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Roche und Medicines Patent Pool unterzeichnen Vereinbarung über besseren Zugang zu Medikamenten für die Behandlung von CMV-Infektionen bei HIV-Patienten - einer häufigen Ursache für Erblindung Montag, 05. August 2013 - 07:00

Medienmitteilung

Basel, 5. August 2013

Roche und Medicines Patent Pool unterzeichnen Vereinbarung über besseren Zugang zu Medikamenten für die Behandlung von CMV-Infektionen bei HIV-Patienten – einer häufigen Ursache für Erblindung

Der „Medicines Patent Pool“ und das Gesundheitsunternehmen Roche geben heute eine Vereinbarung bekannt, die den Zugang zu Valcyte (valganciclovir), einem wichtigen Medikament zur Behandlung von Infektionen mit dem Zytomegalievirus (CMV), verbessern soll. Die Virusinfektion kann zu Erblindung und erhöhtem Sterberisiko bei Menschen führen, die mit HIV infiziert sind. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ist etwa jeder zehnte HIV-Infizierte von dieser Infektion betroffen.

Die Liefervereinbarung zwischen dem Medicines Patent Pool und Roche wird den Zugang zu dem leicht einzunehmenden Medikament zur Behandlung der CMV-Infektion wesentlich verbessern – Valcyte wird in 138 Entwicklungs- und Schwellenländern bis zu 90% günstiger als bisher sein. Der Medicines Patent Pool und Roche werden im Bedarfsfall die Aufnahme weiterer Länder in den Geltungsbereich der Vereinbarung prüfen. Auch werden beide die Lizenzierungsmöglichkeiten und einen Technologietransfer als möglichen zweiten Schritt untersuchen, um die lokale Produktion von Valcyte zu unterstützen und so den Zugang zu Valcyte in den Entwicklungsländern zu erweitern.

„Die heute bekannt gegebene Vereinbarung wird ein als Tablette verabreichtes Medikament für CMV zu einem niedrigeren Preis verfügbar machen, um den Kreislauf aus mangelnder Vorsorge und Behandlung in vielen Ländern zu durchbrechen. Wenn mehr preiswerte Medikamente zur Verfügung stehen, können HIV-Behandlungszentren die Diagnose und Therapie auf breitere Bevölkerungskreise ausweiten und der vermeidbaren Erblindung bei HIV-Infizierten vorbeugen“, so Greg Perry, Executive Director des Medicines Patent Pool.

„Diese Vereinbarung zeigt, wie wir durch verstärkte Zusammenarbeit für Menschen in Ländern mit geringen Gesundheitsressourcen Medikamente zugänglicher machen können. Bei Roche ist uns wichtig, dass Patienten, die in Entwicklungsländern an HIV-bedingten CMV-Infektionen leiden, Valcyte erhalten. Unser Ziel ist ein besserer Zugang zu bezahlbarem Valcyte, das nach hohen Qualitätsanforderungen produziert wird. Menschen, denen unsere Produkte helfen, sollen auch sie auch vermehrt erhalten können.“, so Daniel O’Day, COO von Roche Pharma.

Die Behandlung von CMV-Infektionen ist oft schwierig, da mehrere Injektionen ins Auge notwendig sind. Dies erfordert eine stationäre Behandlung der Patienten im Krankenhaus und eine Betreuung durch gut ausgebildetes medizinisches Personal, an dem es in Entwicklungsländern häufig mangelt. Eine Alternative ist das in Form von Tabletten verfügbare Medikament Valcyte. Aus verschiedenen Gründen, wie zum Beispiel fehlende Vorsorgemöglichkeiten und hohe Preise, haben jedoch viele Patienten in Entwicklungsländern bisher keinen Zugang dazu.

Der niedrigere Preis soll auch einen neuen Markt für Valcyte schaffen und dafür sorgen, dass CMV-Infektionen häufiger behandelt werden können. Da Roche nun kostengünstigeres Valcyte liefert, können Regierungen, Ärzte, Krankenhäuser und Kostenträger sich stärker dafür einsetzen, dass Vorsorgeuntersuchungen auf CMV zu einem normalen Bestandteil der HIV-Routineversorgung wird und die Patienten Zugang zu Medikamenten erhalten, die ihr Augenlicht bewahren und ihr Leben verlängern.

Die durch das Zytomegalievirus verursachte CMV-Infektion ist eine vermeidbare Erkrankung, die bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem, wie zum Beispiel HIV-Infizierten im fortgeschrittenen Stadium, die Netzhaut des Auges befällt. In den Industrieländern stellen CMV-Infektionen kein Problem mehr dar, aber in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen – vor allem in Asien, aber auch in Lateinamerika und Afrika – sind nach wie vor 10,1% (8,7% bis 11,4%) der HIV-Infizierten davon betroffen.1

Roche hat sich zudem bereit erklärt, dem Medicines Patent Pool auch eine Lizenz für ein weiteres HIV-Medikament, Saquinavir, zu erteilen, falls dies notwendig sein sollte.

Über den Medicines Patent Pool

Die Stiftung „Medicines Patent Pool“ ist ein von den Vereinten Nationen unterstütztes, an den Bedürfnissen des öffentlichen Gesundheitswesens orientiertes Geschäftsmodell mit dem Ziel, die Preise von HIV-Medikamenten zu senken und die Entwicklung besser angepasster HIV-Medikamente, wie zum Beispiel einfacherer „Fixdosiskombinationen“ und spezieller Darreichungsformen für Kinder, zu fördern. Die Stiftung wurde 2010 auf Initiative der internationalen Gemeinschaft von der bei der Weltgesundheitsorganisation angesiedelten Organisation UNITAID für innovative Finanzierungsmechanismen gegründet. Sie schafft einen Pool von Patenten für HIV-Medikamente, die an Generikahersteller und andere Produzenten lizenziert werden, um den Generikawettbewerb zu fördern – das Resultat sind sinkende Arzneimittelpreise und neue Anreize für Innovationen. Der Medicines Patent Pool wird von der Weltgesundheitsorganisation, vom „High Level Meeting on AIDS“ der UN-Generalversammlung und von der Gruppe G8 als vielversprechende innovative Initiative zur Verbesserung des Zugangs zu Medikamenten anerkannt.

Über Roche

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen, ist spezialisiert auf die beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics. Als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Infektionskrankheiten, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie neurologische Erkrankungen. Roche ist führend im Diabetesmanagement und auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind das strategische Ziel der personalisierten Medizin von Roche. 2012 beschäftigte Roche weltweit über 82 000 Mitarbeitende und investierte mehr als 8 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 45,5 Milliarden Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

1) Ford et. al. in: Clinical Infectious Diseases 2013; doi: 10.1093/cid/cit494