Union Investment zur Konjunktur: Vom Turbo-Zyklus zum Dauerboom Donnerstag, 29. April 2021 - 11:06
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Konjunktur: Vom Turbo-Zyklus zum Dauerboom Standpunkt von Dr. Jörg Zeuner, Chefökonom bei Union Investment | ||||||
Sehr geehrte Damen und Herren Mehr als ein Jahr ist es her, dass das Corona-Virus die Welt erschütterte. Eine solche Pandemie hat die moderne, integrierte Weltwirtschaft noch nicht erlebt. Dahinter verbergen sich vor allem menschliche Tragödien. Aber auch die wirtschaftlichen Folgen sind in ihrem Ausmaß einzigartig – genauso wie die Wachstumschancen, die die staatlichen Gegenmaßnahmen eröffnet haben. Die Kapitalmärkte reagierten auf die Pandemie. Die rasante Achterbahnfahrt an den Börsen ist Ausdruck des Schocks, einer wichtigen Erkenntnis im letzten Sommer sowie einer bemerkenswerten Corona-Politik. Einem scharfem Einbruch folgte ein steiler Anstieg auf Rekordhochs an den Aktienmärkten und eine Abkehr von den absoluten Zinstiefs. Dieser Verlauf ist nicht zufällig. Er liegt in der Natur der Krise und der wirtschaftspolitischen Reaktion darauf begründet. Heute wissen wir, dass die Pandemie bald zu Ende gehen wird. Neu ist, dass auf die Schuldenaufnahme für die Krisenbewältigung nicht unmittelbar eine Sparpolitik der öffentlichen Haushalte folgen soll mit sinkenden Haushaltsdefiziten sowie einer strafferen Geldpolitik. Im Gegenteil. Die USA machen es vor mit dem American Rescue Plan und mehr noch mit dem American Jobs Plan. Die EU möchte mit dem Wiederaufbaufonds nachziehen. Die Politik setzt auf öffentlich finanziertes Wachstum. Das wird viele private Investitionen nach sich ziehen, bis die Arbeitsmärkte auch wirklich leergefegt sind. Die USA und die EU wollen nicht mehr nur neue Schulden aufnehmen, sondern die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Wirtschaft stärken. Die USA sind nun dabei, China als globalen Wachstumsmotor abzulösen und werden noch dieses Jahr ihr Vorkrisen-BIP-Niveau erreichen – der Rescue Plan lässt grüßen. Europa hinkt etwas hinterher. Die Zeichen stehen aber gut, dass sich das chinesische und das US-Beispiel wiederholen werden. Das finale Urteil steht aber noch aus, da der Wiederaufbaufonds der EU erst noch an den Start gehen muss. Derzeit ist der Turbo-Zyklus – eine tiefe, schnelle Talfahrt der Konjunktur gefolgt von einem raschen Wiederanstieg – also in vollem Gang. Die Früh- oder Erholungsphase wird sehr kurz ausfallen. Die staatlichen Hilfsprogramme, gepaart mit aufgestauter Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern sowie günstigen Finanzierungsbedingungen wirken wie ein Booster für die Weltwirtschaft. Zumal die Krisenursache erkannt und durch medizinischen Fortschritt weitgehend gebannt ist. Die entscheidende Frage ist aber: Was kommt dann? Die Prognosen von Union Investment zum Bruttoinlandsprodukt der grossen Wirtschaftsräume bis Ende nächsten Jahres stimmen optimistisch. Das gilt auch für die Kapitalmärkte. Folgen für die Kapitalmärkte und Fazit
Die Corona-Krise ist in der modernen Wirtschaftsgeschichte eines der einschneidendsten Ereignisse, was Schnelligkeit, Art, Ausbreitung und Bekämpfung angeht: Die Weltwirtschaft durchlebt einen Turbo-Zyklus mit Aussicht auf nachhaltig höheres Wachstum. Das hat Auswirkungen auf die Kapitalmärkte. Für Anleger heißt das: Eine abwartende Haltung zahlt sich nicht aus, da ein Teil der Zuwächse – zum Beispiel an den Aktienmärkten – eher früh im Zyklus anfallen werden. Die Kurse könnten aber gut unterstützt sein. Gleichzeitig steigen die Zinsen nur langsam, vor allem am langen Ende. Historische Beispiele sind in diesem Umfeld schlechte Ratgeber, denn die aktuelle Situation ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Die Welt nach Corona wird auch wegen der vielen strukturellen Brüche, die sich andeuten, eine andere sein als davor. Die Pandemie teilt die Märkte in strukturelle Gewinner und Verlierer. Diesen Effekt können Investoren für sich nutzen. Downoadservice Fotos von Dr. Jörg Zeuner Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung Markus Baumgartner Jutta Reuffer Union Asset Management Holding AG Attachments
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