VAT Group AG Halbjahresbericht 2017: Dank ihrer starken Marktführerschaft erzielte die Gruppe auch im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2017 nachhaltiges Wachstum Donnerstag, 24. August 2017 - 07:00
Halbjahresbericht 2017
Dank ihrer starken Marktführerschaft erzielte die Gruppe auch im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2017 nachhaltiges Wachstum
Highlights 2. Quartal 2017
- VAT hat die sich durch das anhaltend positive Marktumfeld bietenden Chancen genutzt; schnelle Reaktion auf Kundenbedürfnisse
- Bestellungseingang steigt um 55%; Nettoumsatz um 35%
Highlights 1. Halbjahr 2017
- Zunehmende Nachfrage nach Produktionsanlagen in der Halbleiterbranche und technologischer Fortschritt bei Bildschirmen beflügeln Wachstum weiter
- Bestelleingang steigt um 45% auf CHF 372 Mio.; Nettoumsatzwachstum von 39% auf CHF 326 Mio.
- Bereinigtes EBITDA steigt um 33% auf CHF 98 Mio.; bereinigte EBITDA-Marge von 30,1% trotz Investitionen in künftiges Wachstum
Ausblick 2017
- Bei gleichbleibenden Wechselkursen Umsatzwachstum von ca. 30% erwartet
- Bereinigte EBITDA-Marge soll auf etwa dem Niveau von 2016 gehalten werden
- Investitionsaufwand von ca. 6% des Nettoumsatzes erwartet
Das starke zweite Quartal 2017 unterstreicht die solide Marktsituation
Durch die Nutzung wesentlicher Chancen in einem wichtigen Wachstumsmarkt erzielte VAT auch im zweiten Quartal gute Ergebnisse. Kundeninvestitionen in Kapazitätserweiterungen im Halbleiter- und im Display-Geschäft sowie die schnelle Reaktion auf Kundenanforderungen und die damit einhergehenden Kapazitätsanpassungen sorgten für Wachstum.
Der Bestelleingang im zweiten Quartal 2017 betrug CHF 190,2 Mio. und lag damit 55% über dem Vorjahresniveau. Der konsolidierte Nettoumsatz im zweiten Quartal erreichte CHF 161,9 Mio., was einem Anstieg von 35,4% entspricht.
Wichtige Wachstumstreiber weiter positiv
In den ersten sechs Monaten 2017 waren die Nachfrage nach neuen Produktionsanlagen im Halbleitermarkt und der technologische Fortschritt im Display-Bereich weiter stark, womit die Hauptwachstumstreiberunverändert zu 2016 sind.
Die Nachfrage nach Hochleistungshalbleitern stieg aufgrund von Megatrends wie der Digitalisierung, Cloud-Computing, dem Internet der Dinge und E-Mobility weiterhin intensiv an. Neben immer komplexeren Produktionsprozessen für Mikroprozessoren, der zunehmenden Miniaturisierung und der steigenden Anzahl notwendiger Produktionsschritte, beispielsweise für 3D-NAND-Speichergeräte, stellen auch Highend-Vakuumventile wichtige Komponenten in einem ständig wachsenden Markt dar.
Im Display-Geschäft haben die Kunden ihre Produktionskapazitäten für OLED-Displays, insbesonderefür Smartphones, weiter ausgebaut. Der Übergang von Flüssigkristall- (LCD) zu OLED-Bildschirmen ist in vollem Gange und wird höchstwahrscheinlich weiter anhalten, da die gegenwärtige Produktionskapazität noch nicht ausreicht, um die starke Nachfrage zu decken. Ferner investieren Display-Kunden zunehmend in Produktionskapazitäten für neue, grosse LCD-Fernseher, für die GEN-10.5-Substratflächen von fast 10 Quadratmetern nötig sind. Dadurch steigt die Nachfrage nach den neuen, bis zu 4 Meter breiten Transferventilen von VAT.
Wachstum in allen Geschäftssegmenten
Im ersten Halbjahr 2017 erlebte VAT einen Bestelleingang von CHF 372 Mio., was einem Wachstum von 44,8% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Auftragsbestand per Ende Juni betrug CHF 167,9 Mio. und damit 37,5% mehr als Ende 2016.
Am stärksten wuchs dabei das Segment Ventile, in dem die Bestellungen in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 52,7% auf CHF 297,9 Mio. zulegten. Im Segment Global Service gingen mit CHF 53,6 Mio. in den ersten sechs Monaten 20,4% mehr Bestellungen ein, im Segment Industry lag der Bestelleingang mit CHF 20,5 Mio. um 18,5% höher.
Der konsolidierte Nettoumsatz von CHF 326,4 Mio. im ersten Halbjahr lag 38,6% über dem Vorjahresniveau. Der positive Währungseffekt auf den Nettoumsatz machte einen Prozentpunkt aus.
Mit einem Anstieg von 47,9% auf CHF 263,8 Mio. stieg der Nettoumsatz im Segment Ventile am stärksten. Damit trägt das Ventilgeschäft aktuell 81% zum Nettokonzernumsatz bei. Das Segment Industry folgt mit einem Plus von 16,5% auf CHF 19.1 Mio., was ca. 6% des gesamten Nettoumsatzes entspricht. Das Segment Global Services steigerte seinen Nettomsatz um 6,4% auf CHF 43,5 Mio. und erwirtschaftet damit etwa 13% des Konzernumsatzes.
Im Segment Ventile konnten alle Geschäftseinheiten ihren Umsatz steigern. Das höchste prozentuale Wachstum erzielte die Geschäftseinheit Module, gefolgt von den Einheiten Semiconductors sowie Display & Solar. Absolut gesehen, leistete Semiconductors den grössten Beitrag, gefolgt von Display & Solar.
Im Segment Global Service herrschte starke Nachfrage im Ersatzteilgeschäft, das heute etwa 55% des gesamten Nettoumsatzes dieses Segments erwirtschaftet. Auch das Servicegeschäft konnte zulegen, während das Umbaugeschäft mit einem niedrigeren Ergebnis aufwartete. Verschiedene Anfragen betreffend grössere Umbauten stützen allerdings den positiven Ausblick für die kommenden Quartale.
Im Segment Industry wird das Wachstum hauptsächlich durch Membranbälge sowie das Geschäft mit mechanischen Komponenten angetrieben.
Investitionen in aktuelles und zukünftiges Wachstum verlangsamen EBITDA-Steigerung
Das starke Nettoumsatzwachstum der ersten sechs Monate 2017 widerspiegelt sich auch im Bruttogewinn, der um CHF 58,1 Mio. (39,2%) auf CHF 206,4 Mio. zulegte. Die Bruttomarge stieg trotz der sich weiter verschärfenden Nachfragesituation und der sich daraus ergebenden Preissteigerungen für bestimmte Materialien und Bauteile von 63,0% im Vorjahr auf 63,2%.
Das bereinigte EBITDA für das erste Halbjahr stieg um 32,9% auf CHF 98,2 Mio. Die bereinigte EBITDA-Marge sank nach 31,4% im Vorjahreszeitraum auf 30,1%, was hauptsächlich auf höhere Kosten im Zusammenhang mit der Erweiterung der gesamten Lieferkette sowie Investitionen in zusätzliche Kapazitäten in der Schweiz, Rumänien und Malaysia zurückzuführen war.
Für die ersten sechs Monate weist VAT einen Nettofinanzaufwand von CHF 6,8 Mio. aus, welcher deutlich weniger ist als die CHF 19,9 Mio. im Vorjahreszeitraum. Erreicht wurde dies durch die verbesserte Finanzierungsstruktur der Gruppe aufgrund des umgewandelten Aktionärsdarlehens sowie der kosteneffizienten Refinanzierung der früheren vorrangig besicherten Kreditlinie im September 2016.
VAT plant im zweiten Halbjahr die Finanzierungsstruktur, welche von den Private Equity Besitzer eingesetzt wurde, aufzulösen und die beiden Tochtergesellschaften VAT LUX III S.à r.l. und VAT Management S.à r.l zu fusionieren. Da die funktionale Währung der VAT LUX III S.à r.l. in US-Dollar ist, wird eine Auflösung von Umrechnungsrücklagen in Höhe von ca. CHF 35 Mio. zum gegenwärtigen USD-Wechselkurs nötig. Diese einmalige, nicht zahlungswirksame Transaktion würde in den Finanzierungskosten berücksichtigt und hätte somit Auswirkungen auf den Nettogewinn des Konzerns sowie den Gewinn pro Aktie. Das Gesamtergebnis für den Zeitraum, das Eigenkapital und der freie Cashflow werden davon nicht berührt.
Die effektive Steuerquote für das erste Halbjahr 2017 betrug 16,7% und lag damit fast 10 Prozentpunkte tiefer als im Vorjahr (26,3%), was der Refinanzierung sowie der Umwandlung des Aktionärsdarlehens in Eigenkapital im März 2016 zu verdanken war. Für das Gesamtjahr wird wieder eine Steuerquote von 18 bis 20% erwartet.
Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn lag im ersten Halbjahr bei CHF 59,5 Mio. Diese Steigerung wurde dank eines höheren Betriebsgewinns, verbunden mit einem niedrigeren Nettofinanzaufwand und einem tieferen Steuersatz, möglich.
Per 30. Juni 2017 lag die Nettoverschuldung von VAT bei CHF 194,0 Mio., was auf Basis der letzten zwölf Monate einem Verschuldungsgrad (Nettoschulden zu EBITDA) von 1,1 entspricht.
Grund für die Steigerung gegenüber dem 31. Dezember 2016 war hauptsächlich die Dividendenzahlung von CHF 120 Mio. im Mai 2017. Die Eigenkapitalquote belief sich per 30. Juni 2017 auf 52,3 %.
Freier Cashflow auf Kurs
Eine der wichtigsten Leistungskennzahlen der VAT Gruppe stellt der freie Cashflow dar, der in den ersten sechs Monaten bei CHF 54,1 Mio. lag und damit den Erwartungen der Geschäftsleitung entsprach. Trotz höherer Kapitalausgaben und dem Aufbau von Umlaufvermögen aufgrund der hohen Wachstumsraten lag der freie Cashflow damit in etwa auf Vorjahresniveau.
Das Nettoumlaufvermögen (Net Trade Working Capital) stieg gegenüber dem 31. Dezember 2016 um CHF 11,7 Mio. auf CHF 115,1 Mio., was in Zeiten von hohem Wachstum nicht ungewöhnlich ist. Die Free-Cashflow-Marge betrug 16,6%; die Free Cashflow Conversion Rate lag bei 56,8% des EBITDA.
Per Ende Juni 2017 hatte VAT weltweit 1746 Mitarbeitende, was einer Zunahme um 307 Mitarbeitende bzw. 21,3% im Vorjahresvergleich und einer Steigerung um 36,6% gegenüber Ende Dezember entspricht und das starke Wachstum des Geschäfts widerspiegelt.
Ausblick bis Jahresende
Das Marktumfeld hat sich in den letzten Monaten nicht wesentlich verändert. Langfristige Wachstumstreiber wie die Digitalisierung, Cloud-Computing, das Internet der Dinge und E-Mobility beherrschen unseren Alltag heute noch stärker. Führende Bildschirm-und Gerätehersteller investieren weiter in neue Produktionskapazitäten und moderne Technologien, und VAT geht davon aus, bis Ende des Jahres und darüber hinaus weiter stark von dieser Entwicklung zu profitieren.
Für das Gesamtjahr 2017 erwartet VAT aktuell eine Steigerung des Nettoumsatzes um etwa 30% bei gleichbleibenden Wechselkursen, was über der früheren Schätzung von mindestens 20% liegt. Das Unternehmen geht weiter davon aus, seine bereinigte EBITDA-Marge auf etwa demselben Niveau wie 2016 zu halten, während das starke Nettoumsatzwachstum durch wesentliche Investitionen in künftiges Wachstum ausgeglichen wird. Der Investitionsaufwand für das Gesamtjahr wird nach einen früher veröffentlichten Ausblick von 5% gegenwärtig auf etwa 6% des Nettoumsatzes geschätzt, womit dieser aufgrund der weiter beschleunigten Werkserweiterung in Malaysia kurzzeitig über dem Zielwert von 4% liegt.
Investitionen in künftiges Wachstum
In den letzten 18 Monaten ist der Markt für Halbleiter und Displays stärker gewachsen als je zuvor, was über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu Herausforderungen geführt hat. VAT konzentriert sich weiter auf technische Innovationen und die Produktqualität und arbeitet eng mit Kunden und Lieferanten zusammen, um sicherzustellen, dass alle Kundenbedürfnisse erfüllt werden können. Gemäss der Unternehmensstrategie verstärkt die VAT Gruppe ihre Anstrengungen, die Produktionskapazitäten in der Schweiz, Malaysia und Rumänien zu steigern, weiter, um die Lieferzeiten zu verbessern. Dies hat auch 2018 Priorität.
Dazu werden nicht nur mehr Mitarbeitende eingestellt, es werden auch zusätzliche Möglichkeiten bestimmt, die bestehenden Kapazitäten besser zu nutzen, die Lieferantenbasis zu verbreitern und die Produktionsfläche im malaysischen Penang zu vergrössern. Die Expansionsmassnahmen wurden erfolgreich eingeführt und sollen bis zum dritten Quartal 2018 abgeschlossen sein. In Haag hat das Unternehmen Schweissarbeiten einen erfahrenen und zuverlässigen externen Partner ausgelagert, um Produktionsflächen für zusätzliche Maschinen nutzen und die Produktionsabläufe optimieren zu können. Zudem haben wir ein bestehendes Gebäude um zwei Büroetagen aufgestockt. In Rumänien wurden ebenfalls diverse Erweiterungs-und Optimierungsmassnahmen ergriffen.
Diese haben zum Ziel, die Marktführerschaft der VAT Gruppe in einem anspruchsvollen, stark wachsenden und sich schnell wandelnden Markt zu festigen und zu stärken. Für den weiteren Erfolg des Konzerns sind vertrauensvolle Kundenbeziehungen wesentlich, die auf technologischer Innovation, Zuverlässigkeit und nachweislicher Produktqualität bei gleichzeitig weltweiter Wettbewerbsfähigkeit aufbauen.
Dr. Martin Komischke Heinz Kundert
Verwaltungsratspräsident CEO

