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Tamedia-Nachbefragung: Junge und Frauen stimmten eher für die Energiewende Dienstag, 23. Mai 2017 - 06:35

 
Medienmitteilung (PDF)
 
Tamedia-Nachbefragung: Junge und Frauen stimmten eher für die Energiewende  
 
Nur die Anhänger der SVP lehnten das Energiegesetz mehrheitlich ab. Mitte-Wähler stimmten überraschend deutlich zu. Das zeigt die Tamedia-Nachbefragung.    
 
Zürich, 23. Mai 2017 – Die Schweizer Mediengruppe Tamedia hat auf ihren Newsportalen eine titelübergreifende Nachbefragung zur eidgenössischen Abstimmung vom 21. Mai durchgeführt. 13'525 Personen aus der ganzen Schweiz haben vom 19. bis 21. Mai online an der Befragung teilgenommen. Der Fehlerbereich liegt bei 2,8 Prozentpunkten.  

CVP-Wähler stimmten klar zu 
Die Stimmbürger haben das revidierte Energiegesetz am Sonntag deutlich angenommen. Die Tamedia-Nachbefragung zeigt detailliert auf, wie das Resultat zustande kam. Am höchsten war die Zustimmung im links-grünen Spektrum: 88 Prozent der SP-Wähler beziehungsweise 94 Prozent der Grünen-Wähler legten ein Ja in die Urne. Deutlicher als erwartet hat die Mitte die Gesetzesrevision unterstützt: 71 Prozent der christdemokratischen Wählerschaft stimmten zu. Die Basis folgte somit Bundesrätin Doris Leuthard (CVP). 


Während sich die Befürworter und Gegner der Vorlage bei den FDP-Anhängern ungefähr die Waage hielten, stimmte nur die SVP-Basis mehrheitlich gegen die Vorlage: Drei von vier SVP-Wählern sagten Nein. 

Unterschiede zwischen den Generationen
Beträchtliche Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen Altersgruppen: Junge stehen eher hinter der Energiewende als Ältere. So befürworteten 69 Prozent der 18- bis 34-Jährigen das Gesetz. Deutlich tiefer lag die Zustimmung bei den 50- bis 64-Jährigen sowie bei den über 65-Jährigen (53 bzw. 56% Ja). 

Die Unterstützung war bei den Frauen etwas höher als bei den Männern. 62 Prozent der Frauen unterstützten die Vorlage, während es bei Männern nur 54 Prozent waren. Zudem stimmten Personen mit einem Uni- oder Fachhochschulabschluss eher zu als solche mit einer Berufslehre.  

Mehrheit glaubt an erneuerbare Energien 
Aus Sicht der ablehnenden Stimmbürger war das Hauptargument gegen das Gesetz, dass dieses von unrealistischen Ausbauzielen für die erneuerbaren Energien ausgehe. Insgesamt glaubt die Bevölkerung aber an das Potential von Wasser, Wind, Sonne und Biomasse: Eine Mehrheit von 54 Prozent geht davon aus, dass erneuerbare Energien bis 2050 den gesamten Strombedarf der Schweiz werden decken können – sei es aufgrund der rasanten technologischen Entwicklung oder aufgrund von Fördermassnahmen. 

Einen schweren Stand haben Gas- oder Atomkraftwerke: Erstere würden nur 30 Prozent unterstützen. Nur eine Minderheit von 36 Prozent kann sich vorstellen, dass in der Schweiz dereinst wieder neue AKW gebaut werden.
  
Umfassende Tamedia-Abstimmungsumfragen
Die Tamedia-Abstimmungsumfragen werden in Zusammenarbeit mit den Politikwissen­schaftlern Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen, sodass die Stichprobe der Struktur der Stimmbevölkerung entspricht. Die Resultate werden jeweils umgehend ausgewertet, damit die Tageszeitungen und Newsplattformen von Tamedia schweizweit rasch und fundiert darüber berichten können. Weitere Informationen sind unter tamedia.ch/umfragen abrufbar.

Beteiligte Tamedia
Medien Deutschschweiz: 20 Minuten, BZ Berner Zeitung, Der Bund, Tages-Anzeiger, SonntagsZeitung und ZRZ Zürcher Regionalzeitungen
Romandie: 20 minutes, 24 heures, Tribune de Genève und Le Matin/Le Matin Dimanche
Tessin: 20 minuti