UBS Investor Sentiment: Wohlhabende halten trotz COVID-19 an Aktien fest Mittwoch, 29. April 2020 - 07:10
• Während fast die Hälfte der wohlhabenden Anleger erwartet, ihre Aktienportfolios in den nächsten sechs Monaten auf gleichem Niveau zu halten, planen 37 % mehr zu investieren – so das Ergebnis der vierteljährlichen globalen Umfrage von UBS
• Der Anteil der Anleger, die sich kurzfristig optimistisch über die Wirtschaft ihrer Region äussern, sank am stärksten in den USA und am wenigsten in Europa ausserhalb der Schweiz
Zürich/Basel, 29. April 2020 – Wohlhabende Anleger und Firmeninhaber sind trotz der durch das Coronavirus deutlich eingetrübten kurzfristigen Stimmung auf längere Sicht weiterhin optimistisch. Das ergab der neue UBS Investor Sentiment, die vierteljährliche Umfrage von UBS zur Anlegerstimmung.
Gemäss der Umfrage, die im April unter 4108 wohlhabenden Anlegern und Firmeninhabern in 14 Regionen durchgeführt wurde, gaben 70% der Befragten an, sie seien in Bezug auf den langfristigen Konjunkturausblick für ihre Region optimistisch. Das ist praktisch keine Veränderung gegenüber der letzten Umfrage vor drei Monate. 46% äusserten sich optimistisch zum kurzfristigen Ausblick, zuvor waren es noch 67%.
Der Anteil der Anleger, die sich auf kurze Sicht optimistisch äusserten, ging in den USA am deutlichsten zurück: von 68% auf 30%. Am wenigsten stark ausgeprägt war dieser Rückgang in Europa ausserhalb der Schweiz: von 58% auf 50%. In Asien sank der Anteil von 71% auf 55%, in Lateinamerika von 60% auf 49% und in der Schweiz von 47% auf 28%.
Weltweit erwarten 47% der Anleger, ihre Aktienportfolios in den nächsten sechs Monaten unverändert zu lassen, während 37% mehr investieren wollen. Darüber hinaus sind 23% der Ansicht, jetzt sei ein guter Zeitpunkt für den Kauf von Aktien. Weitere 61% betrachten es als Chance zum Einstieg, wenn Aktien um weitere 5-20% fallen.
Im Allgemeinen sind Firmeninhaber bezüglich des längerfristigen Ausblicks positiv gestimmt und bringen den nach wie vor bestehenden Wunsch zum Ausdruck, in ihre eigene Firma zu investieren. 61% beurteilen ihre Geschäftsaussichten optimistisch. In der vorangegangenen Umfrage waren dies noch 73%. 27% wollen mehr Personal einstellen, 17% hingegen wollen Personal abbauen. Die Kluft zwischen Firmeninhabern, die einstellen wollen und denen, die planen, Personal abzubauen, war in Lateinamerika am grössten (+22 Prozentpunkte) und in der Schweiz am kleinsten (+2 Prozentpunkte).
Sowohl Anleger (57% der Befragten) als auch Firmeninhaber (60%) gaben COVID-19 als ihre grösste Sorge an.
Paula Polito, Divisional Vice Chairman, UBS Global Wealth Management, erklärt: „96% Prozent der Anleger weltweit sagen, dass COVID-19 ihren Lebensstil in irgendeiner Weise beeinflusst hat. Mehr als die Hälfte erwähnt, dass sie soziale Distanzierung praktizieren, Menschenmassen vermeiden und auf Reisen verzichten. Sie haben jedoch unterschiedliche Ansichten darüber, wann das Schlimmste der Krise vorbei sein wird. Ein Drittel erwartet das Ende der schlimmsten Auswirkungen bis Ende Juni, ein Drittel bis zum Herbst und ein Drittel bis zum Jahresende oder darüber hinaus."
Nur 35% der US-Anleger sind für die nächsten sechs Monate zuversichtlich in Bezug auf US-Aktien eingestellt. Vor drei Monaten waren dies noch 64%. Allerdings sind sie am ehesten der Ansicht, dass jetzt eine Chance zum Einstieg ist (33%). 40% der US-Anleger sind der Auffassung, dass die schlimmsten Auswirkungen von COVID-19 Ende Juni vorüber sein werden; 28% geben an, dies werde Ende September der Fall sein.
Lateinamerika42% der Anleger in Lateinamerika haben vor, in den nächsten sechs Monaten mehr zu investieren – dieser Anteil ist höher als der weltweite Durchschnitt (37%). 47% sind hinsichtlich ihres Aktienmarktes optimistisch eingestellt (der im weltweiten Vergleich zweithöchste Anteil), während 42% (höchster Wert im Regionenvergleich) der Auffassung sind, dass die schlimmsten Auswirkungen von COVID-19 Ende Juni vorüber sein werden.
Europa46% der europäischen Anleger sind gegenüber europäischen Aktien optimistisch eingestellt. In der letzten Befragung waren dies zwar noch 57%, allerdings haben laut aktueller Umfrage 43% (mehr als in jeder anderen Region) vor, mehr zu investieren. 41% erwarten, dass die schlimmsten Auswirkungen von COVID-19 Ende Juni vorüber sein werden. Das ist der im weltweiten Vergleich zweithöchste Anteil.
SchweizWie die restlichen europäischen Anleger, sind auch Anleger in der Schweiz vorsichtiger geworden. 35% haben vor, in den nächsten sechs Monaten mehr zu investieren, während 30% (und damit weniger als im weltweiten Durchschnitt) der Ansicht sind, dass die schlimmsten Auswirkungen von COVID-19 Ende Juni vorüber sein werden.
51% der Anleger in Asien sind hinsichtlich des Ausblicks für Aktien in ihrer Region für die kommenden sechs Monate zuversichtlich gestimmt. Dies ist der im Vergleich zwischen den Umfrageregionen höchste Wert. 85% gaben an, das Virus werde entweder Ende Juni, Ende September oder Ende Dezember vorüber sein. Das ist einer der höchsten Anteile im weltweiten Vergleich.
Über UBS Investor SentimentVom 1. bis zum 20. April 2020 befragte UBS weltweit 2928 Anleger und 1180 Firmeninhaber mit einem investierbaren Vermögen von mindestens USD 1 Million (bei Anlegern) oder mindestens USD 1 Million Jahresumsatz und, abgesehen vom Firmeninhaber selbst, mindestens einem Mitarbeiter beziehungsweise einer Mitarbeiterin (bei Firmeninhabern). Die globale Erhebung verteilte sich auf 14 Regionen: Argentinien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Hongkong, Italien, Japan, Mexiko, Schweiz, Singapur, USA und Vereinigte Arabische Emirate.
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