Publiziert in: Marktpuls, Unternehmen
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BlackRock: Aktueller Blick auf die Märkte Dienstag, 12. Januar 2021 - 10:50
Jean Boivin (Head BII), Elga Bartsch (Head of Macro Research, BII), Scott Thiel (Chief Fixed Income Strategist, BII), und Kurt Reiman (Senior Strategist for North America, BII) äussern sich unter anderem zu folgenden Punkten:
- Die Demokraten gewannen eine knappe Mehrheit im Senat, was den Weg für höhere Staatsausgaben ebnet und unseren Makroausblick stärkt.
- Ein ansteckenderer Virustyp könnte den Neustart der wirtschaftlichen Aktivität verzögern, aber wir sehen den kumulativen wirtschaftlichen Verlust als einen Bruchteil dessen, was nach der Finanzkrise 2008 zu sehen war.
- Das Tempo der Impfstoffverteilung inmitten eines erneuten Auftretens des Virus wird in einer Woche mit wenigen Datenveröffentlichungen im Fokus bleiben. Die Märkte haben die Unruhen auf dem Kapitol währenddessen bislang gut weggesteckt.
Dr. Martin Lück, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Osteuropa bei BlackRock, vertritt folgende Ansichten:
- Die erste Woche des neuen Jahres verlief an den Aktienmärkten per saldo positiv. Um gut 2% lagen grosse amerikanische Indizes zum Wochenausgang im Plus, und auch in Europa hielten die Höchststände. Dies ist keineswegs selbstverständlich, denn der Blick auf das gerade begonnene 2021 bleibt zumindest diffus.
- Bemerkenswert auch, dass vor allem die Aktienmärkte nicht stärker auf die politischen Ereignisse der letzten Woche in den USA reagiert haben. Und damit ist nicht primär der Sturm des Kapitols durch Trump-Anhänger gemeint, sondern die Stichwahlen für zwei Senatssitze in Georgia. Interessant könnte werden, wie sich die Notenbank in diesem neuen Set-upeiner grösseren Machtfülle der neuen Regierung positioniert. Am Donnerstag dieser Woche hält Chairman Jerome Powell eine Rede, die erste Hinweise liefern könnte.
- Derweil leckt ein schlachtenlahmes Europa seine Wunden. Zwar wurden Eklats um den Brexit und den neuen Haushalt vor Weihnachten gerade noch abgewendet – ein später Erfolg für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft. Premierminister Boris Johnson ist, obwohl er nun den versprochenen Brexit geliefert hat, inzwischen schon wieder unter Druck. Denn vielen Tory-Hardlinern ist der Deal zu weich, ausserdem wehrt sich Johnsons Partei gegen die scharfen Corona-Massnahmen im Land.
