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China oder Indien? Die grossen Märkte im Vergleich // Amundi Research Montag, 22. Februar 2021 - 11:40


 

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CHINA ODER INDIEN?

FEBRUAR 2021

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Yerlan Syzdykov, Global Head of Emerging Markets bei Amundi, erläutert im aktuellen Amundi Investment Insights Blue Paper die Chancen, die Indien und China im Vergleich bieten.

 

 

 

Schwellenländer haben das Potenzial, andere Anlageklassen sowohl im Aktien- als auch im Rentenbereich zu übertreffen. Die Rolle Chinas und Asiens in der geopolitischen Ordnung als globaler Wachstumsmotor und neues Gravitationszentrum wird noch wichtiger werden. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union gestalten wird. Hier hat die portugiesische Ratspräsidentschaft einen stärkeren Fokus auf Indien angekündigt.

„Make in India“

Indien macht es vor: Das Wirtschaftswachstum 2021 wird sich auf 9.0 % erholen. Das Fiskaldefizit scheint zwar derzeit mit 7.2 % nicht niedrig, aber die fiskalische Unterstützung durch die Regierung war und ist massvoll. So sollte ein starkes Anziehen des Wirtschaftswachstums im Jahr 2022 ausreichen, damit das Defizit sinkt. Niedrigere Zinssätze, weniger notleidende Kredite und eine gesunde Liquidität halfen Indiens Haushalten und Unternehmen sehr.

Der indische Aktienmarkt erholt sich bereits seit dem Herbst 2020. Die Regierung hat Strukturreformen weiter vorangetrieben, sowohl in Bezug auf Arbeitsregelungen als auch auf landwirtschaftliche Versorgungsketten und Preismechanismen. Zudem wurde die „Make in India"-Politik stärker formalisiert und verschiedene Anreizsysteme geschaffen, um einheimische Unternehmen zur Produktion vor Ort und ausländische Unternehmen zum Aufbau von Produktionsstätten im Land zu bewegen. Nachdem Indien also längere Zeit nicht für grosses Wachstum stand, können wir jetzt optimistischer sein. Die faulen Kredite sind grösstenteils abgebaut, der Immobiliensektor könnte positiv überraschen, die geldpolitischen Bedingungen wurden gelockert. Ausserdem sieht die Zahlungsbilanz mit steigenden internationalen Reserven solide aus. Die Inflation ist allerdings mit über 6 % besorgniserregend. Ein anhaltender Anstieg der Inflation würde die Zentralbank Indiens zwingen, die Geldpolitik früher und schneller zu straffen.

Indiens Aktien sind interessant und zeigen Wachstumspotenzial, auch wenn der Markt aktuell nicht billig ist und teils einen verbesserten Gewinnausblick für 2022 diskontiert. Dennoch: Die Verabschiedung von Strukturreformen zur Beseitigung wichtiger Hürden für das Wirtschaftswachstum ist beeindruckend. Wir bevorzugen Privatbanken, Industrieunternehmen mit höheren inländischen oder ausländischen Investitionen sowie ausgewählte inländische zyklische Aktien, die vom Wirtschaftsaufschwung profitieren dürften. Bei teuren Basiskonsumgütern und Gesundheitstiteln sollten Investoren vorsichtiger agieren.

China: Das Jahr der Konsumenten

Der private Konsum wird die weitere Erholung Chinas in diesem Jahr anführen. Staatliche Investitionen werden eher zurückgefahren. Das Wachstum der Industrieproduktion ist aussergewöhnlich stark, was teils auf die Nachfrage nach Medizinprodukten und Homeoffice-Ausrüstung zurückzuführen ist. Gerade auch aufgrund der anstehenden Impfstofflieferungen an die Schwellenländer wird Chinas Exportstärke wohl mindestens im ersten Halbjahr anhalten. Das würde zu einem anhaltend hohen Leistungsbilanzüberschuss führen und die Währung weiter aufwerten. Wir erwarten einen Anstieg der Inflation auf etwa 2 % im 2. Halbjahr.

Die Leitzinsen sollten unverändert bleiben. Die Zentralbank normalisiert ihre Geldpolitik mit einer Tendenz zu einer Straffung. So sollte die Staatsverschuldung stabil bleiben. Anders als 2020 ist der Bedarf an fiskalischen Impulsen gesunken. Das Angebot an Staatsanleihen wird also wahrscheinlich abnehmen.

2021 markiert das 100. Jahr der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas, ein entscheidendes Jahr für die Führung, um das Erreichte zu überprüfen und neue langfristige Ziele zu setzen. So soll sich das Wachstum zwischen 2021 und 2035 auf durchschnittlich 5% abschwächen. Die Binnenwirtschaft wird als Wachstumsmotor sicherlich an Bedeutung gewinnen. Ausserdem wird China eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Innovationen spielen. Kapital wird in strategisch wichtige Sektoren investiert – dazu gehören Künstliche Intelligenz, Biowissenschaften, Gehirnforschung, Züchtungen, Luft- und Raumfahrt sowie die Erforschung der Erde und des Ozeans. Und trotz der Abkopplung von den USA wird sich China aktiv um eine Vertiefung der Integration mit dem Rest der Welt bemühen. Selbst den USA stehen in bestimmten Bereichen die Türen für eine Zusammenarbeit offen – zum Beispiel bei der Bekämpfung der globalen Erwärmung.

Hinsichtlich des mittel- bis langfristigen Wachstumspotenzials Chinas sind wir vorsichtiger, da der Verschuldungsgrad insgesamt hoch bleibt und Produktivitätssteigerungen schwieriger erscheinen. Wir haben also eine neutrale Haltung, mit einem kritischen Blick auf hochpreisige Unternehmen, hauptsächlich in den Bereichen Gesundheitswesen, Basiskonsumgüter und neue Technologien, wie Elektrofahrzeuge, Halbleiter oder Cloudsysteme. In den meisten Fällen erscheinen uns die Bewertungen derzeit zu hoch. Wir bevorzugen deshalb Unternehmen für erneuerbare Energien, Gaming und Freizeit.“

Quelleninformationen und weitere Informationen finden Sie im aktuellen Amundi Investment Insights Blue Paper und im Amundi Research Center.

 

Rechtliche Hinweise: Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Informationen in diesem Dokument von Amundi Asset Management und sind aktuell mit Stand 22.02.2021. Die in diesem Dokument vertretenen Einschätzungen der Entwicklung von Wirtschaft und Märkten sind die gegenwärtige Meinung von Amundi Asset Management. Diese Einschätzungen können sich jederzeit aufgrund von Marktentwicklungen oder anderer Faktoren ändern. Es ist nicht gewährleistet, dass sich Länder, Märkte oder Sektoren so entwickeln wie erwartet. Diese Einschätzungen sind nicht als Anlageberatung, Empfehlungen für bestimmte Wertpapiere oder Indikation zum Handel im Auftrag bestimmter Produkte von Amundi Asset Management zu sehen. Es besteht keine Garantie, dass die erörterten Prognosen tatsächlich eintreten oder dass sich diese Entwicklungen fortsetzen.

 

Bei Fragen oder Interviewwünschen können Sie sich gerne an uns wenden.

 

Mit freundlichen Grüssen

Anette Walker

 

 

MediaWalker GmbH

Dr. Anette Walker

Tel: +41 81 544 5885

a.walker@mediawalker.ch

 

 

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