote der österreichischen Bank lag per 31. Dezember 2015 bei 18.9 Prozent (nach Basel III).
Der Verkauf der liechtensteinischen Bankengruppe erfolgte im Rahmen eines Share Purchase Agreement, und das Closing erfolgte am 20. September 2016. Der Verkaufspreis für den Anteil der Valartis Group von 70 Prozent an der Bank betrug CHF 82.4 Mio., was einem Gesamtpreis von CHF 117.6 entspricht. Bis Ende 2017 wird der Valartis Group aus dieser Transaktion noch CHF 4.1 Mio. zufliessen. Die liechtensteinische Bank wies per 31. Dezember 2015 eine Gesamtkapitalquote von 18.3 Prozent aus (nach Basel III).
Nach dem Verkauf des Privatbankengeschäftes in Österreich und der Veräusserung der Beteiligung an der Valartis Bank (Liechtenstein) AG fielen ab dem 20. September 2016 sämtliche Voraussetzungen für eine konsolidierte Aufsicht durch die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) auf der Stufe der Valartis Finance Holding AG in Liechtenstein weg. Per 31. Dezember 2015 wies diese Finanzholding anrechenbare Eigenmittel von CHF 91.2 Mio. aus, während die erforderlichen Eigenmittel bei CHF 37.1 Mio. lagen. Per 31. Dezember 2015 betrug die Gesamtkapitalquote nach Basel III 19.7 Prozent (regulatorisches Erfordernis lag bei 10.5 Prozent).
Erfolgsrechnung aus nicht weitergeführten Geschäftsbereichen
Infolge der 2016 erfolgten Verkäufe gelangen im Jahresbericht 2016 der Valartis Gruppe die Vorgaben der IFRS für weiter- und nicht weitergeführte Geschäftsbereiche (Discontinued Operations, IFRS 5) zur Anwendung.
Im Verlust aus nicht weitergeführten Geschäftsbereichen von CHF 26.1 Mio. (31.12.2015: Verlust von CHF 8.0 Mio.) schlagen sich folgende Effekte nieder:
– Verlust durch die Umbuchung der bisher in den Eigenmitteln verbuchten Währungsdifferenzen von CHF 40.1 Mio. in Österreich (s. auch S. 1, 2. Abschnitt, CTA). Dieser Sondereffekt hat jedoch keinen Einfluss auf das konsolidierte Eigenkapital der Valartis Gruppe und somit auch nicht auf den Substanzwert der Valartis-Group-Aktie.
– Gewinn aus dem Verkauf der liechtensteinischen Bankengruppe (aus einem Share Purchase Agreement) von CHF 26.2 Mio.;
– Netto-Verlust aus dem Verkauf wesentlicher Vermögenswerte der österreichischen Bank (aus einem Asset Purchase Agreement) von CHF 2.4 Mio.;
– Wertminderung des IFRS-Buchwertes der Darsi Gruppe von CHF 9.8 Mio. (Abschreibungen, Gewinnbeitrag 2016 aus der Erfolgsrechnung, Beratungskosten und lokale Kapitalgewinnsteuer von 15 Prozent). Im Rahmen eines Share Purchase Agreement (SPA) wurde der Aktienanteil des Shopping-, Freizeit-und Business-Centers in Algerien (SCCA) an einen anderen Investor verkauft.
Erfolgsrechnung aus weitergeführten Geschäftsbereichen
Für die weitergeführten Geschäftsbereiche reduzierte sich der Verlust auf CHF 12.0 Mio. (31.12.2015: Verlust von CHF 50.4 Mio.) aufgrund des positiven Erfolgs aus dem Handelsgeschäft (von CHF -3.5 Mio. per 2015 auf CHF +4.7 Mio. per 2016 und des positiven Übrigen ordentlichen Erfolgs (von CHF -15.0 Mio. per 2015 auf CHF +8.1 Mio. per 2016). Das Handelsergebnis 2016 schloss aufgrund höherer Rubel- und USD-Bewertungen von Private-Equity-Beteiligungen und dem Wertschriftenportfolio der ENR Russia Invest SA deutlich positiver als im Vorjahr ab.
Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft besteht aus Erträgen aus Management-Dienstleistungen. Aus rein operativer Sicht stieg der Erfolg aus Kommissionen und Dienstleistungen – wenngleich noch auf tiefem Niveau – auf CHF 5.1 Mio. (31.12.2015: CHF 3.5 Mio.).
Der Geschäftsaufwand reduziert sich trotz der Kosten des Sanierungsprozesses leicht auf CHF 19.8 Mio. (31.12.2015: CHF 20.9 Mio.). Der Personalaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr von CHF 8.4 Mio. auf CHF 9.0 Mio. aufgrund leicht höherer variabler Personalkosten. Der Personalaufwand wird sich 2017 infolge der neuen Organisationsstruktur und des substantiell reduzierten Personalbestandes in der Schweiz deutlich verringern. Der Sachaufwand reduzierte sich auf CHF 10.8 Mio. (31.12.2015: CHF 12.5 Mio.) trotz des sehr hohen einmaligen Beratungsaufwandes für die Restrukturierung mit den Verkäufen der Bankbeteiligungen sowie für den Sanierungsprozess.
Nach dem Verkauf des Bankgeschäfts in Liechtenstein und in Österreich entfällt das bisherige Segment «Private Clients». Es verbleiben die bisher im Segment «Institutional Clients» zusammengefassten Geschäftstätigkeiten und Beteiligungen. Das Segment Corporate Center weist als Unternehmensbestandteil im Rahmen der neuen Geschäftstätigkeit keine eigenen Erträge mehr aus. Die Valartis Gruppe verfügt damit nur noch über ein einziges Segment und die Berichterstattung erfolgt gemäss IFRS 8 nur noch für einen Unternehmensbestandteil.
Dividende
Mit der insgesamt guten Finanzlage befindet sich die Valartis Group in einer komfortablen Situation, welche sich auch in der Ausschüttungspolitik niederschlägt. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vom 16. Mai 2017 eine Dividende von CHF 0.20 pro dividendenberechtigter Inhaberaktie vor. Der Verwaltungsrat bringt damit den Aktionärinnen und Aktionären seine Wertschätzung zum Ausdruck und bedankt sich bei ihnen für das entgegengebrachte Vertrauen.
Valartis Group
Die Valartis Group ist heute nach der Aufgabe des Geschäftsmodell Private Banking eine Holding-Gesellschaft. Das Geschäftsmodell basiert auf den Kernkompetenzen «Finance & Banking» und «Immobilien-Projektmanagement» mit den Stossrichtungen Aktives Management eigener Beteiligungen, Management von Aktiven Dritter im Rahmen der Beteiligungen und Wahrnehmung neuer Opportunitäten. Die Organisationsstruktur wurde entsprechend angepasst und der Verwaltungsrat im Januar 2016 auf drei Mitglieder verkleinert. Die Aufgaben der Geschäftsführung wurden vom Verwaltungsrat delegiert an Gustav Stenbolt, Präsident des Verwaltungsrates und Delegierter des Verwaltungsrates (CEO).
Gustav Stenbolt, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates: «Im Zuge neuer Investitionen streben wir eine gewinnorientierte Mehrheits- und Minderheitsbeteiligung an ausgewählten Unternehmen an. Wir sind zuversichtlich, dass die Valartis Group für künftige Herausforderungen gut aufgestellt ist und wieder zu einem nachhaltigen Unternehmenserfolg zurückfinden wird.»
Der Geschäftsbericht 2016 steht als online- und als pdf-Version auf www.valartisgroup.ch (Investor Relations) zur Verfügung.
Agenda
Bilanzmedienkonferenz 2017 11. April 2017, 10.00 Uhr
Die Login-Daten für eine Teilnahme via Conference Call erhalten Sie bei mediarelations@valartis.ch
Generalversammlung 2017 16. Mai 2017
Halbjahresbericht 2017 29. August 2017
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Kim-My Schefer, Head Corporate Communications & Marketing, Valartis Group AG
Tel. +41 44 503 54 02, mediarelations@valartis.ch
Valartis Group
Die Valartis Gruppe ist eine international tätige Finanzgruppe mit Standorten in der Schweiz, in Luxemburg sowie in Moskau und St. Petersburg. Valartis Group AG (Baar, Schweiz) ist an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert. Die weitergeführten Aktivitäten umfassen die Bereiche Finanzdienstleistungen, Immobilienprojekte und Private Equity.
KEY FIGURES
http://www.valartisgroup.ch/de/News-Medien/News-Medienmitteilungen/
