Raiffeisen: Schweizer Wirtschaft 2021: Mehr Hoffen als Bangen Donnerstag, 03. Dezember 2020 - 11:18
Schweizer Wirtschaft 2021: Mehr Hoffen als Bangen
St.Gallen, 3. Dezember 2020. Die Schweizer Wirtschaft dürfte 2021 wieder auf den Wachstumspfad zurückfinden. Das prognostizierte Wachstum von 2,8 Prozent wird aber nicht ausreichen, den im laufenden Jahr erlittenen Rückschlag vollends wettzumachen. Auch kommendes Jahr hängt gemäss Prognosen von Raiffeisen Schweiz die Prosperität der Schweizer Wirtschaft von der Entwicklung rund um COVID-19 ab. Viele Hoffnungen beruhen auf den erfolgsversprechenden Impfstoffkandidaten, die nach rekordverdächtiger Entwicklungszeit kurz vor der Marktreife stehen. Martin Neff, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, rechnet auch im kommenden Jahr 2021 mit einer unsteten Konjunkturentwicklung. Trotz vieler Unabwägbarkeiten überwiegen die Chancen aber die Risiken. Coronabedingte Rückschläge lassen sich dennoch nicht völlig ausschliessen. Die Prognoseunsicherheit bleibt daher ähnlich hoch wie sie es während des ganzen Jahres 2020 war. «Bis zur endgültigen Überwindung der Pandemie halten massive Konjunkturspritzen und die geldpolitische Rückendeckung die Wirtschaft über Wasser», sagt Martin Neff. Raiffeisen prognostiziert unter diesen Prämissen für 2021 ein Wachstum der Schweizer Wirtschaft von 2,8 Prozent. Sämtliche verwendungsseitigen Komponenten – wie beispielsweise Konsum, Investitionen, Exporte und Importe – des Bruttoinlandproduktes (BIP) werden wieder in den positiven Bereich drehen. Mit Ausnahme des Staatskonsums wird aber keine dieser Komponenten bereits 2021 an das Vorkrisenniveau anknüpfen können. Die Arbeitslosigkeit wird in diesem Umfeld noch leicht zulegen. Raiffeisen rechnet im Jahresmittel 2021 mit einer Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent. «Insgesamt dürfte die Schweizer Wirtschaft damit vergleichsweise glimpflich durch die Krise kommen. Dies hat auch mit schweizerischen Eigenheiten zu tun», führt Martin Neff aus. Helvetische Eigenheiten wirken stabilisierend Nicht zuletzt verfügte der Staat zudem über die nötigen finanziellen Mittel für rasche Hilfsmassnahmen. Dies dank der Tatsache, dass die Schweiz im Gegensatz zu fast allen Ländern der Welt in den letzten 20 Jahren den Staatshaushalt konsolidiert hat. Bei einer Schuldenquote von deutlich unter 50 Prozent des BIP ist das voraussichtliche öffentliche Defizit von 3,7 Prozent im laufenden Jahr verkraftbar. Bedenklich sieht dagegen die Lage der öffentlichen Haushalte im Ausland aus. Dort bewegt sich die Verschuldung mit Werten von über 100 Prozent des BIP auf Werten wie nach dem ersten Weltkrieg. In Ländern, in denen die Verschuldungsquote eher tief liegt, in China und Schwellen- oder Entwicklungsländern, steigt die Neuverschuldung ebenso markant an. «Dies allein ist schon ein triftigerSeite 2 von 3Grund dafür, den Begriff der Zinswende allmählich aus unserem Vokabular zu streichen», hielt der Raiffeisen-Chefökonom fest. Zinsen zementiert, Wechselkurs entspannt KMU offenbar stärker betroffen Immobilienmarkt stabil Auskünfte Medienstelle Raiffeisen Schweiz Raiffeisen: drittgrösste Bankengruppe in der Schweiz Medienmitteilung abbestellen: Attachments
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