Publiziert in: Marktpuls, Unternehmen
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Bundesbank: Deutsche Wirtschaft erholt sich allmählich Montag, 21. September 2020 - 12:04

21.09.2020

„Die deut­sche Wirt­schaft er­holt sich all­mäh­lich von dem hef­ti­gen Ein­bruch in­fol­ge der Co­ro­na­vi­rus-Pan­de­mie“, heißt es im jüngs­ten Mo­nats­be­richt der Bun­des­bank. Nach dem mas­si­ven Rück­gang des Brut­to­in­lands­pro­dukts im Früh­jahr um sai­son­be­rei­nigt fast ein Zehn­tel, rech­nen die Ex­per­ten mit einer kräf­ti­gen Ge­gen­be­we­gung im drit­ten Vier­tel­jahr 2020. So­wohl In­dus­trie als auch der Dienst­leis­tungs­sek­tor wür­den das Vor­kri­sen­ni­veau im Som­mer je­doch noch er­heb­lich un­ter­schrei­ten.

In­dus­trie setzt Er­ho­lung fort

Die deut­sche In­dus­trie­pro­duk­ti­on setz­te im Juli 2020 ihre Er­ho­lung in ver­rin­ger­tem Tempo fort, schreibt die Bun­des­bank. Der Rück­stand zum Vor­kri­sen­ni­veau habe sich damit zwar wei­ter ver­rin­gert, sei aber, ins­be­son­de­re bei den In­ves­ti­ti­ons­gü­ter­pro­du­zen­ten und hier vor allem bei der Au­to­mo­bil­in­dus­trie, immer noch groß. Ein ähn­li­ches Bild zeige sich bei der Auf­trags­la­ge: Die Nach­fra­ge nach Er­zeug­nis­sen deut­scher In­dus­trie­be­trie­be sei ge­gen­über dem Vor­mo­nat sai­son­be­rei­nigt wei­ter an­ge­stie­gen, je­doch nicht mehr so stark wie noch im Mai und Juni. Auch die In­dus­trie­um­sät­ze konn­ten wei­ter zu­le­gen, heißt es in dem Be­richt. „Dabei stach ins­be­son­de­re die Auf­hol­be­we­gung in der Kfz-Bran­che nach dem dra­ma­ti­schen Ein­bruch im April her­aus.“

Die Bun­des­bank geht davon aus, dass sich die Er­ho­lung im wei­te­ren Ver­lauf des Jah­res fort­set­zen, dabei je­doch an Tempo ver­lie­ren wird. Die Un­ter­neh­men in der In­dus­trie schau­ten wie­der op­ti­mis­ti­scher in die Zu­kunft und wür­den laut den Er­geb­nis­sen des ifo Kon­junk­tur­test über­wie­gend davon aus­ge­hen, dass sie ihre Pro­duk­ti­on in den kom­men­den Mo­na­ten stei­gern wer­den. Je­doch seien die Er­war­tun­gen be­züg­lich des Ex­port­ge­schäfts wei­ter­hin ver­hal­ten.

Ar­beits­markt zeigt erste Er­ho­lungs­zei­chen

Zum ers­ten Mal seit Pan­de­mie­be­ginn stieg im Juli 2020 die Be­schäf­ti­gung wie­der leicht an, heißt es im Mo­nats­be­richt. Ge­gen­über dem Vor­mo­nat habe sich die Er­werbs­tä­tig­keit im In­land um sai­son­be­rei­nigt 53.000 Per­so­nen be­zie­hungs­wei­se 0,1 Pro­zent er­höht. Ins­be­son­de­re ei­ni­ge zuvor stark be­trof­fe­ne Dienst­leis­tungs­sek­to­ren wie das Gast­ge­wer­be und der Han­del hät­ten wie­der Per­so­nal ein­ge­stellt. Im Ver­ar­bei­ten­den Ge­wer­be habe sich der Rück­gang je­doch wei­ter fort­ge­setzt.

Das In­stru­ment der Kurz­ar­beit sei wei­ter­hin in er­heb­li­chem Um­fang ge­nutzt wor­den, je­doch seien die Zah­len hier rück­läu­fig. Der Hö­he­punkt sei nach jet­zi­gem Da­ten­stand der Bun­des­agen­tur für Ar­beit be­reits im April mit 6 Mil­lio­nen Kurz­ar­bei­tern er­reicht wor­den. Bis zum Juni sei deren Zahl um ein Zehn­tel auf 5,4 Mil­lio­nen zu­rück­ge­gan­gen. Zudem sei die durch­schnitt­lich aus­ge­fal­le­ne Ar­beits­zeit je Kurz­ar­bei­ter deut­lich ge­sun­ken, so­dass das in der Kurz­ar­beit aus­ge­fal­le­ne Ar­beits­vo­lu­men ge­gen­über dem Höchst­stand im April be­reits um mehr als ein Vier­tel ge­schrumpft sei.

Die Ar­beits­lo­sen­quo­te blieb den drit­ten Monat in Folge kon­stant bei 6,4 Pro­zent. „Die Er­ho­lungs­ten­den­zen bei Be­schäf­ti­gung und Ar­beits­lo­sig­keit könn­ten sich den Früh­in­di­ka­to­ren des Ar­beits­mark­tes zu­fol­ge fort­set­zen“, so die Fach­leu­te.

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