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Abschluss 2012: Repower erzielt operatives Ergebnis von 81 Millionen Franken in schwierigem Umfeld Mittwoch, 03. April 2013 - 06:50

Abschluss 2012: Repower erzielt operatives Ergebnis von 81 Millionen Franken in schwierigem Umfeld

Die schlechte Wirtschaftslage und die tiefen Preise am Energiemarkt prägten das Geschäftsjahr 2012. Repower erzielte ein gegenüber dem Vorjahr tieferes operatives Betriebsergebnis von 81 Millionen Franken und einen Gewinn von 31 Millionen Franken. Anhaltende Unsicherheiten und Marktverzerrungen belasten die Energiewirtschaft. Repower reagiert darauf mit Massnahmen zur Steigerung der Effizienz, fokussiert ihre Investitionen und realisiert innovative Lösungen.

 

Die Gesamtleistung der Repower Gruppe lag im Berichtsjahr 6 Prozent unter dem Wert des Vorjahres und belief sich auf 2,372 Milliarden Franken. Vor Sondereinflüssen konnte ein operatives Ergebnis von 110 Millionen Franken (-15 Prozent) erzielt werden. Nach Berücksichtigung der Sondereinflüsse bleibt ein EBIT von 81 Millionen Franken (-38 Prozent). Der operative Cashflow beträgt 54 Millionen Franken. Der Gruppengewinn beläuft sich auf 31 Millionen Franken (-43 Prozent). Mit einem Eigenkapital von 983 Millionen Franken (+2 Prozent) und einer Eigenkapitalquote von 43 Prozent bleibt Repower sehr solide finanziert.

In diesem Ergebnis sind verschiedene Sonderfaktoren enthalten. Dazu gehören Wertberichtigungen auf Kleinkraftwerken (10 Millionen Franken) sowie Wertanpassungen auf Forderungen insbesondere aus dem Vertriebsgeschäft in Italien (20 Millionen Franken). Währungseinflüsse und negative Auswirkungen der Zinsabsicherung belasteten das Finanzergebnis mit rund 9 Millionen Franken.

Opportunitäten im Handel genutzt ― Neue Produkte im Vertrieb Der Stromabsatz sank im Berichtsjahr um 15 Prozent auf knapp 16 Terawattstunden. Im Vertrieb setzte Repower 2012 mit gut 6,5 Terawattstunden 2 Prozent mehr Strom ab als im Vorjahr. Der Verkauf von Gas an Endkunden konnte um 12 Prozent auf gut 171 Millionen Kubikmeter gesteigert werden. Als Folge des schwierigen Umfeldes liegt das Strom-Handelsvolumen mit gut 9 Terawattstunden deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (-25 Prozent). Um 7 Prozent gesteigert werden  konnte hingegen der Handel mit Gas. Insgesamt gelang es Repower, die wenigen Opportunitäten zu nutzen und im Handel und in der Anlageoptimierung ansprechende Margen zu erzielen.

Im Vertrieb profiliert sich Repower in allen Schlüsselmärkten mit hoher Servicequalität, massge-schneiderten Produkten und innovativen Dienstleistungen. Wichtigster Vertriebsmarkt für Repower bleibt Italien: Trotz der schlechten Wirtschaftslage lieferte dieser Markt auch 2012 einen ansprechenden Ergebnisbeitrag. Dazu beigetragen haben neue Stromprodukte, welche den Kunden helfen, ihr Verbrauchsverhalten zu optimieren. In Deutschland konnte Repower mit einem Teil ihrer Kunden Mehrjahresverträge abschliessen, zudem verlief der Einstieg ins Gasgeschäft viel versprechend. Auch in Rumänien entwickelt sich das Vertriebsgeschäft erfreulich: Das Volumen konnte um 7 Prozent gesteigert werden, zudem erwartet Repower 2013 aufgrund neuer gesetzlicher Grundlagen eine weitere Belebung des Marktes. In der Schweiz lud Repower 2012 die Kunden dazu ein, unter vier neuen Stromprodukten ihre Präferenz auszudrücken. Nach dieser «Stromwahl» beliefert Repower nun 80 Prozent ihrer Schweizer Kunden mit Strom aus erneuerbaren Quellen. Das erste erfolgreiche Betriebsjahr der Repartner Produktions AG unterstreicht die Fortsetzung der Kooperationsstrategie.

Fortschritte in der Projektentwicklung Repower erzielte 2012 in der Projektentwicklung markante Fortschritte. In Lucera (Italien) wurde ein 26-MW-Windpark plangemäss ans Netz genommen. Die Entwicklung des Gas- und Dampfkraftwerk Leverkusen (Deutschland) nähert sich nach ersten positiven Bewilligungsschritten der Entscheidungsreife. Für das Pumpspeicher-Kraftwerk Lagobianco kann mit der baldigen Konzessionsgenehmigung durch den Kanton Graubünden gerechnet werden. Dem Projekt für ein Kohlekraftwerk in Saline Joniche (Italien) sprach der italienische Ministerrat 2012 die Umweltverträglichkeit zu, zudem wurde mit Partnern vereinbart, dass Repower ihren Anteil spätestens auf den Zeitpunkt der Baubewilligung auf 20 Prozent reduziert. Schliesslich präsentierte Repower eine überarbeitete Variante des Wasserkraftwerk-Projekts Chlus (Schweiz).

Marktbedingungen fundamental verändert «In der Energie- und Stromindustrie ist europaweit ein eigentlicher Paradigmawechsel im Gang; die Marktbedingungen verändern sich fundamental», kommentiert Repower CEO Kurt Bobst die aktuellen Herausforderungen an die Energieindustrie. Hier sieht Repower trotz des aktuell schwierigen Umfelds Chancen und ist gut positioniert. Im Bereich der Energieeffizienz und der Entwicklung intelligenter Systeme verfolgt Repower eigene Initiativen und verfügt über viel versprechende Partnerschaften.  Auf der anderen Seite profiliert sich Repower selber als interessanter Partner für andere Unternehmungen, mit denen im beiderseitigen Nutzen Kooperationen entwickelt werden.  In den vier Schlüsselmärkten nutzt Repower den unterschiedlichen Spielraum und konzentriert sich auf Angebote mit hohem Kundennutzen.

Repower zieht Konsequenzen Repower geht davon aus, dass sich an der schwierigen Ausgangslage kurz- bis mittelfristig nichts ändern wird und hat deshalb Massnahmen getroffen, um auch unter veränderten Bedingungen erfolgreich am Markt agieren zu können. Drei wesentliche strategische Massnahmen werden getroffen:

  • Effizienzsteigerung: Es wird ein umfassendes Effizienzsteigerungsprogramm verbunden mit strikter Kostenkontrolle umgesetzt. Damit senkt Repower die jährlichen Kosten um 10 Millionen Franken. Das Programm  wurde bereits im Januar 2013 kommuniziert und beginnt Mitte 2013 zu greifen.
  • Reduktion der Investitionen: Repower überprüft ihr Projektportfolio und fokussiert sich bei den Investitionsvorhaben. Die  Höhe der vorgesehenen eigenen Anteile an den einzelnen Projekten und die zeitliche Gestaltung der Projektentwicklung und –realisierung werden überprüft und gegebenenfalls angepasst. Damit werden die angestrebten Investitionen in den nächsten 10 bis 15 Jahren um rund 35 bis 40 Prozent gesenkt.
  • Innovationen und Energieeffizienz: Repower setzt auf innovative Lösungen zur Verknüpfung der Systeme und zur Erhöhung der Energieeffizienz. «Wir wollen vom Stromlieferanten zum Energiemanager unserer Kundinnen und Kunden werden», kommentiert Kurt Bobst die Stossrichtung. Erste Schritte wurden mit dem Aufbau einer Energieeffizienzplattform und einer Zusammenarbeit mit Swisscom im Bereich der dynamischen Verbrauchssteuerung gemacht.
«Energiestrategie 2050» mit marktwirtschaftlichen Instrumenten verfolgen Repower hält die in der Schweiz derzeit diskutierten Eckwerte einer nationalen Energiestrategie 2050 für sehr ambitiös, unterstützt aber unter folgenden Bedingungen die dort formulierten Zielsetzungen:
  • Es ist auf marktwirtschaftliche Instrumente zu setzen.
  • Weitere administrative Hürden sind zu vermeiden.
  • Die neuen erneuerbaren Energien sollen durch das Quotenmodell anstelle der kontraproduktiven kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV)  gefördert werden.
  • Markt- und Effizienzanreize sollen den Umbau der Energieversorgung  sicher zu stellen.
  • Sollen die Ziele der Energiestrategie 2050 erreicht werden, muss die Nachfrage weitgehend vom Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum entkoppelt werden. Das bedeutet, dass der Energieeffizienz ein zentraler Stellenwert zukommt. Neue Technologien, intelligente Systeme und Investitionen in Netze sind dafür nötig.
  • Investitionen in neue Produktions- und Übertragungsanlagen dürfen nicht mit übertriebenen Auflagen verunmöglicht werden.

Strom wird tendenziell an Bedeutung gewinnen und beispielsweise in der Mobilität und bei industriellen Prozessen vermehrt an die Stelle anderer Energieträger treten.

Dividendenpolitik mit Weitblick Die Dividendenpolitik von Repower orientiert sich an den Interessen der Aktionäre und damit an den künftigen Bedürfnissen der Unternehmung. Der Verwaltungsrat hat beschlossen, der Generalver-sammlung die Ausschüttung einer Dividende von 2.50 Franken pro Inhaberaktie bzw. Partizipationsschein zu empfehlen. Er verfolgt damit auch die Politik der Finanzierung mit einer soliden Eigenkapitalbasis konsequent weiter.

Ausblick Auch das laufende Jahr 2013 bleibt von regulatorischen Unsicherheiten geprägt. Die Energiepreise werden tief und die Margen unter Druck bleiben. Ebenso sieht Repower keine Anzeichen, dass die enormen Marktverzerrungen korrigiert werden. Darüber hinaus muss davon ausgegangen werden, dass ein kräftiger wirtschaftlicher Aufschwung in Europa weiter auf sich warten lässt. Entsprechend  rechnet Repower 2013 mit einem operativen Ergebnis, das auf ähnlichem Niveau liegen wird wie jenes im Jahre 2012.

 

 

Hinweise:

Der vollständige Geschäftsbericht steht auf www.repower.com/investor/ zum Download bereit.

Repower präsentiert ihren Geschäftsabschluss 2012 am 3. April 2013 an einer Medienkonferenz in Chur und an einem Analystengespräch in Zürich. Die Einladungen sind separat erfolgt.

Die Halbjahresergebnisse 2013 werden am 27. August 2013 veröffentlicht.

Die Generalversammlung findet am 15. Mai 2013 in Poschiavo statt.

 

Kontakt:

Kurt Bobst CEO CH -7742 Poschiavo T  +41 81 839 7111 M  +41 79 221 4655 kurt.bobst(at)repower.com Stefan Kessler CFO CH – 7742 Poschiavo T  +41 81 839 7111 M  +41 79 827 6592 stefan.kessler(at)repower.com Werner Steinmann Leiter Medienstelle CH 7742 – Poschiavo T   +41 81 839 7111 M   +41 79 831 5213 werner.steinmann(at)repower.com

 

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Werner Steinmann Leiter Medienstelle

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