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SCHMOLZ + BICKENBACH erzielt zweistelliges EBITDA Wachstum im 3. Quartal 2017 Donnerstag, 09. November 2017 - 07:00

Medienmitteilung

SCHMOLZ + BICKENBACH erzielt zweistelliges EBITDA Wachstum im 3. Quartal 2017

  • Absatzmenge stieg um 3,6% auf 405 Kilotonnen in Q3 2017, von 391 Kilotonnen in Q3 2016 aufgrund anhaltend robuster Nachfrage in den meisten Endmärkten und Regionen
  • Durchschnittlicher Verkaufspreis pro Tonne auf EUR 1 509 gestiegen, von EUR 1 366 in Q3 2016 und von EUR 1 489 in Q2 2017
  • Bereinigtes EBITDA bei EUR 38,0 Millionen um 19,5% höher verglichen mit EUR 31,8 Millionen in Q3 2016; bereinigte EBITDA-Marge bei 6,2% nach 6,0% im Vorjahr
  • Positiver Free Cash Flow von EUR 27,0 Millionen und Reduktion der Nettoverschuldung auf EUR 454,6 Millionen gegenüber EUR 472,4 Millionen zum Ende Q2 2017
  • Jahresausblick 2017 bestätigt: SCHMOLZ + BICKENBACH erwartet ein bereinigtes EBITDA zwischen EUR 200 Millionen und EUR 220 Millionen

CEO Clemens Iller kommentierte: „Im dritten Quartal blieb das Marktumfeld günstig, obwohl es dem normalen saisonalen Muster mit einer geringeren Geschäftstätigkeit in den Sommermonaten folgte. Wir konnten die Absatzmenge und die Profitabilität trotz einer selektiveren Auftragsannahme und einer Optimierung unseres Produktportfolios im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern. Eine unvermindert starke Nachfrage wurde insbesondere in der europäischen Automobilindustrie beobachtet, unterstützt durch allgemein robuste Bedingungen in anderen wichtigen Endmärkten. Deshalb bestätigen wir unsere Einschätzung, dass sich der Spezialstahlmarkt im restlichen Jahresverlauf positiv entwickeln wird. Demgegenüber stehen Herausforderungen wie eine beschleunigte Kosteninflation für Elektroden oder feuerfeste Materialien.“

Finanzkennzahlen

Einheit

9M 2017

9M 2016

+/- (%)

Q3 2017

Q3 2016

+/- (%)

Absatzmenge

Kilotonnen

1 364

1 323

3,1

405

391

3,6

Umsatz

EUR Mio.

2 018,4

1 756,4

14,9

611,0

534,1

14,4

Bereinigtes EBITDA

EUR Mio.

174,5

109,3

59,7

38,0

31,8

19,5

EBITDA

EUR Mio.

171,1

99,1

72,7

37,1

27,6

34,4

Bereinigte EBITDA-Marge

%

8,6

6,2

2,4

6,2

6,0

0,2

EBITDA-Marge

%

8,5

5,6

2,9

6,1

5,2

0,9

Betriebliches Ergebnis (EBIT)

EUR Mio.

75,1

6,7

k.A.

4,5

–4,4

k.A.

Ergebnis vor Steuern (EBT)

EUR Mio.

37,5

–26,0

k.A.

–3,8

–14,3

–73,4

Konzernergebnis (EAT)

EUR Mio.

19,5

–35,9

k.A.

–7,0

–13,9

–49,6

Free Cash Flow

EUR Mio.

2,7

82,4

–96,7

27,0

56,8

–52,5

Ergebnis pro Aktie 1)

EUR

CHF

0,02

0,02

–0,04

–0,04

k.A.

–0,01

–0,01

–0,02

–0,02

30.09.17

31.12.16

30.06.17

Nettofinanzverbindlichkeiten

EUR Mio.

454,6

420,0

472,4

Mitarbeiter zum Stichtag

Anzahl

8 969

8 877

8 894

1) Ergebnis pro Aktie basiert auf dem Konzernergebnis nach Abzug der den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss zustehenden Ergebnisanteilen

Luzern, 9. November 2017 – SCHMOLZ + BICKENBACH, ein weltweit führendes Unternehmen für Speziallang­stahl, meldete heute eine höhere Absatzmenge von 405 Kilotonnen im Vergleich zu 391 Kilotonnen im Vorjahres­zeitraum. Einhergehend mit höheren durchschnittlichen Verkaufspreisen stieg der Umsatz auf EUR 611,0 Millionen, was einem Zuwachs von 14,4% verglichen mit einem Umsatz von EUR 534,1 Millionen im dritten Quartal 2016 entspricht. Ein höherer Umsatz zusammen mit einem verbesserten Bruttogewinn pro Tonne führten zu einem bereinigten EBITDA von EUR 38,0 Millionen. Dies bedeutet einen Anstieg um 19,5% gegenüber den vor einem Jahr erreichten EUR 31,8 Millionen. Die dazugehörige Marge konnte auf 6,2% nach 6,0% in der entsprechenden Vorjahresperiode gesteigert werden. Das EBITDA stieg um 34,4% und lag bei EUR 37,1 Millionen, was auf einen wesentlich niedrigeren Restrukturierungsaufwand als vor einem Jahr zurückzuführen war.

Das Marktumfeld blieb im dritten Quartal stabil, trotz der üblichen saisonal bedingten Abschwächung der Geschäftsaktivitäten in den Sommermonaten, insbesondere in Europa. Die Absatzmenge war mit 405 Kilotonnen um 3,6% höher als die 391 Kilotonnen im Vorjahreszeitraum. Die Rohmaterialpreise waren innerhalb des Quartals heterogen. Im Vergleich zum Vorjahr und zum zweiten Quartal 2017 stiegen die Durchschnittspreise für Nickel und Schrott. Andererseits waren die Ferrochrompreise in Euro pro Tonne niedriger als im zweiten Quartal (-7%) aber deutlich höher als vor einem Jahr (+12%). Insgesamt unterstützten die Rohmaterialpreise eine Rückkehr zu einem normaleren Preisumfeld. Der durchschnittliche Verkaufspreis stieg auf EUR 1 509 pro Tonne von EUR 1 489 im zweiten Quartal 2017 und EUR 1 366 im Vorjahreszeitraum, was einen Anstieg um 10,5% im Jahresvergleich bedeutet.

Die Automobilindustrie in Europa und in einem geringeren Mass in China blieb der Wachstumsmotor; aber auch der Maschinen- und Anlagenbau trug zum soliden Ergebnis bei. Im Gegensatz dazu zeigte die Öl- und Gasindustrie im Vergleich zum dritten Quartal 2016 zwar eine markante Steigerung, verbesserte sich im Vergleich zu den Vorquartalen aber nur gering. Insgesamt unterstreichen die Zahlen die aktuell gute Verfassung der Weltwirtschaft.

Alle Regionen trugen zum Umsatzwachstum im dritten Quartal bei. Der Umsatzanstieg war in der Region Amerika mit einer Steigerung um 23,6% im Jahresvergleich am stärksten ausgeprägt. Dazu beigetragen haben die Einführung neuer Produkte, eine erfolgreiche Expansion ausserhalb der Öl- und Gasindustrie sowie die Erholung Letzterer von einem extrem niedrigen Nachfrageniveau in der Vorjahresperiode. Zweistelliges Umsatzwachstum wurde auch in Europa erzielt, da sich die Wirtschaftserholung der letzten Quartale in den meisten Ländern der Eurozone fortsetzte. Mit dem Beitrag des neuen Joint Ventures mit Tsingshan stieg der Umsatz in China um 38,6%. Das starke Wachstum in China trug ebenfalls zu einer Umsatzsteigerung von 22,8% in der Region Afrika/Asien/Australien bei.

Hauptsächlich aufgrund von besseren Verkaufspreisen stieg der Umsatz im Vorjahresvergleich in allen drei Produktgruppen. Beim Qualitäts- und Edelbaustahl konnte mit einem Plus von 20,5% auf EUR 263,4 Millionen das stärkste Wachstum erzielt werden, getrieben durch eine robuste Nachfrage in allen Abnehmerindustrien. Allerdings wurde das Wachstum auch durch die geringe Basis im Vorjahreszeitraum gestützt, als das Hochfahren der neuen Hakenbahn bei Swiss Steel zu einem um mehr als 10 Kilotonnen reduzierten Absatzvolumen führte. Zweistelliges Umsatzwachstum konnte auch in der Gruppe rost-, säure- und hitzebeständiger Stahl (RSH-Stahl) mit einem Plus von 12,3% auf EUR 225,4 Millionen erreicht werden. Dies reflektiert die weiterhin anhaltende Stärke der europäischen Automobilindustrie. Wie in den vorherigen Quartalen wuchs der Umsatz im Bereich Werkzeugstahl langsamer als in den anderen Produktgruppen. Das Wachstum betrug 3,5% auf EUR 104,7 Millionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

SCHMOLZ + BICKENBACH konnte das bereinigte EBITDA um 19,5% auf EUR 38,0 Millionen steigern, verglichen mit EUR 31,8 Millionen im dritten Quartal 2016. Die entsprechende Marge stieg auf 6,2% von 6,0%. Der Anstieg war getrieben von höheren Verkaufspreisen, welche die gegenläufigen Auswirkungen höherer Rohmaterial- und Personalkosten sowie anderer betrieblicher Aufwendungen überkompensierten. Die Einmalaufwendungen für Restrukturierungsmassnahmen beliefen sich auf EUR 0,9 Millionen. Das EBITDA erhöhte sich entsprechend auf EUR 37,1 Millionen im Vergleich zu EUR 27,6 Millionen vor einem Jahr, was einer Marge von 6,1% gegenüber 5,2% im dritten Quartal 2016 entspricht.

Das Finanzergebnis verbesserte sich auf EUR –8,3 Millionen gegenüber EUR –9,9 Millionen im dritten Quartal des Vorjahres, was auf die geringeren Zinsforderungen im Zuge der Refinanzierung aller drei wichtigen Säulen der Finanzierungsstruktur im zweiten Quartal 2017 zurückzuführen war. Der Steueraufwand erhöhte sich aufgrund des besseren Ergebnisses auf EUR 3,2 Millionen verglichen mit einem Steuerertrag von EUR 0,4 Millionen im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich resultierte ein Konzernergebnis von EUR –7,0 Millionen im Vergleich zu EUR –13,9 Millionen im dritten Quartal 2016.

Dem normalen saisonalen Muster folgend konnte der Free Cash Flow auf EUR 27,0 Millionen im Vergleich zu EUR 7,1 Millionen im zweiten Quartal 2017 gesteigert werden. Dies war hauptsächlich auf den Abbau von Lagerbeständen während der Sommermonate zurückzuführen. Verglichen zum Vorjahr mit EUR 56,8 Millionen war dieser aber niedriger aufgrund eines besseren Umsatzes und daraus resultierend eines höheren Nettoumlaufvermögens. Das Verhältnis von Nettoumlaufvermögen zu Umsatz konnte weiter gesenkt werden auf 29,3% in der Berichtsperiode gegenüber 30,3% im dritten Quartal 2016.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten waren mit EUR 454,6 Millionen um EUR 17,8 Millionen niedriger als per Ende des zweiten Quartals 2017 mit EUR 472,4 Millionen. Der finanzielle Verschuldungsgrad, also das Verhältnis von Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA der letzten 12 Monate, konnte auf 2,1 verbessert werden und ist damit auf einem historischen Tiefstand für die Gruppe.

Ausblick 2017

Insgesamt bestätigt SCHMOLZ + BICKENBACH seine Erwartungen, dass sich die Marktbedingungen im Rest des Jahres trotz erheblicher politischer und makroökonomischer Unsicherheiten günstig entwickeln werden.

Nach der normalen saisonal bedingten Abschwächung der Geschäftsaktivitäten in den Sommermonaten hatte SCHMOLZ + BICKENBACH einen guten Start ohne jegliche Anzeichen einer Abschwächung in den Kernmärkten der Gruppe. Für den Rest des Jahres dürfte sich die Automobilindustrie weiterhin auf einem soliden Wachstumspfad bewegen während im Maschinen- und Anlagenbau eine leichte Expansion für das vierte Quartal erwartet werden darf. Im Gegensatz dazu zeigt die Öl- und Gasindustrie nur eine geringe Dynamik. Bei den Rohmaterialien sind die Preise von Schrott und Nickel nach einer Konsolidierungsphase im zweiten Quartal wieder angestiegen. Insgesamt erwarten wir, dass die durchschnittlichen Rohmaterialpreise höher liegen werden als im vergangenen Geschäftsjahr. Höhere Preise für Graphitelektroden und Feuerfestmaterialien könnten das günstige Umfeld in den nächsten Monaten jedoch belasten.

Im Vergleich zum Vorjahr werden wir unser Ergebnis im Geschäftsjahr 2017 signifikant verbessern, da die Auftragsbestände gut und die Fundamentaldaten in unseren wichtigsten Kundenindustrien robust sind. Auf diesen Annahmen beruhend erwarten wir ein bereinigtes EBITDA zwischen EUR 200 Millionen und EUR 220 Millionen.

– ENDE

Für weitere Informationen:

Dr. Ulrich Steiner, Vice President Corporate Communications & Investor Relations

Telefon +41 (0)41 581 4120

u.steiner@schmolz-bickenbach.com