Liebe Leserinnen und Leser
Keine Angst, ich bin kein Klima-Leugner. Ich halte mich an messbare Fakten. Unbestritten ist, dass wir seit 1880 steigende Temperaturen haben. Von 1910 bis 1940 hatten wir einen Temperaturschub von plus 0,6 Grad. Der CO2-Gehalt in der Luft jedoch lag stabil bei 0,03 Prozent, was erdgeschichtlich zu den tiefsten CO2-Werten überhaupt zählt. So tief, dass ich in der Schule im Biologieunterricht noch gelernt habe, dass – wenn das CO2 weiter so sinke – die Vegetation aussterbe. Von 1940 bis 1975 ist ein Teil des Temperaturanstiegs wieder eliminiert worden – die Temperatur ist also zurückgegangen, das CO2 aber gleichzeitig um 10 Prozent angestiegen. 1998 bis 2014 ist die Erderwärmung auf hohem Level stabil gewesen, obwohl das CO2 weiter angestiegen ist. Gewisse Erdgeschichtsforscher sind überzeugt, dass es keine Korrelation zwischen CO2-Anstieg und Temperaturanstieg gibt. Ich kann das nicht beurteilen, ich bin kein Fachmann. Laut Weltorganisation für Meteorologie sollen die letzten vier Jahre die allerwärmsten gewesen sein. Das weiss man aber erst seit ein paar Monaten, was ich etwas seltsam finde. Wie auch immer, Tatsache ist: Im Holozän – also im heutigen erdgeschichtlichen Abschnitt –, der vor ca. 11'700 Jahren angefangen hat, haben Dutzende von Wärme- und Kälteperioden stattgefunden. 97 Prozent des CO2-Ausstosses ist natürlich, etwa 3 Prozent ist menschengemacht. Soviel zu den Fakten. Nun zu meinen Fragezeichen: Bei der ganzen Klimaerwärmungsdiskussion gibt es angeblich nur einen Schuldigen: der menschengemachte CO2-Ausstoss. Genau hier aber sind doch einige Forscher skeptisch. Es werden schon heute weltweit Hunderte von Milliarden in die Anti-Klimaerwärmungsindustrie umverteilt. Ist es also wirklich sinnvoll, wenn wir in der Schweiz Energie- und Klimagesetze machen, die jede vierköpfige Familie mit jährlich drei- bis viertausend Franken zusätzlich belasten? Selbst wenn es die Schweiz beim CO2-Ausstoss auf null bringen würde, würde dies die Erdtemperatur um kein Millionstel Grad verändern. China stösst so viel CO2 aus, dass das Land am 1. Januar am Mittag schon den gesamten jährlichen CO2-Ausstoss der ganzen Schweiz verbraucht hat. China muss seinen CO2-Ausstoss erst 2035 stabilisieren – im Gegensatz zur Schweiz, die ihre CO2-Emission seit 1990 laufend reduziert. Was kann die Schweiz tun, falls das CO2 wirklich für die Wärmeperiode verantwortlich sein sollte? Statt milliardenteure Umverteilungsübungen zu veranstalten, würde man das Geld besser in die Forschung in diesem Bereich stecken. Vielleicht ist es ja möglich, zum Beispiel an der ETH oder in der Industrie einen CO2-Katalysator zu entwickeln. Das hätte weltweit ganz andere Auswirkungen als der gegenwärtige nutzlose finanzielle Umverteilungsaktivismus. Und last but not least müssen wir uns auch folgende Frage stellen – auch wenn es nicht so populär ist: Wie viele Menschen erträgt unsere Erde? Ich habe das Gefühl, unser Planet ist langfristig nicht geschaffen für bald acht Milliarden Menschen.
Mit freundlichen Grüssen aus den Sümpfen von Bern Thomas Matter |