SVV: Bei Naturgefahren sind die Privatversicherer an vorderster Front Mittwoch, 26. Juni 2013 - 16:10
Bei Naturgefahren sind die Privatversicherer an vorderster Front
Heftige Unwetter, Millionenschäden in der Schweiz, Jahrhunderthochwasser in Deutschland: Wegen klimatischer Veränderungen erwarten uns vermehrt Unwetterereignisse, und die Schäden durch Naturgefahren werden in Zukunft weiter zunehmen. Die Privatversicherer spielen eine aktive Rolle, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Sie bezahlen die Schäden, investieren in die Prävention und koordinieren ihre Aktivitäten mit dem Bund. Ihr umfassendes Engagement haben sie heute in Bern vorgestellt.
Bern, 26. Juni 2013 – Die Schlagzeilen über heftige Niederschläge und Stürme reissen nicht ab, Deutschland und Kanada leiden gar unter einem Jahrhunderthochwasser von katastrophalem Ausmass. Mehr als jeder zweite Schweizer fühlt sich gemäss einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstitutes DemoScope durch Naturgefahren beunruhigt. Die Schweiz verfügt allerdings mit der Elementarschadenversicherung im internationalen Vergleich über einen vorbildlichen Schutz vor Naturgefahren. Diese funktioniert in der Schweiz nach dem Prinzip der Solidarität und erreicht eine Durchdringung von fast 100 Prozent. «Die Elementarschadenversicherung musste bereits einmal angepasst werden: Weil die versicherten Schäden massiv zugenommen haben, hat der Bundesrat die Leistungen der Versicherer für Naturkatastrophen auf Anfang 2007 von CHF 1 Mrd. auf 2 Mrd. erhöht», erklärt Lucius Dürr, Direktor des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV.
Wegen klimatischer Veränderungen werden Unwetterereignisse häufiger und intensiver auftreten. Verbunden mit einer Zunahme und Konzentration versicherter Werte erwartet uns deshalb auch in Zukunft eine weitere Zunahme der Schadenkosten durch Naturgefahren. «Wir müssen Massnahmen treffen, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Tun wir das nicht, besteht die Gefahr, dass früher oder später übermässige Schäden zur Norm und damit die Grenzen der Versicherbarkeit erreicht werden», warnt David N. Bresch, Leiter Nachhaltigkeit bei der Swiss Re.
Naturgefahren erfordert den Einsatz aller
Aus diesem Grund investieren die Versicherer in die Prävention und verfolgen einzeln oder im Verbund eine Vielzahl von Projekten. Mit Informationskampagnen zielen sie auf die Sensibilisierung der Bevölkerung sowie auf ihr Verhalten, Präventionsmassnahmen zum eigenen Schutz zu ergreifen. Sie setzen sich mit zahlreichen Ideen dafür ein, die Ursachen des Klimawandels zu bekämpfen und sie fördern klimaneutrales Verhalten. Sie unterstützen in gefährdeten Gebieten zahlreiche Präventions- und Hochwasserschutzprojekte. Schliesslich investieren sie in die wissenschaftliche Erforschung des Klimawandels und seiner Auswirkungen.
Nur wenn Versicherer, Bund und Bevölkerung kooperieren, kann den zukünftigen Herausforderungen begegnet und eine Reduktion der Schadensumme erzielt werden. Prävention im Vorfeld, Massnahmen im Katastrophenfall und die Behebung der Schäden danach können nur von allen Beteiligten gemeinsam angegangen werden. Deshalb koordinieren die öffentliche Hand und die Assekuranz im Rahmen eines gemeinsamen integralen Risikomanagements ihre Aktivitäten und haben ihre Aufgabenteilung definiert. So erarbeitet die öffentliche Hand unter anderem die Gefahrengrundlagen und verantwortet den Katastrophenschutz, während sich die Versicherer in der Schadenvorsorge einsetzen sowie die Schäden mittragen und regeln.
Referate und Informationsmaterial
- Referat Lucius Dürr, Direktor des SVV: «Die Elementarschadenversicherung – ein einzigartiges Solidaritätswerk» (2.1 MB)
- Referat David N. Bresch, Leiter Nachhaltigkeit und Politische Risiken, Swiss Re: «Klimawandel findet statt – Anpassung ist nötig» (<1MB)
- Referat Josef Hess, Vizedirektor BAFU: «Risiko und Gesellschaft» (2.4 MB)
- Referat Thomas Hügli, AXA: «Verantwortung für unser Klima» (1.6 MB)
- Referat Simone Wyss, Helvetia: «Helvetia Schutzwald Engagement» (1.2 MB)
- Referat Matthias Künzler, Mobiliar: «Naturgefahren: Sind wir ihnen machtlos ausgeliefert?» (2.3 MB)
- Broschüre: «Das Engagement der Privatversicherer in der Prävention von Naturgefahren» (4.8 MB)
