Amundi: Europäische bAV-Einrichtungen reagieren mit Innovationen auf niedrige Erträge und die höhere Volatilität Dienstag, 11. Dezember 2018 - 17:22
Medieninformation
Europäische bAV-Einrichtungen reagieren mit Innovationen auf niedrige Erträge und die höhere Volatilität
· Nach der Phase boomender Märkte wenden sich europäische bAV-Einrichtungen
alternativen Investments, neuen Asset-Allokations-Techniken und ESG zu
· bAV-Einrichtungen bezweifeln zunehmend, dass die EU ohne echte Reformen eine tragfähige Antwort auf die nächste Wirtschaftskrise findet
· IORP II sorgt für eine Konsolidierung des grenzüberschreitenden europäischen Altersvorsorgemarkts
Zürich/Genf, 11. Dezember 2018 | Weil bAV-Einrichtungen eine neue Wirtschaftskrise fürchten und ihr Vertrauen in die europäischen politischen Institutionen schwindet, nutzen sie neue Konzepte, um Renditen zu erwirtschaften. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von CREATE Research und Amundi, Europas grösstem Asset Manager.
Der wachsende Populismus, der sich beispielsweise in den Ergebnissen der italienischen Parlamentswahlen und der Abstimmung über den Brexit zeigt, ist symptomatisch für das schwindende Vertrauen in die Europäische Union als Institution. bAV-Einrichtungen verabschieden sich daher von traditionellen Investmentansätzen und setzen auf Innovationen. Dies betrifft die Auswahl der Asset-Klassen, die Asset-Allokation sowie Themenansätze.
Für die Studie von Amundi und CREATE-Research wurden 149 europäische bAV-Einrichtungen mit 1,89 Billionen Euro Gesamtvermögen befragt. Im Kern steht die Frage, wie sich bAV-Einrichtungen im aktuellen Marktumfeld, das durch den zunehmenden Populismus und das allmähliche Ende der expansiven Geldpolitik nach der Finanzkrise gekennzeichnet ist, positionieren.
Die wichtigsten Ergebnisse:
Illiquide Anlagen rücken infolge niedriger Erträge stärker in den Fokus
Fast zwei Drittel der Umfrageteilnehmer glauben, dass die Suche nach Rendite Investments in globalen Aktien und illiquide Anlagen, wie Immobilien, Infrastrukturinvestments und alternative Credits, erfordert. Diese Asset-Klassen eignen sich nach Einschätzung eines britischen Pensionsfonds gut zur Portfoliodiversifikation: Sie sind nur schwach mit traditionellen Asset-Klassen korreliert, verzeichnen regelmässige Cash-flows und ermöglichen der bAV-Einrichtung, unabhängig vom Marktumfeld ihren Zahlungsverpflichtungen gerecht zu werden.
Im Gegensatz dazu werden von Unfrageteilnehmern europäische Staatsanleihen, US-Aktien, US-Investmentgrade-Anleihen und japanische Aktien als überbewertet angesehen. Bei den Befragten waren Hedgefonds die unbeliebteste Assetklassen. Auch wenn keiner Anlageregion besonders gute Renditen zugetraut wurden, galten Asien (ohne China), die USA und Indien als die drei Regionen, für die im nächsten Jahr noch das meiste zu erwarten ist.
Welche Faktoren werden die Kapitalmärkte während der nächsten drei Jahre beeinflussen? (in %)
Noch hat sich die EU-Wirtschaft nicht vollständig erholt
Die grosse Mehrheit der Umfrageteilnehmer (etwa 80 Prozent) hält die derzeitige Erholung der EU für konjunkturbedingt, ausgelöst durch den synchronen Weltwirtschaftsaufschwung. Nur ein Viertel der Teilnehmer meint, dass Europa die Krise von 2008 endgültig und strukturell überstanden hat. Vielmehr gilt die Lage in Italien als symptomatisch für die tiefen strukturellen Probleme der EU: ineffiziente Arbeitsmärkte, zu niedrige Investitionen und enorme Produktivitätsunterschiede zwischen den Kernländern und der Peripherie. Aus Sicht vieler Befragter sind die Einzelstaaten kaum zu europäischen Lösungen für wichtige Probleme bereit. Dazu zählen hohe Defizite, steigende Schulden, schwache Produktivität und Mangel an Innovationen. Fast 60 Prozent der Teilnehmer empfinden Institutionen und Politik als erstarrt. Dadurch würden mutige Reformen verhindert und Populisten Auftrieb gegeben. bAV-Einrichtungen machen sich daher grosse Sorgen, denn sie fürchten, dass Europa aufgrund fehlender gemeinsamer Massnahmen kaum etwas gegen eine mögliche nächste Wirtschaftskrise ausrichten kann.
Drei Prioritäten für die EU
Auf die Frage, wie die EU ihre Probleme lösen kann, identifizierten die Umfrageteilnehmer folgende drei Prioritäten:
1. einen übergreifenden Aktionsplan mit klaren langfristigen Zielen für die EU,
2. neue Initiativen zur Stärkung der Währungs- und Kapitalmarktunion, damit die Mitgliedsstaaten krisenresistenter werden und
3. Massnahmen gegen das mangelnde Vertrauen in Politiker und Institutionen: bessere Sozialpolitik, die Verringerung von Einkommensungleichheit und bessere Beschäftigungsmöglichkeiten im Zeitalter des technologischen Wandels.
Factor Investing und ESG werden wichtiger
Immer mehr bAV-Einrichtungen nutzen Asset-Allokations-Ansätze. Diversifikationsinstrumente, die früher als Nischenkonzepte galten, werden Mainstream. Die drei wichtigsten Asset-Allokations-Ansätze sind heute Factor Investing (58 Prozent), unkorrelierte Absolute-Return-Strategien (53 Prozent) und alternative Risikoprämienkonzepte, um vorübergehende Preisanomalien zu nutzen (48 Prozent). „Diversifikation nach alter Art eignet sich nicht für eine Zeit mit hoher Volatilität und niedrigen Erträgen“, so eine Antwort.
Die Umfrageteilnehmer nannten ESG als eines der wichtigsten langfristigen Zukunftsthemen. ESG ist heute nicht mehr nur das Ankreuzen von Kästchen, sondern ein ernst zu nehmender Investmentansatz für Zeiten mit bislang unbekannten Risiken.
Der subobtimale grenzüberschreitende europäische Altersvorsorgemarkt muss weiterentwickelt werden
Vor der ersten IORP-Direktive im Jahr 2003 mussten europaweit tätige Arbeitgeber in jedem Land im Einklang mit den lokalen Vorschriften eigene bAV-Einrichtungen betreiben. Mit der Direktive begann die Harmonisierung. Seitdem ist das Volumen der IORP-Anlagen in der EU gestiegen. Im Dezember 2017 trat dann die IORP-II-Direktive in Kraft. Weniger als ein Viertel der befragten bAV-Einrichtungen setzt sie in dieser Frühphase bereits um. Weitere 60 Prozent entwickeln gerade das entsprechende Bewusstsein. Etwa 40 Prozent rechnen mit einer Beschleunigung der Umsetzung.
Projektleiter Professor Amin Rajan, CREATE-Research, sagt:
„Der zunehmende Populismus in einer Zeit, in der die Notenbanken das Quantitative Easing abwickeln, hat bei bAV-Einrichtungen für neue Unsicherheit gesorgt.“
Pascal Blanqué, Group Chief Investment Officer von Amundi, ergänzt:
„Politische Risiken sind heute mehr als ein vorübergehender Störfaktor, weil Wirtschaft und Märkte krisenanfälliger geworden sind. Aber bAV-Einrichtungen reagieren darauf äusserst pragmatisch. Ihre Asset-Allokation wird immer innovativer.“
Diese Pressemitteilung richtet sich ausschliesslich an Journalisten und Medienvertreter. Die Informationen über die Amundi-ETF-Fonds werden ausschliesslich bereitgestellt, um Journalisten und Medienvertretern einen Überblick über diese Fonds zu geben. Unabhängig davon, wie Sie diese Informationen verwenden, die ausschliesslich für eine unabhängige Berichterstattung gedacht sind, übernimmt Amundi Asset Management keinerlei Verantwortung.
Über Amundi
Amundi ist Europas grösste Fondsgesellschaft und zählt weltweit zu den zehn grössten Vermögensverwaltern weltweit[1]. Amundi verwaltet ein Vermögen von mehr als 1,470 Billionen[2] Euro in sechs Haupt-Investmentzentren[3]. Amundi bietet seinen Kunden in Europa, in der Region Asien-Pazifik, im Nahen Osten sowie in Nord- und Südamerika umfassende Marktexpertise sowie ein umfangreiches Sortiment an aktiven, passiven und sachwertorientierten Investmentlösungen. Kunden haben darüber hinaus Zugang zu einem kompletten Angebot von Dienstleistungen und Tools. Amundi hat seinen Hauptsitz in Paris und ist seit November 2015 börsennotiert. Das Unternehmen ist auf Basis der Marktkapitalisierung die Nr. 1 der Vermögensverwalter in Europa[4].
Dank einzigartiger Researchkapazitäten und dem fundierten Know-how der fast 4.500 Mitarbeiter sowie Marktexperten in 37 Ländern bietet Amundi Privatanlegern und institutionellen Kunden innovative Strategien und Lösungen. Diese sind auf die Bedürfnisse, Ertragsziele und Risikoprofile der Kunden ausgerichtet.
