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KOF Konjunkturbarometer: Historischer Rückgang Donnerstag, 30. April 2020 - 09:01

30.04.2020 | Medienmitteilung

Das KOF Konjunkturbarometer sinkt im April so stark wie noch nie in seiner Geschichte. Es fällt damit innerhalb kurzer Zeit auf ein Niveau (63.5 Punkte), das vergleichbar mit der Finanzkrise von 2009 ist. Lediglich in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 waren die Barometerwerte noch etwas tiefer als derzeit. Die Schweizer Wirtschaft ist im Krisenmodus.

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Das KOF Konjunkturbarometer sinkt im April um 28.2 Punkte. Dieser monatliche Rückgang ist mehr als doppelt so gross, wie frühere sehr starke Rückgänge. Im Vergleich: Im Februar 2015, nach Aufhebung des Frankenmindestkurses, sank das Barometer um 10.0 Punkte. Im November 2008, nach dem Kollaps von Lehman Brothers, waren es 7.1. Starke Rückgänge gab es auch in den wirtschaftlich schwierigen 90er-​Jahren. Im Jahr 1995 sank das Barometer in zwei Monaten stark, einmal um 10.3 Punkte und einmal um 11.8 Punkte. Letzteres war der bisherige Minusrekord, wobei die Datenlage damals noch nicht so gut war wie heute.

Nachdem das Konjunkturbarometer bereits im März um 10.1 Punkte nach unten ging, sinkt es im April auf einen Stand von 63.5 Zähler. Lediglich während der Finanzkrise lag das Barometer in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 noch geringfügig tiefer. Aktuell ziehen fast alle Indikatorengruppen das Barometer stark nach unten. Angeführt wird der Rückgang von den Indikatoren für das Verarbeitende Gewerbe und die übrigen Dienstleister. Deutlich im Minus sind aber auch die Indikatoren für das Gastgewerbe, die Auslandsnachfrage, das Baugewerbe, den Konsum und für die Finanz-​ und Versicherungsdienstleister.

Im Produzierenden Gewerbe (Verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe) sind vor allem die Indikatoren zur Auftragssituation stark gesunken. Ebenfalls deutlich nach unten gingen auch die Indikatoren zur Geschäftslage, zur Beschäftigungsentwicklung, zum Vorprodukteeinkauf bzw. -​lager und zur Produktion. Einzig die Indikatoren zur Wettbewerbssituation sind insgesamt nicht gesunken.

Über die Branchen des Verarbeitenden Gewerbes hinweg, ist die Entwicklung ebenfalls überwiegend negativ. Besonders stark verschlechtert haben sich die Perspektiven für den Bereich Holz, Glas, Steine und Erden, den Metallbereich, die Elektroindustrie sowie dem sonstigen Verarbeitenden Gewerbe. Dagegen sind die Indikatoren in den Bereichen Chemie, Pharma, Kunststoffe sowie Textil und Bekleidung nur vergleichsweise leicht im Minus. Im Bereich Nahrungs-​ und Genussmittel sind die Perspektiven sogar leicht günstiger geworden.
 

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