JU-AIR: Zwei Sommer ohne Flüge der JU-AIR Donnerstag, 04. April 2019 - 13:29
Dübendorf, 4. April 2019. Die
JU-AIR revidiert ihre drei historischen JU-52 so umfassend, dass sie
technisch gesehen wieder wie neuwertige Flugzeuge in Dienst gestellt
werden können. Zahlreiche Teile werden vorsorglich ersetzt und müssen
dazu neu hergestellt werden. Der Flugbetrieb der JU-AIR wird deshalb bis
Frühling 2021 ausgesetzt. Bereits ausgestellte Gutscheine für Flüge
behalten ihre Gültigkeit.
Die drei historischen
JU-52 der JU-AIR werden einer kompletten Grundüberholung unterzogen.
Dabei werden sämtliche Systeme und Einzelteile der Flugzeuge so geprüft
und revidiert, dass sie als sicher für eine bestimmte, erneute
Betriebszeit zertifiziert werden können. Die Flugzeuge gelten danach als
technisch so gut wie neuwertig.
Zahlreiche tragende Teile an
Flügeln, Rumpf, Fahrwerk, Leitwerken und Steuerflächen sowie Teile der
Motoren und Treibstoffsysteme werden bei der Überholung vorsorglich
durch neue Teile ersetzt. Da neue Teile für die historischen JU-52 nicht
mehr erhältlich sind, müssen sie von dazu zertifizierten Zulieferern in
aufwändiger Einzelfertigung neu hergestellt werden. Dies führt dazu,
dass die Totalrevision eines Flugzeuges voraussichtlich mehr als 20
Monate dauern wird. Die JU-52 der JU-AIR werden deshalb erst im Frühling
2021 wieder abheben können.
Bisher hatte die JU-AIR
beabsichtigt, die Totalrevision eines ihrer Flugzeuge erst im Herbst
2019 zu beginnen, um es im kommenden Sommer wieder betreiben zu können.
Von diesem Vorhaben nimmt die JU-AIR nun Abstand, da der zusätzliche
Aufwand für eine provisorische Wiederinbetriebnahme zu gross geworden
wäre. Diese Mittel werden nun in die Revision investiert.
Investition in die Zukunft
Die
Totalrevision der Flugzeuge wird derzeit von Ingenieuren der JU-AIR
zusammen mit externen Fachleuten und Unternehmen detailliert geplant.
Das Programm wird dann dem Bundesamt für Zivilluftfahrt zur Prüfung
vorgelegt und nach dessen Vorgaben umgesetzt. Details zur Totalrevision
können noch keine bekannt gegeben werden. Die JU-AIR wird darüber erneut
informieren.
«Wir investieren in die Sicherheit und die Zukunft
der JU-AIR. Die Totalrevision macht unsere Flugzeuge fit für einen
erneuten, langfristigen Betrieb. Zudem wird sie helfen, allfällige
Zweifel an der Sicherheit der JU-52 auszuräumen», sagt CEO Kurt
Waldmeier. «Natürlich bedauern wir, dass unsere zahlreichen Fans nun
zwei Sommer keine JU-52 am Himmel sehen werden. Die Gutscheine für
Rundflüge werden automatisch verlängert und behalten so ihre
Gültigkeit.»
Unterstützung aus Verein und Bevölkerung
Die
JU-AIR ist ein Teil des Vereins der Freunde der Schweizerischen
Luftwaffe (VFL), der rund 7'000 Mitglieder zählt. Sie verfügt über eine
Flotte von drei historischen JU-52: Die in Dübendorf stationierten
HB-HOP und HB-HOS sind beide 80 Jahre alt. Sie wurden 1939 an die
Schweizer Luftwaffe abgeliefert und waren bis im vergangenen November im
Flugbetrieb. Die HB-HOY ist ein CASA-Lizenzbau aus dem Jahr 1949. Sie
war bis 2016 in der Flotte der JU-AIR und wurde seither in
Mönchengladbach ausgestellt.
«Die JU-AIR hat seit mehr als 30
Jahren finanzielle Rückstellungen für ausserordentliche Lagen gebildet.
Nun unterstützen uns der Verein und seine Mitglieder, aber auch viele
Private ideell und auch finanziell», sagt Kurt Waldmeier. «Ohne diese
Unterstützung wären Investitionen in diesem Umfang nicht möglich. Allen
unseren Unterstützern gebührt ein herzliches Dankeschön!»
Nach
wie vor ist unklar, was am 4. August 2018 zum Absturz einer JU-52 bei
Flims geführt hat. Die Untersuchung des tragischen Unglücks hat jedoch
keine Hinweise darauf ergeben, dass eine technische Ursache zum Absturz
beigetragen hätte. Die nun beginnenden Totalüberholungen stehen nicht im
Zusammenhang mit dem Unfall.
Kontakt JU-AIR
Christian Gartmann, Beauftragter Kommunikation
+41 79 355 78 78
christian@gartmann.biz
