WDH Bitcoin Suisse und Worldline mit Krypto-Initiative in der Schweiz Dienstag, 15. September 2020 - 13:36
Quelle: Pixabay
Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum haben inzwischen bei einer breiten Schicht an Anlegern Anklang gefunden. Doch noch haben die digitalen Münzen die Fiat-Währungen nicht überflügelt. Anfang November 2019 gaben Bitcoin Suisse und Worldline daher gemeinsam bekannt, dass die zwei Unternehmen die Akzeptanz von Kryptowährungen als Zahlungsmittel in der Schweiz ausbauen wollen. Doch werden die Firmen dieses Versprechen überhaupt einhalten können und wird Bitcoin Suisse bald den Börsengang wagen? Eine Analyse.
Akzeptanz für Kryptowährungen steigt
Im Detail gesprochen möchten die beiden Firmen Schweizer Konsumenten und Händlern Dienstleistungen für das Bezahlen mit digitalen Münzen in offline und online Shops anbieten und dadurch ermöglichen, dass Kryptowährungen bereits in naher Zukunft viel regelmässiger als Zahlungsmittel verwendet werden. Durch die Initiative sollen Coins als Zahlungsmittel so leicht verwendbar werden, dass in der Benutzung kein Unterschied mehr zu Zahlungen mit Kreditkarte oder per Mobile Payment besteht.
Die Herausforderung: Bislang wird Bitcoin nicht besonders häufig im direkten Zahlverkehr verwendet. In der Stadt Zug fanden aktuell circa erst 50 Transaktionen per Bitcoin statt. Beim Online-Händler Digitec Galaxus, dem grössten Internetshop der Schweiz, machen Krypto-Zahlungen bislang lediglich knapp ein Prozent aller erfolgten Zahlungen aus. Dabei haben die digitalen Münzen allerdings durchaus das Potenzial dazu, den Zahlungsverkehr in der Eidgenossenschaft zu revolutionieren. Kryptowährungen sind vollständig digitale Währungen, die mit Methoden der Kryptographie verschlüsselt und daher beinahe vollständig fälschungssicher sind. Im Gegensatz zu Fiat-Währungen sind Kryptowährungen an keine höhere Instanz wie den Staat, Banken oder die EZB gebunden und somit in der Theorie krisensicher. Zudem sind Kryptowährungen inzwischen eine äusserst beliebte Geldanlage: Die digitalen Coins können, ähnlich wie Rohstoffe und Aktien, zum Vermögensaufbau genutzt und auch beim CFD-Trading (dem Handel mit Differenzkontrakten) gehandelt werden. Inzwischen ist die Akzeptanz für die virtuellen Münzen gestiegen, sodass viele Schweizer sich deren Nutzung im Alltag vorstellen können.
Quelle: Pixabay
Kooperation mit Potenzial
Potenzial hat die Kooperation in jedem Fall. Bitcoin Suisse ist ein auf Crypto-Assets spezialisierter Finanzdienstleister mit Sitz in der Schweiz, der 2013 gegründet wurde und Krypto-Finanzdienstleistungen für Privatkunden, Unternehmen und Institutionen anbietet. Inzwischen beschäftigt Bitcoin Suisse knapp 150 Mitarbeiter. Das Unternehmen half unter anderem im Jahr 2014 der Ethereum Foundation, den ersten Fiat-Krypto-Crowdsale durchzuführen. Für Privatkunden übernimmt Bitcoin Suisse als Finanzintermediär den Handel von Kryptowährungen. Inzwischen ist die Firma der grösste Schweizer Broker für digitale Währungen. In zwei Jahren könnte Bitcoin Suisse bereits den Börsengang wagen.
Worldline wiederum ist ein französisches Börsenunternehmen, das auf Zahlungsverkehr und Transaktionsdienste spezialisiert ist und inzwischen in 17 Ländern mehr als 7.000 Mitarbeiter beschäftigt. Mit seinen POS (Point of Sale) Terminals ermöglicht Worldline einfaches bargeldloses Bezahlen direkt am Verkaufsort. Und eben diese POS Terminals sollen nun das flächendeckende Bezahlen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen ermöglichen. Die Infrastruktur und das Know-How der beiden Akteure ist also vorhanden. Die einzige Unbekannte ist noch die Aufgeschlossenheit der Schweizer hinsichtlich der direkten Bezahlvorgänge mit Bitcoin, Ethereum und Co.
Fazit
Bitcoin Suisse und Worldline kooperieren, um gemeinsam Kryptowährungen als Zahlungsmittel zur Popularität in der Eidgenossenschaft zu verhelfen. Die Initiative hat auch für die Börse Signalwirkung: Wordline ist bereits jetzt an der Börse notiert, Bitcoin Suisse könnte dies bereits in wenigen Jahren sein. Der Plan der beiden Kooperateure hat in jedem Fall Potenzial. Sollte die Bitcoin-Akzeptanz unter den Schweizern wirklich bereits so hoch liegen wie Umfragen suggerieren, dürfte dem grossflächigen Einsatz von Point of Sale Terminals mit Bitcoin nichts im Wege stehen.
