LUKB-Studie zu Wohneigentum und Renditeliegenschaften im Kanton Luzern 2020 Dienstag, 11. Februar 2020 - 18:42
Medienmitteilung
LUKB-Studie zu Wohneigentum und Renditeliegenschaften im Kanton Luzern 2020
Luzerner Immobilienmarkt sendet widersprüchliche Signale
Luzern, 11. Februar 2020 - Teure Eigentumswohnungen an Toplagen finden keine
Käuferschaft, weil potenzielle Interessenten für Wohneigentum zu den aktuell
hohen Preisen lieber ein Einfamilienhaus investieren möchten. Der
Einfamilienhausmarkt hingegen ist aufgrund der Auflagen für verdichtetes Bauen
ausgetrocknet. Bei den Mietwohnungen wiederum besteht ein zu hohes Angebot, das
den Wohnbedürfnissen und Qualitätsansprüchen der Mieterschaft teilweise nicht
entspricht. Die Folge sind Leerstände - vor allem bei Mietwohnungen in
älteren Liegenschaften. Diese teils widersprüchlichen Signale sind der Studie
"Luzerner Immobilienmarkt" zu entnehmen, welche die Luzerner Kantonalbank AG
(LUKB) in Zusammenarbeit mit Wüest Partner AG jährlich herausgibt.
Eigentumswohnungen - grösseres Angebot trotz wenig Neubauten
Die aktuell tiefen Hypothekarzinsen erhöhen bei Kaufinteressenten den Wunsch
nach Wohneigentum. Das schraubt die Preise bei Eigentumswohnungen hoch. Vor
allem an Toplagen wie der Stadt Luzern, Vitznau, Weggis und Meggen sind die
Preise für Stockwerkeigentum nach wie vor so hoch, dass Kaufinteressenten nicht
mehr bereit sind, für eine Eigentumswohnung so tief ins Portemonnaie zu greifen
und daher vermehrt den Erwerb eines Einfamilienhauses in Betracht ziehen.
"Diese tiefere Zahlungsbereitschaft führte 2019 zu einer Preiskorrektur bei
Stockwerkeigentum von bis zu 4 % an diversen privilegierten Lagen" erläutert
Patrick Schnorf, Leiter Marktresearch und Partner bei Wüest Partner AG, die
Entwicklung auf dem Markt für Eigentumswohnungen und verweist gleichzeitig auf
einen gegenläufigen Trend: "Auf der anderen Seite beobachten wir Preisanstiege
von bis zu 4 % bei Eigentumswohnungen in gut erschlossenen Gemeinden rund um
Luzern wie beispielsweise Emmen, Eschenbach, Rain und Malters". Und ein
weiteres Phänomen prägt den Markt für Eigentumswohnungen: Die
Neubautätigkeit hat in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen, das
Angebot ist gesamthaft hingegen gewachsen. "Es sind vor allem Altbauwohnungen,
die derzeit fast 70 % der Verkaufsinserate ausmachen", erklärt Patrick Schnorf
die aktuelle Marktsituation. Aufgrund der günstigen Zinsen bleibt die Nachfrage
nach neuen Eigentumswohnungen konstant. Darum dürften sich hier die Preise
stabilisieren.
Einfamilienhäuser - Raumplanung limitiert Neubauten
Umgekehrt verhält es sich bei Einfamilienhäusern in Luzern und Umgebung. Sie
sind trotz sehr hohen Preise derzeit gefragter als Eigentumswohnungen. Vor allem
in den steuergünstigen Gemeinden wie Horw, Vitznau und Meggen treibt die
Nachfrage die Preise nach oben. "Die mittlere Wertsteigerung im Grossraum
Luzern betrug innerhalb eines Jahres bis zu 3 %", zeigt Patrick Schnorf auf und
macht klare Voraussagen zur Preisentwicklung: "Im Kanton Luzern strebt die
Raumplanung eine möglichst hohe Dichte an, was neue Einfamilienhausgebiete
weitestgehend verhindert. Das Angebot für neuwertige, frei stehende
Einfamilienhäuser wird so immer knapper. Parallel dazu nimmt das Kaufinteresse
stetig zu. Dieser Umstand dürfte die Preise nochmals erhöhen. Interessierte
Käufer nehmen deshalb höhere Pendlerdistanzen in Kauf und weichen auf
entlegenere Kantonsgebiete aus, wo der Traum vom Eigenheim noch eher zu
verwirklichen ist".
Mietwohnungen - Mieten bei Altbauwohnungen geraten unter Druck
Bei Mietwohnungen verzeichnet Wüest Partner AG im Kanton Luzern ein
unverändert hohes Überangebot. Vor allem die Leerstände in 3- bis
4.5-Zimmerwohnungen sind markant gestiegen, was deren Vermietung immer
schwieriger macht. Dies manifestiert sich besonders in ländlichen Regionen wie
dem Entlebuch oder im Raum Willisau. Trotzdem werden weiter Mietwohnungen
erstellt: Ende 2019 lagen im Kanton Luzern Baugesuche für 2'400 zusätzliche
Mietwohnungen vor, 23 % mehr als im Jahr zuvor. Die Investoren konzentrieren
ihre Bauprojekte auf die Stadt Luzern und die Agglomerationsgemeinden Kriens,
Horw und Emmen. "Immerhin wird damit ein beträchtlicher Teil der neuen
Mietwohnungen in Gemeinden gebaut, wo sie am ehesten nachgefragt werden",
resümiert Patrick Schnorf und ergänzt: "Weil Neubauten leichter zu vermieten
sind, dürften die Besitzer von älteren Mietwohnungen länger für die
Vermietung von Leerständen brauchen. Das könnte den Druck auf die Mietpreise
von Altbauwohnungen erhöhen."
Sursee und Umgebung mit hoher Dynamik im Wohnungsmarkt
Die Region Sursee ist der zweitwichtigste Wirtschaftsraum im Kanton Luzern und
entsprechend attraktiv für Immobilien-Investoren. Das Angebot auf dem
Mietwohnungsmarkt hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen und ist zwischen
2009 und 2018 mit durchschnittlich 2.5 % stärker gewachsen als die Bevölkerung
(plus 2.0 %). Folglich haben sich die Leerstände im gleichen Zeitraum von 0.5 %
auf 1 % verdoppelt und der Trend hält an. Michel Amberg, Immobilien-Experte der
LUKB, hat den Markt in Sursee und Umgebung näher untersucht und rechnet bis
2028 mit 3'400 neuen Wohnungen: "Berücksichtigt man die Prognose des Kantons
Luzern für das Bevölkerungswachstum von 1.7 %, so wird die Leerstandsziffer
aufgrund der geplanten Bauvorhaben in den kommenden Jahren deutlich steigen. In
diesem Szenario rechnen wir damit, dass pro Jahr 130 bis 140 Wohnungen zu viel
erstellt werden. Dies kann auch die starke Zuwanderung im Raum Sursee nicht
auffangen. Ausserdem hängt die Leerstandsquote im Raum Sursee ganz wesentlich
davon ab, wie schnell die rund 10'000 neuen Wohnungen rund um Luzern realisiert
werden, welche in den nächsten Jahren geplant sind". Amberg geht davon aus,
dass durch die vielen Leerstände die Angebotsmieten im ganzen Kanton unter
Druck geraten werden, und leitet aus seiner Expertise ab: "Für ein gesundes
Marktwachstum ist entscheidend, dass Immobilienprojekte lagegerecht konzipiert
und konsequent an den Bedürfnissen der Zielgruppen ausgerichtet werden. Diese
Voraussetzung scheint mir in der Region Sursee gegeben. Mit den geplanten
Projekten in und rund um Sursee entsteht in den nächsten Jahren ein
Wohnangebot, das bezüglich Wohnungsgrössen und Preissegmenten die Bedürfnisse
der Nachfrager abdeckt. Das Problem des Überangebots bleibt aber bestehen."
Zusatzinformationen
Studie: "Luzerner Immobilienmarkt 2020
Gemeinsam veröffentlichen Wüest Partner AG und die LUKB jährlich die Studie
"Luzerner Immobilienmarkt" (12 Seiten). Die Studie steht ab dem 12. Februar
2020 auf lukb.ch/immomarkt (http://www.lukb.ch/immomarkt) zum Download bereit
und steht in dieser Mitteilung als Anhang zur Verfügung.
LUKB Immo-Schätzung
Die LUKB Immo-Schätzung lukb.ch/immo-schaetzung
(http://www.lukb.ch/immo-schaetzung) ermöglicht dem Nutzer, nach der Erfassung
einiger weniger relevanter Daten den ungefähren Marktwert eines
Einfamilienhauses oder einer Eigentumswohnung zu ermitteln. Die Schätzung wird
als Preisspanne angegeben und hilft, einen Kaufpreis zu verifizieren.
LUKB Immo-Standort-Check
Mit Hilfe des Immo-Standort-Check lukb.ch/immo-check
(http://www.lukb.ch/immo-check) kann die Qualität eines Immobilienstandortes
(ÖV, Zentrumsnähe, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten etc.) im Kanton Luzern
überprüft werden. Die Kaufinserate von newhome.ch sind eingebunden.
Kontaktperson
Ursi Ineichen, Stv. Leiterin Kommunikation und Mediensprecherin
Luzerner Kantonalbank AG, Pilatusstrasse 12, 6003 Luzern
Telefon direkt +41 41 206 30 33, mailto:kommunikation@lukb.ch
lukb.ch, twitter.com/LuzernerKB
* LUKB-Studie Luzerner Immobilienmarkt 2020: http://e2.marco.ch/publish/luzernerkantonalbank/299_4353/2020-02-11_LUKB_Studie_Luzerner_Immobilienmarkt_2020.pdf
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