Delegierte setzen mit der vorzeitigen Erneuerung des Verwaltungsrats ein Zeichen
Lugano, 16. Juni 2018. Die 115. Delegiertenversammlung von Raiffeisen Schweiz stand ganz im Zeichen der beiden Themen «Aufarbeitung der Vergangenheit» und «Zukunftsfähigkeit». Die Delegierten von Raiffeisen Schweiz haben in Lugano die Weichen hinsichtlich der Weiterentwicklung der Organisation gestellt und die vorzeitigen Rücktritte von drei Verwaltungsratsmitgliedern gutgeheissen. Zudem haben sie im Rahmen der ordentlichen Traktanden mit den bereits vorgeschlagenen Kandidaten Rolf Walker und Thomas Rauber zwei neue Verwaltungsräte gewählt.
An der 115. Delegiertenversammlung von Raiffeisen Schweiz in Lugano haben die 162 anwesenden Delegierten der 255 Raiffeisenbanken nicht nur ein klares Bekenntnis für die genossenschaftliche Struktur der Bankengruppe abgegeben, sondern auch dem Dialog in der Gruppe neue Impulse verliehen. Die Diskussion wird an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung am 10. November 2018 weitergeführt. Zudem haben sie die Zwischenresultate der unabhängigen Untersuchung von Prof. Dr. Bruno Gehrig zur Kenntnis genommen.
Raiffeisen reagiert auf die harsche Kritik der FINMA – die wichtigsten Beschlüsse im Überblick
In intensiven Diskussionen mit den Regionalverbänden wurde deutlich, dass ein Neustart von Raiffeisen Schweiz nur glaubwürdig sein kann, wenn auch auf der personellen Ebene des Verwaltungsrats ein klares Zeichen gesetzt wird. Diesem Votum wurde mit der Ankündigung beschleunigter Rücktritte Genüge getan. Namentlich geht es zusätzlich zu den bereits festgelegten Rücktritten von Daniel Lüscher und Urs Schneider an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung vom 10. November 2018, um die drei Mitglieder Rita Fuhrer, Angelo Jelmini und Philippe Moeschinger. Rita Fuhrer, die ihren Rücktritt auf die ordentliche Delegiertenversammlung von 2019 angekündigt hat, und Angelo Jelmini, dessen Rücktritt per 2020 geplant war, haben sich an der heutigen Delegiertenversammlung nicht zur Wiederwahl gestellt. Philippe Moeschinger, dessen Rücktritt 2019 geplant war, wird nun neu auf die ausserordentliche Delegiertenversammlung im November 2018 hin zurücktreten.
Mit der Zuwahl von Rolf Walker und Thomas Rauber stärkt die Delegiertenversammlung die Kompetenz des Verwaltungsrats von Raiffeisen Schweiz insbesondere in den Themen Audit und Controlling wie auch im Firmenkundengeschäft. Zudem wurde sichergestellt, dass der Verwaltungsrat trotz der Abgänge von Prof. Dr. Johannes Rüegg-Stürm, Edgar Wohlhauser, Werner Zollinger, Laurence de la Serna und Prof. Dr. Franco Taisch bis zur ausserordentlichen Delegiertenversammlung weiterhin statutenkonform besetzt ist. Die Lebensläufe der beiden neuen Verwaltungsratsmitglieder stehen als PDF zum Download zur Verfügung.
Gleichzeitig hat sich Prof. Dr. Pascal Gantenbein zur Verfügung gestellt, den Verwaltungsrat bis zur Wahl des neuen Verwaltungsratspräsidiums weiterhin interimistisch zu leiten und angekündigt, sich offiziell für dieses Amt als Kandidat zur Verfügung zu stellen.
Die Delegierten genehmigten die Jahresrechnung 2017 von Raiffeisen Schweiz und die konsolidierte Jahresrechnung 2017 der Raiffeisen Gruppe. Dem Antrag des Verwaltungsrats von Raiffeisen Schweiz, die Erteilung der Decharge zu verschieben, haben die Delegierten zugestimmt. Damit wird der Verwaltungsrat die Traktandierung auf die ausserordentliche Delegiertenversammlung vom 10. November 2018 oder die ordentliche Delegiertenversammlung 2019 prüfen. Der Verwaltungsrat reagiert somit auf die harsche Kritik der FINMA und gibt den Delegierten die Gelegenheit, sich vor Erteilung der Entlastung ein vollständiges Bild über die Resultate des Verfahrens und der unabhängigen Untersuchung zu machen.
Die Delegiertenversammlung hat dem Antrag auf Wiederwahl von PricewaterhouseCoopers als obligationenrechtliche Revisionsstelle von Raiffeisen Schweiz, den Raiffeisenbanken und den Gruppengesellschaften für eine weitere Amtsdauer von drei Jahren zugestimmt.
Da die Budget- und Vergütungskompetenz statutarisch beim Verwaltungsrat liegt, hat die Delegiertenversammlung keine Kompetenz, über die Höhe der Verwaltungsratsvergütung zu entscheiden. Aus diesem Grund wurde dem Antrag stattgegeben, eine Arbeitsgruppe mit der Erarbeitung eines neuen Vergütungsmodells zu beauftragen und dieses an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung vom 10. November 2018 zur Abstimmung zu bringen.
Pascal Gantenbein, Vize-Präsident des Verwaltungsrats von Raiffeisen Schweiz: «Mit der Zuwahl der neuen Verwaltungsräte, der angestossenen Diskussionen rund um die Modernisierung der Genossenschaft sowie der Untersuchungen zur Aufarbeitung der Vergangenheit macht Raiffeisen einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft. Ich bin überzeugt, dass Raiffeisen gestärkt aus dieser Situation hervorgehen wird.»
Zwischenresultate der unabhängigen Untersuchung
Über erste Zwischenresultate der im Frühjahr 2018 lancierten unabhängigen Untersuchung berichtete der unabhängige Lead Investigator, Prof. Dr. Bruno Gehrig. Die Untersuchung schreitet planmässig voran.
Priorisiert wurde der Erwerb der ehemaligen Wegelin Privatbank im Hinblick auf den Verkauf der Notenstein La Roche Privatbank. Die Untersuchung ergab keine Hinweise auf strafrechtlich relevantes Verhalten von Dr. Pierin Vincenz beim Erwerb der ehemaligen Wegelin Privatbank.
Vertieft untersucht werden zurzeit etwa zwei Dutzend Beteiligungen. Es ist geplant, diese Analysen bis zur ausserordentlichen Delegiertenversammlung vom November 2018 abzuschliessen. Ziel ist es, das Vertrauen in Raiffeisen Schweiz zu stärken, indem die Vergangenheit konsequent aufgearbeitet und Transparenz über das Resultat der Untersuchungen gegenüber innen und aussen geschaffen wird.
Auskünfte:
Medienstelle Raiffeisen Schweiz
071 225 84 84, medien@raiffeisen.ch
Raiffeisen: Drittgrösste Bankengruppe in der Schweiz
Die Raiffeisen Gruppe ist die führende Schweizer Retailbank. Die dritte Kraft im Schweizer Bankenmarkt zählt 1,9 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter sowie 3,7 Millionen Kundinnen und Kunden. Die Raiffeisen Gruppe ist an 912 Standorten in der ganzen Schweiz präsent. Die 255 rechtlich autonomen und genossenschaftlich organisierten Raiffeisenbanken sind in der Raiffeisen Schweiz Genossenschaft zusammengeschlossen. Diese hat die strategische Führungsfunktion der gesamten Raiffeisen Gruppe inne. Mit Gruppengesellschaften, Kooperationen und Beteiligungen bietet Raiffeisen Privatpersonen und Unternehmen ein umfassendes Produkt- und Dienstleistungsangebot an. Die Raiffeisen Gruppe verwaltete per 31.12.2017 Kundenvermögen in der Höhe von 210 Milliarden Franken und Kundenausleihungen von rund 181 Milliarden Franken. Der Marktanteil im Hypothekargeschäft beträgt 17,5 Prozent. Die Bilanzsumme beläuft sich auf 228 Milliarden Franken.
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