Basler Versicherungen: "Im Minimum braucht es eine Trennwand" Mittwoch, 26. April 2017 - 08:30
Medieninformation
"Im Minimum braucht es eine Trennwand"
Basel, 26. April 2017. Lieferwagen erfreuen sich grosser Beliebtheit. Gerade Paketkuriere setzen auf die geräumigen Fahrzeuge. Aber was passiert, wenn die Ladung nur ungenügend gesichert ist? Die Baloise hat zusammen mit dem Dynamic Test Center in Vauffelin einen Crashtest durchgeführt, um genau dies herauszufinden.
Mit der Zunahme des Onlinehandels werden immer mehr Pakete durch Kurierdienste auf der Strasse befördert. Aber auch Handwerker und Transporteure setzen auf Lieferwagen, um ihre Waren und Werkzeuge zu transportieren. Grosser Vorteil der Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen: Sie können mit einem gewöhnlichen Führerschein für Personenwagen gefahren werden. Kein Wunder nimmt die Zahl der Lieferwagen in der Schweiz jährlich zu. Laut Bundesstatistik machen Lieferwagen rund 6% aller Motorfahrzeuge in der Schweiz aus. "Gerade in urbanen Regionen sehen wir in unserer Schadenstatistik aber, dass Lieferwagen in etwa 20% aller Unfälle involviert sind", sagt Daniel Junker, Leiter Fahrzeugexperten der Basler Versicherung. "Das Thema betrifft aber nicht nur Kurierfahrer und Handwerker, sondern alle Lenker von Lieferwagen, die mit ungesichertem Material unterwegs sind." Es dürfe nicht vergessen werden, dass Lieferwagen nicht nur von erfahrenen Lenkern, sondern auch von Personen geführt werden, die diese für einen Transport gemietet haben. Zum Beispiel bei einem Bauhaus oder für den Umzug. "Diese unerfahrenen Lenker haben Mühe mit den Dimensionen der Fahrzeuge und kennen sich nur ungenügend mit Ladegutsicherung aus. Deswegen wollen wir hier ein Bewusstsein schaffen", sagt Daniel Junker.

Zweigeteilter Laderaum für den Crashtest
Um zu prüfen, was für Folgen eine mangelhafte Ladegutsicherung haben kann, hat die Baloise zusammen mit dem Dynamic Test Center (DTC) in Vauffelin einen Crashtest mit einem Lieferwagen durchgeführt. Zu diesem Zweck wurde im Laderaum links ein professionelles Ladungssicherungs-Gestell der Firma Bott eingebaut, wie es Handwerkern für ihre Werkzeuge und Materialien empfohlen wird. Zudem schützt eine fest eingeschraubte Trennwand den Fahrer. Auf der rechten Seite wurden Pakete, in der Reihenfolge, wie sie ausgeliefert werden müssen, aufeinander gestapelt. Gegen das Verrutschen der Pakete beim Anfahren wurde hinten ein Netz angebracht. Wie in vielen Transportfahrzeugen, ersetzte rechts ein simples Stahlgitter die Trennwand.
Währenddessen bei einer Vollbremsung ausser ein paar verrutschten Paketen nichts passierte, zeigt der Crash mit 70km/h ein ganz anderes Bild. "Das war zu erwarten", sagt Raphael Murri, Bereichsleiter passive Sicherheit beim DTC. "Die Kräfte bei einem Crash sind rund 20 mal so hoch wie bei einer Vollbremsung. Das simple Stahlgitter und die Lehnen der Sitze können der Wucht der Pakete nicht standhalten." Die Insassen wären einer grossen Verletzungsgefahr ausgesetzt. Auf der linken Seite erfüllte das Ladungssicherungs-Gestell seinen Zweck. Die grossen Kräfte haben es sichtbar deformiert, aber kein Gegenstand löste sich aus dem Regal. "Der Test hat eindrücklich gezeigt, dass es im Minimum eine fest eingebaute Trennwand braucht. Auch mit einem guten Regalsystem kann sich einmal ein Gegenstand lösen, der dann zu einem gefährlichen Geschoss wird", sagt Daniel Junker. Die zwei Experten denken weiter, dass Ausbildungslektionen zum Thema Ladegutsicherung, wie sie für Lastwagenchauffeure obligatorisch sind, sinnvoll wären. "Wünschenswert wäre zudem eine stärkere Marktdurchdringung mit modernen Fahrassistenzsystemen, damit es gar nicht erst zu Unfällen kommt", sagt Daniel Junker.
Kontakt:
Patrick Pensa
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