Publiziert in: Marktpuls, Unternehmen
Frei

St.Galler Kantonalbank Halbjahresabschluss 2013: Gesteigerter Bruttogewinn Donnerstag, 15. August 2013 - 06:55

Halbjahresabschluss 2013: Gesteigerter Bruttogewinn

St. Gallen, 15. August 2013

Per Jahresmitte ist die St.Galler Kantonalbank operativ gut unterwegs: Sie steigerte ihren Betriebsertrag und senkte ihren Geschäftsaufwand, so dass der Bruttogewinn um 3.4% auf 110.3 Mio. Franken anstieg. Der rückläufige Reingewinn erklärt sich aus Sondereffekten von insgesamt 11.2 Mio. Franken im Zusammenhang mit der im Juni 2013 bekanntgegebenen Strategieanpassung sowie dem Anteil der Ausgleichszahlung der Schweizer Banken aufgrund des Steuerabkommens zwischen der Schweiz und Grossbritannien.

Kommissionserfolg kompensiert Zinserfolg

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft der St.Galler Kantonalbank sank um 1.6 Mio. Franken (-1.0%) auf 153.1 Mio. Franken. Ausschlaggebend waren die tiefen Zinsen im Berichtszeitraum. Der dadurch verursachte Ertragsrückgang konnte mit dem Wachstum der Kundenausleihungen nicht vollständig ausgeglichen werden.

Dagegen stieg im Vergleich zum Vorjahr der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 1.9 Mio. Franken (+2.7%) auf 71.9 Mio. Franken. Der Grund dafür lag in der freundlicheren Börsenstimmung, die wieder zu einem aktiveren Anlegerverhalten geführt hat. Ebenso im Plus befindet sich der Erfolg aus dem Handelsgeschäft, vor allem dank des lebhafteren Devisenhandels. In der Summe resultierte ein gegenüber dem Halbjahr 2012 um 2.8 Mio. Franken (+1.1%) auf 248.3 Mio. Franken gesteigerter Betriebsertrag, was für die operativ gute Leistung der St.Galler Kantonalbank spricht.

Geschäftsaufwand leicht gesenkt

Der Geschäftsaufwand der St.Galler Kantonalbank hat sich stabil entwickelt und liegt mit 137.9 Mio. Franken (-0.6% oder -0.9 Mio. Franken) leicht unter Vorjahr. Der Personalaufwand fällt aufgrund der Einstellung zusätzlicher Kundenberater, im Wesentlichen bei der SGKB Deutschland, sowie der ordentlichen Erhöhung der Salärsumme mit 3.3% höher aus. Demgegenüber wurde der Sachaufwand im Vorjahresvergleich vor allem dank tieferer Informatikkosten um CHF 3.7 Mio. oder 6.8% gesenkt. Aufgrund des gesteigerten Betriebsertrages und des gesenkten Geschäftsaufwands verbesserte sich der Bruttogewinn um 3.7 Mio. Franken (+3.4%) auf 110.3 Mio. Franken.

Wachstum der Hypotheken um 1,8%

Im ersten Halbjahr 2013 verzeichnete die St.Galler Kantonalbank weiterhin ein solides Wachstum bei den Kundenausleihungen (586.6 Mio. Franken oder +2.6%). Bei unverändert risikobewusster Kreditpolitik wuchsen dabei die Hypothekarforderungen weniger stark an (+1.8%) als die übrigen Forderungen gegenüber Kunden (+7.3%).

Die Verwalteten Vermögen entwickelten sich leicht rückläufig und beliefen sich per Jahresmitte 2013 auf 38.1 Mia. Franken (-0.1%). Hier half die gute Marktperformance auf den Beständen die erwarteten Abflüsse aus dem grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft, die vor allem zum rückläufigen Net New Money von 237.3 Mio. Franken führten, aufzufangen.

Kreditrisiken unverändert im Griff

Bei den Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste ergibt sich ein gemischtes Bild: Zum einen befinden sich die Rückstellungen für Kreditrisiken weiterhin auf einem historischen Tiefststand von 0.2 Mio. Franken, was für die sehr gute Qualität des Kreditportfolios der St.Galler Kantonalbank spricht. Zum anderen mussten im Zusammenhang mit dem Anteil an der Ausgleichszahlung der Schweizer Banken aufgrund des Steuerabkommens zwischen der Schweiz und Grossbritannien Rückstellungen von 4.2 Mio. Franken gebildet werden. Diese wurden notwendig, weil weniger britische Bankkunden als erwartet von der Abgeltungssteuer Gebrauch gemacht haben und die Schweizer Banken die bereits geleistete Vorauszahlung sehr wahrscheinlich nicht zurückerhalten werden. Trotz dieser Sonderrückstellung blieb das Betriebsergebnis mit 89.8 Mio. Franken (-0.7%) stabil.

CEO Roland Ledergerber
zum Semesterabschluss 2013
zu den Kernmärkten
zum Ausblick 2013

Kosten für Strategieanpassung bereits erfasst

Die im Juni 2013 bekanntgegebene strategische Entscheidung der St.Galler Kantonalbank, sich weitgehend aus dem grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft zurückzuziehen und die entsprechenden Geschäftsteile der Hyposwiss Zürich und Genf zu veräussern, wird als ausserordentlicher Aufwand (Nettoposition aller Effekte) im Halbjahresabschluss mit 7.0 Mio. Franken antizipiert. Der Reingewinn liegt mit 64.9 Mio. Franken 8.2 Mio. Franken (-11.2%) unter dem Vorjahr. Ohne die beiden Sondereffekte Steuerabkommen und Strategieanpassung resultiert im Vorjahresvergleich ein um 4.1% höherer Reingewinn.

Ausblick 2013

Das Halbjahresergebnis zeigt, dass die St.Galler Kantonalbank auch im laufenden Jahr gut unterwegs ist. Bleiben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unverändert, entwickelt sich das operative Geschäft auf Vorjahresniveau. Aufgrund der genannten Sonderfaktoren Steuerabkommen und Strategieanpassung von insgesamt 11.2 Mio. Franken wird der Reingewinn aus heutiger Sicht unter Vorjahr zu liegen kommen.

Kennzahlen SGKB Gruppe (in CHF Mio.)        30.06.2013       31.12.2012   Veränderung
Bilanzsumme 28'045 27'638 +1.5 %
Kundenausleihungen 22'947 22'360 +2.6 %
Verwaltete Vermögen 38'122 38'158 -0.1 %
Eigenkapital 1'917 1'934 -0.9 %
Bruttogewinn 110.3 106.7 (30.06.2012) +3.4 %
Betriebsergebnis 89.8 90.4(30.06.2012) -0.7 %
Konzerngewinn 64.9 73.1 (30.06.2012) -11.2 %
Ohne Sondereffekte Steuerabkommen UK und Strategieanpassung 76.1 73.1 (30.06.2012) +4.1 %
Mitarbeiter (teilzeitbereinigt, Lehrstellen zu 50%) 1150 1151 -0.0 %