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Raiffeisen mit starkem operativen ersten Halbjahr Mittwoch, 22. August 2018 - 07:00

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Raiffeisen mit starkem operativen ersten Halbjahr

St.Gallen, 22. August 2018. Das operative Geschäft der Raiffeisen Gruppe hat sich in der ersten Jahreshälfte 2018 weiterhin erfolgreich entwickelt. Der Gewinn per 30. Juni 2018 beträgt 416 Millionen Franken und liegt damit wie schon letztes Jahr über der Schwelle von 400 Millionen Franken. Zum ausgezeichneten Semesterausweis beigetragen haben insbesondere die anhaltende Ertragsstärke im Kerngeschäft sowie die leicht rückläufige Kostenentwicklung.

Die ersten sechs Monate der Raiffeisen Gruppe könnten kontrastreicher nicht sein: Einerseits kann aufgrund des weiterhin erfolgreichen operativen Bankgeschäfts eine anhaltend positive Entwicklung im Kerngeschäft verzeichnet werden. Demgegenüber steht die öffentliche Debatte um Corporate-Governance-Themen von Raiffeisen Schweiz. Die Ertragsstärke im Kerngeschäft sowie die leicht rückläufige Kostenentwicklung führten zu einem hohen Geschäftserfolg von 517 Millionen Franken. Mit einem Halbjahresgewinn von 416 Millionen Franken konnte die 400-Millionen-Grenze wie bereits im ersten Semester 2017 erneut deutlich überschritten werden.

Fast durchgängig steigende Erträge

Der Geschäftsertrag der Raiffeisen Gruppe liegt im Vergleich zur Vorjahresperiode fast unverändert bei 1'636 Millionen Franken (+8 Millionen Franken oder +0,5 Prozent). Insbesondere die Erträge aus dem Zinsgeschäft um 17 Millionen auf 1'138 Millionen Franken (+1,6 Prozent) sowie dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 10 Millionen auf 256 Millionen Franken (+3,9 Prozent) legten stark zu. Kräftig angestiegen ist aufgrund der einmalig hohen Dividendenausschüttung der Aduno Holding AG auch der Beteiligungsertrag um 33 Millionen auf 53 Millionen Franken (+156,3 Prozent).

Rückläufig entwickelte sich dagegen die Position «anderer ordentlicher Ertrag» um 50 Millionen auf 58 Millionen Franken (-46,6 Prozent). Dies ist darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr markant höhere Beträge aus den Projekten zur Einführung des neuen Kernbankensystems über diese Position aktiviert worden sind. Als Folge dieser verminderten Investitionen ist auch der Geschäftsaufwand leicht gesunken – um 7 Millionen auf 1'000 Millionen Franken (-0,7 Prozent). Höhere Aufwände mussten hingegen bei den Wertberichtigungen auf Beteiligungen verbucht werden.

Positive Entwicklung im Kredit- und Einlagengeschäft

Das kontinuierliche Wachstum des Geschäftsvolumens setzte sich auch im ersten Halbjahr 2018 fort. Mit einem Anstieg von 2,1 Prozent (+3,6 Milliarden Franken) wuchsen die Hypothekarforderungen über dem Markt. Bei den Kundeneinlagen wurde ein Anstieg von 0,9 Prozent (+1,5 Milliarden Franken) verzeichnet. Vermehrt ist der Trend zu beobachten, dass Kunden Teile ihrer Kontoguthaben aufgrund der tiefen Verzinsung in Wertschriftenbestände umschichten. Der Netto-Neugeldzufluss beträgt in der Berichtsperiode 2,2 Milliarden Franken.

«Die anhaltende Ertragsstärke und die positive Entwicklung im Hypothekargeschäft machen deutlich, dass die Raiffeisen Gruppe auch in diesem Jahr überaus erfolgreich wirtschaftet. Zum Erfolg beigetragen hat insbesondere der gute Geschäftsgang der 246 Raiffeisenbanken», betont Dr. Patrik Gisel, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz. «Obwohl das Geschäftsvolumen in den letzten fünf Jahren stetig gestiegen ist, haben sich die Wertberichtigungen für Ausfallrisiken in dieser Zeit laufend reduziert. Die Raiffeisen Gruppe gehört weiterhin zu den sichersten Bankinstituten der Schweiz.»

Nach Abschluss des Enforcementverfahrens der FINMA und der Feststellung von Corporate-Governance-Mängeln bei Raiffeisen Schweiz in der Vergangenheit hat Moody's trotz weiterhin soliden Risikodaten das «Long-Term Deposit Rating» für Raiffeisen von «Aa2» auf «Aa3» und das «Senior Unsecured Dept Rating» von «A2» auf «A3» angepasst. Die Ratingagentur stuft damit die möglichen mittelfristigen Auswirkungen eines Reputationsschadens höher ein als die auch von Moody's attestierten unverändert guten Fundamentaldaten der Gruppe inklusive solider Kapital- und Liquiditätsausstattung.

Definitive TLAC-Anforderungen in Vernehmlassung

Die risikogewichtete Gesamtkapitalquote der Gruppe liegt per 30. Juni 2018 bei 16,9 Prozent. Die risikogewichtete Going-concern-Kapitalquote beträgt 16,6 Prozent. Für den Aufbau der zusätzlichen Gone-Concern-Anforderung wird gemäss Vernehmlassungsvorlage eine Übergangsfrist von sieben Jahren gewährt. Dies bedeutet, dass die Raiffeisen Gruppe die neuen TLAC-Anforderungen ab 1. Januar 2026 vollumfänglich erfüllen muss. Raiffeisen geht davon aus, dass die zusätzlichen Anforderungen aus eigener Kraft und ohne ausserordentliche Mittelbeschaffung erfüllt werden können. Die Leverage Ratio übertrifft mit 7,0 Prozent bereits jetzt die zukünftigen ungewichteten TLAC-Anforderungen.

Seit dem 23. Februar 2018 läuft die Vernehmlassung zu den Änderungen der Eigenmittelverordnung zu den Gone-Concern-Anforderungen für die inländischen, systemrelevanten Banken. Die Änderungen sollen ab dem 1. Januar 2019 in Kraft treten.

Corporate-Governance-Themen beschäftigen auch im zweiten Halbjahr 2018

Seit der Eröffnung der FINMA-Untersuchung und des Strafverfahrens gegen den ehemaligen Vorsitzenden der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz, Dr. Pierin Vincenz, durchläuft die Raiffeisen Gruppe eine ereignisreiche Phase. Mit dem Abschluss des Enforcementverfahrens der FINMA am 14. Juni 2018 anerkennt Raiffeisen Schweiz die in der Verfügung enthaltenen Verbesserungsmassnahmen. Die noch nicht umgesetzten Verbesserungen in der Corporate Governance werden zügig realisiert.

Im Zuge der vorzeitigen Erneuerung des Verwaltungsrats von Raiffeisen Schweiz wurden an der Delegiertenversammlung vom 16. Juni 2018 mit Rolf Walker und Thomas Rauber zwei neue Verwaltungsräte gewählt. An der ausserordentlichen Delegiertenversammlung vom 10. November 2018 ist die Wahl von mindestens vier neuen Verwaltungsratsmitgliedern sowie der neuen Verwaltungsratspräsidentin oder des neuen Verwaltungsratspräsidenten vorgesehen. Des Weiteren hat sich Dr. Patrik Gisel am 18. Juli 2018 dazu entschieden, seine Funktion als Vorsitzender der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz per Ende Jahr abzugeben und aus der Bankengruppe auszuscheiden. Die Suche nach einer neuen oder einem neuen Vorsitzenden der Geschäftsleitung läuft mit Hochdruck.

Ausblick

Aus makroökonomischer Sicht rechnet Raiffeisen Schweiz damit, dass das wirtschaftliche Umfeld stabil bleibt. Aufgrund der moderaten Inflation sehen sich die Notenbanken keinem Zugzwang ausgesetzt und treiben den Normalisierungsprozess der Zinsen nur sehr langsam voran. In der Schweiz dürfte sich daher das herausfordernde Tiefzinsumfeld ebenfalls nicht so schnell ändern. Der Druck auf die Zinsmargen wird folglich weiterhin anhalten.

Auskünfte:

Medienstelle Raiffeisen Schweiz
071 225 84 84, medien@raiffeisen.ch

Telefonkonferenz

Dr. Patrik Gisel, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz, kommentiert um 10 Uhr im Rahmen einer Telefonkonferenz das Halbjahresergebnis und steht Medienschaffenden für Fragen zur Verfügung. Die Telefonkonferenz findet auf Hochdeutsch statt. Bitte melden Sie sich per E-Mail über medien@raiffeisen.ch an.

Ab 10 Uhr steht die Präsentation als PDF auf www.raiffeisen.ch/medien zur Verfügung.

Raiffeisen: Drittgrösste Bankengruppe in der Schweiz 
Die Raiffeisen Gruppe ist die führende Schweizer Retailbank. Die dritte Kraft im Schweizer Bankenmarkt zählt 1,9 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter sowie 3,8 Millionen Kundinnen und Kunden. Die Raiffeisen Gruppe ist an 896 Standorten in der ganzen Schweiz präsent. Die 246 rechtlich autonomen und genossenschaftlich organisierten Raiffeisenbanken sind in der Raiffeisen Schweiz Genossenschaft zusammengeschlossen. Diese hat die strategische Führungsfunktion der gesamten Raiffeisen Gruppe inne. Mit Gruppengesellschaften, Kooperationen und Beteiligungen bietet Raiffeisen Privatpersonen und Unternehmen ein umfassendes Produkt- und Dienstleistungsangebot an. Die Raiffeisen Gruppe verwaltete per 30.6.2018 Kundenvermögen in der Höhe von 211 Milliarden Franken und Kundenausleihungen von rund 185 Milliarden Franken. Der Marktanteil im Hypothekargeschäft beträgt 17,6 Prozent. Die Bilanzsumme beläuft sich auf 229 Milliarden Franken.

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