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Migros Bank mit solidem Halbjahresergebnis trotz Corona-Krise Freitag, 17. Juli 2020 - 07:43

Im anspruchsvollen Umfeld des ersten Halbjahres 2020 hat sich die Migros Bank gut behauptet. Das Hauptaugenmerk lag in dieser Periode ganz auf der Krisenbewältigung sowie der reibungslosen Sicherstellung aller Services für die Kundinnen und Kunden. Die Migros Bank nutzte ihre Ertrags- und Finanzstärke, um im Rahmen einer vorsichtigen Risikopolitik die Wertberichtigungen bei Firmenkrediten vorsorglich zu erhöhen. Dadurch sank der Halbjahresgewinn um 4,8% gegenüber dem Rekordjahr 2019, und es resultierte ein Geschäftserfolg von CHF 153 Mio.

«Die Corona-Krise hat das Wachstum der Migros Bank im ersten Halbjahr verlangsamt. Aber die Ertrags- und Finanzstärke unserer Bank haben die negativen Auswirkungen abgefedert», erklärt Manuel Kunzelmann. Er leitet seit 1. Mai 2020 als CEO die Migros Bank.

Hoher Servicestandard trotz Corona-Krise

Während des Lockdown waren lediglich zehn der 67 Niederlassungen vorübergehend geschlossen. «Ich danke den Kundinnen und Kunden für ihr Verständnis angesichts gewisser Einschränkungen im Bankbetrieb während der vergangenen Monate. Und mein grosser Dank gilt vor allem auch den Mitarbeitenden für ihr grosses Engagement in dieser ausserordentlichen Zeit», erklärt Manuel Kunzelmann. Die Migros Bank zeigte sich in der Krise äusserst agil und hat bewiesen, dass sie auch in schwierigen Zeiten eine zuverlässige Bank für ihre Kundinnen und Kunden ist.

Um ein Ereignis wie die Corona-Krise zu bewältigen, hat die Migros Bank schon vor einiger Zeit einen Pandemie-Notfallplan erarbeitet. Dank dieser gründlichen Vorbereitung konnte umgehend die Krisenstabsorganisation hochgefahren werden, um sowohl die Gesundheit von Mitarbeitenden und Kundschaft als auch den Bankbetrieb zu gewährleisten. Bargeldversorgung, Online-Banking, telefonische Beratung sowie – unter Einhaltung der Sicherheitsmassnahmen – dringende persönliche Kurzberatungen waren während des Lockdown sichergestellt. Um zudem selbstständig Erwerbende und Firmen zu unterstützen, gewährte die Migros Bank per 30. Juni Covid-19-Überbrückungshilfen des Bundes in der Höhe von CHF 131 Mio. und engagierte sich bei ergänzenden Programmen der Kantone. «Mit diesen vielfältigen Massnahmen und dem grossen Einsatz der Mitarbeitenden stellte die Migros Bank ihren gewohnt hohen Servicestandard jederzeit sicher und konnte ihre Kundinnen und Kunden in dieser schwierigen Zeit bestmöglich unterstützen», so Manuel Kunzelmann.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Depotwerte und Risikopolitik

Spürbar waren die Folgen der Corona-Krise u.a. bei den Kundendepotwerten. Sie verringerten sich infolge der Marktpreisbewegungen. Die Zahl der Vermögensverwaltungsmandate stieg um 10,8%, so dass sich das erfreuliche Wachstum im Anlagegeschäft der Vorjahresperioden fortsetzte.

Sowohl im Firmen- als auch im Privatkundengeschäft hielt die Migros Bank unverändert an ihrer vorsichtigen Risikopolitik fest. So auferlegte sie sich während der Corona-Krise eine bewusste Zurückhaltung im Privatkreditgeschäft, was sich in einem Rückgang des Volumens um 4,4% auf CHF 0,9 Mrd. niederschlug. «Die Migros Bank vertritt den Grundsatz, dass Konsumbedürfnisse bei unsicheren Einkommensverhältnissen nicht über Konsumkredite finanziert werden sollen. Sie hat daher ihre ohnehin restriktiven Richtlinien für die Vergabe von Privatkrediten überprüft und nochmals verschärft», erläutert Manuel Kunzelmann. Als zusätzliche Risikovorsorge bildete die Migros Bank im ersten Halbjahr 2020 Einzelwertberichtigungen von total CHF 9,3 Mio. Mit dieser Vorsichtsmassnahme wappnet sich die Migros Bank gegen allfällige Covid-bedingte Firmenkreditausfälle.

Robustes Kreditgeschäft

Über alle Kundenausleihungen hinweg ergab sich im ersten Halbjahr ein Wachstum um 2,1% auf CHF 41,3 Mrd. Die solide Refinanzierungssituation zeigte sich darin, dass die Ausleihungen zu einem sehr hohen Grad durch Kundeneinlagen gedeckt waren. Das zeigt, welches Vertrauen die Bank bei ihren Sparern geniesst. Die Kundeneinlagen haben per Ende des ersten Halbjahres um 4.3% auf CHF 37,0 Mrd. zugenommen. Den weitaus grössten Teil der Kundenausleihungen machten die Hypothekarforderungen aus. Ihr Volumen erhöhte sich um 1,8% auf CHF 39,0 Mrd. Stark zugenommen haben im Firmenkundengeschäft die festen Vorschüsse und Darlehen mit +10,0% auf CHF 886 Mio. sowie das Volumen des Investitionsgüter-Leasings mit +9,6% auf CHF 148 Mio. Die erfreuliche Entwicklung widerspiegelt den Erfolg der gezielten Anstrengungen zur Neuausrichtung des Firmenkundengeschäfts.

Leichter Rückgang des Geschäftsertrags

Die erwähnten Einzelwertberichtigungen im Firmenkundengeschäft wegen allfälligen Covid-bedingten Kreditausfällen verringerten den Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft um 3,8% auf CHF 236 Mio. Andererseits erhöhte sich der Erfolg aus dem Kommissionsgeschäft markant um 6,9% auf CHF 52,9 Mio., weil Anlegerinnen und Anleger die volatilen Aktienmärkte verstärkt für Börsentransaktionen nutzten. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft sank um 12,8% auf CHF 16,4 Mio., dies vor allem aufgrund von marktbedingten Wertveränderungen auf Handelsbeständen.

Der übrige ordentliche Ertrag erhöhte sich um 9,9% auf CHF 8,3 Mio. – hauptverantwortlich war die erhöhte Dividendenausschüttung des Zahlungsdienstleisters Aduno Holding, an der die Migros Bank mit 7% beteiligt ist. Über alle Bereiche hinweg verzeichnete die Migros Bank eine Abnahme des Geschäftsertrags um 2,4% auf CHF 314 Mio.

Solider Halbjahresgewinn

Der Geschäftsaufwand erhöhte sich moderat um 1,4% auf CHF 152 Mio. Dies führte zu einer anhaltend tiefen Cost-Income-Ratio: Das Verhältnis zwischen Geschäftsaufwand und -ertrag betrug 46,8%, nachdem es bereits im Vorjahr mit 46,4% auf einem tiefen Niveau lag. Nach Abschreibungen, Rückstellungen und Verlusten resultierte ein Geschäftserfolg von CHF 153 Mio. (-2,5%). Unter Berücksichtigung des ausserordentlichen Erfolgs und nach Steuern konnte ein Halbjahresgewinn in Höhe von CHF 125 Mio. verzeichnet werden (-4,8%).

Ausblick: Überprüfung der Strategie und nachhaltiger Umbau der Anlagepalette

Die Migros Bank erwartet, dass die Zentralbanken als Reaktion auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise die Zinsen noch längere Zeit ultratief halten – und damit in der Bankbranche für einen anhaltenden Druck auf die Zinsmarge sorgen. «Aber eine Ausweitung der Belastung von Negativzinsen bei unseren Kundinnen und Kunden ist derzeit kein Thema», stellt Manuel Kunzelmann fest.

Um die weiteren Herausforderungen der Corona-Krise zu meistern, sieht sich die Migros Bank aufgrund ihrer soliden Eigenkapitalbasis gut aufgestellt. «Aus dieser Position der Stärke heraus, werden wir in den kommenden Monaten unsere Strategie überprüfen und mit Blick auf neue Möglichkeiten und Chancen weiterentwickeln», erläutert Manuel Kunzelmann.

Parallel dazu wird die Migros Bank ihre Nachhaltigkeitsbestrebungen weiter vorantreiben. Bis Ende 2021 wird sie ihre komplette Anlagepalette mit Fonds, Vermögensverwaltungsmandaten und Persönlicher Anlageberatung auf nachhaltige Investments fokussiert haben. Nicht nur in diesem Bereich will die Migros Bank ihre Verantwortung wahrnehmen. Sie verfolgt ihre Nachhaltigkeitsbestrebungen umfassend und prüft daher auch Anpassungen im übrigen Angebot, beispielsweise bei Finanzierungen oder bei Basisprodukten.

Geschäftsabschluss 1. Halbjahr 2020
(in CHF Mio.) 30.06.2020 31.12.2019 Veränderung in %
Bilanzsumme 49'405 47’033 5,0%
Hypothekarforderungen 39'018 38‘322 1,8%
Übrige Kundenforderungen 2'245 2’091 7,4%
Verpflichtungen aus Kundeneinlagen 37'002 35’482 4,3%
Kassenobligationen 603 613 -1,7%
Kundendepotwerte 12'645 13’050 -3,1%
Fondsvolumen 2'795 2’782 0,5%
Kunden 796'400 798'000 -0,2%
Personalbestand (100%-Äquivalent) 1'367 1’362 0,4%
Niederlassungen 67 67  
(in CHF Mio.) 30.06.2020 30.06.2019 Veränderung in %
Netto-Erfolg Zinsengeschäft 236,2 245,6 -3,8%
Erfolg Kommissionsgeschäft 52,9 49,5 6,9%
Erfolg Handelsgeschäft 16,4 18,8 -12,8%
Übriger ordentlicher Erfolg 8,3 7,5 9,9%
Geschäftsertrag 313,8 321,5 -2,4%
Personalaufwand 96,3 92,1 4,6%
Sachaufwand 55,4 57,6 -3,8%
Geschäftsaufwand 151,7 149,6 1,4%
Abschreibungen 9,0 14,6 -38,2%
Rückstellungen/Verluste 0,3 0,5 -51,2%
Geschäftserfolg 152,8 156,8 -2,5%
Halbjahresgewinn 125,5 131,8 -4,8%
Cost-Income-Ratio 46,8% 46,4%  

Weitere Auskünfte

Urs Aeberli, Public Relations, Migros Bank
Tel: 044 839 88 01, E-Mail: medien@migrosbank.ch

Über die Migros Bank

Die Migros Bank gehört mit rund 800’000 Kundenbeziehungen und einer Bilanzsumme von 49 Milliarden Franken zu den führenden Banken der Schweiz. Sie zählt zu den fünf grössten Hypothekarbanken der Schweiz, verfügt über eine breit gefächerte Anlagepalette und führt eines der umfassendsten Angebote der Schweiz für Nachhaltigkeitsfonds. Als 100-prozentige Tochtergesellschaft des Migros-Genossenschafts-Bundes pflegt sie die genossenschaftlichen Werte der Migros. Sie beschäftigt auf Vollzeitbasis mehr als 1350 Mitarbeitende und verfügt über 67 Geschäftsstellen.