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Bundesbank-Projektionen: Bundesbank erwartet starken Aufschwung Freitag, 11. Juni 2021 - 08:34

11.06.2021  Pressenotiz  Deutsche Bundesbank EN

Die Deut­sche Bun­des­bank sieht die deut­sche Wirt­schaft am An­fang eines star­ken Auf­schwungs. Das Wirt­schafts­wachs­tum wird ihren ak­tu­el­len Pro­jek­tio­nen zu­fol­ge in die­sem Jahr 3,7 Pro­zent und im kom­men­den Jahr 5,2 Pro­zent be­tra­gen. Im Jahr 2023 schwächt sich der Zu­wachs des rea­len Brut­to­in­lands­pro­dukts (BIP) dem­nach ab, be­trägt aber immer noch 1,7 Pro­zent.

„Die deut­sche Wirt­schaft über­win­det die pan­de­mie­be­ding­te Krise“, sagte Bun­des­bank­prä­si­dent Jens Weid­mann. In den Vor­aus­schät­zun­gen werde davon aus­ge­gan­gen, dass die Co­ro­na-Pan­de­mie durch die Impf­kam­pa­gne rasch und nach­hal­tig zu­rück­ge­drängt und die Schutz­maß­nah­men zügig ge­lo­ckert wür­den. „Vor allem in den zuvor be­son­ders be­ein­träch­tig­ten Dienst­leis­tungs­be­rei­chen und beim pri­va­ten Kon­sum sorgt dies für star­ke Auf­hol­ef­fek­te“, er­läu­ter­te Weid­mann. Zudem leg­ten die Aus­fuh­ren wei­ter kräf­tig zu. „Schon in die­sem Som­mer könn­te die Wirt­schafts­leis­tung wie­der das Vor­kri­sen­ni­veau er­rei­chen“, so der Bun­des­bank­prä­si­dent wei­ter. Und be­reits ab dem kom­men­den Jahr wür­den die ge­samt­wirt­schaft­li­chen Ka­pa­zi­tä­ten über­durch­schnitt­lich aus­ge­las­tet wer­den.

Preis­ent­wick­lung

Die Preis­ent­wick­lung ist im lau­fen­den Jahr von den wie­der hö­he­ren Mehr­wert­steu­er­sät­zen, den neu ein­ge­führ­ten CO2-Emis­si­ons­zer­ti­fi­ka­ten sowie stark ge­stie­ge­nen Prei­sen für Rohöl und auch für Nah­rungs­mit­tel ge­prägt. Auf­grund die­ses au­ßer­ge­wöhn­li­chen Teue­rungs­drucks wer­den sich die Ver­brau­cher­prei­se in die­sem Jahr nach den Pro­jek­tio­nen der Bun­des­bank kräf­tig um 2,6 Pro­zent er­hö­hen. „Dabei sind zum Jah­res­en­de vor­über­ge­hend In­fla­ti­ons­ra­ten um 4 Pro­zent mög­lich“, sagte Weid­mann. Die Son­der­ef­fek­te lau­fen im kom­men­den Jahr aus. Daher rech­nen die Bun­des­bank-Fach­leu­te dann mit In­fla­ti­ons­ra­ten von 1,8 Pro­zent (2022) be­zie­hungs­wei­se 1,7 Pro­zent (2023). Die nach­las­sen­de Teue­rung von En­er­gie und Nah­rungs­mit­teln über­deckt dabei, dass die Kern­ra­te ohne En­er­gie- und Nah­rungs­mit­tel (zu­sätz­lich be­rei­nigt um den Mehr­wert­steu­er­ef­fekt) auf­grund des Auf­schwungs, der ver­bes­ser­ten Ar­beits­markt­la­ge und an­zie­hen­der Lohn­zu­wäch­se steigt. 

Staats­fi­nan­zen

Die Staats­fi­nan­zen stüt­zen die Wirt­schaft wei­ter­hin er­heb­lich. „Un­se­ren Vor­aus­schät­zun­gen zu­fol­ge steigt die De­fi­zit­quo­te in die­sem Jahr auf mehr als 5 Pro­zent, die Schul­den­quo­te auf mehr als 70 Pro­zent“, führ­te der Bun­des­bank­prä­si­dent aus. Im kom­men­den Jahr wür­den sie dann deut­lich sin­ken, weil sich die Wirt­schaft wei­ter er­ho­le und die fis­ka­li­schen Kri­sen­hil­fen weit­ge­hend aus­lie­fen.

Ri­si­ko­be­ur­tei­lung

Ver­gli­chen mit der Vor­aus­schät­zung von De­zem­ber 2020 er­war­tet die Bun­des­bank für den ge­sam­ten Pro­jek­ti­ons­zeit­raum nun ein be­trächt­lich hö­he­res BIP. Der An­stieg der Ver­brau­cher­prei­se werde in den kom­men­den bei­den Jah­ren vor allem des­halb er­heb­lich höher ein­ge­schätzt, weil sich En­er­gie deut­lich stär­ker als da­mals er­war­tet ver­teue­re. Auch die Kern­ra­te ohne En­er­gie und Nah­rungs­mit­tel wurde durch­ge­hend an­ge­ho­ben. Mit Blick auf die Un­si­cher­hei­ten, denen die ak­tu­el­len Pro­jek­tio­nen un­ter­lie­gen, er­schei­nen den Bun­des­bank-Fach­leu­ten die Ri­si­ken für das Wirt­schafts­wachs­tum in etwa aus­ge­gli­chen. Für die In­fla­ti­on über­wö­gen da­ge­gen die Auf­wärts­ri­si­ken.

Pro­jek­ti­on Juni 2021

Veränderung ggü. Vorjahr in %

2020

2021

2022

2023

Reales BIP, kalenderbereinigt

-5,1

3,7

5,2

1,7

Reales BIP, unbereinigt

-4,8

3,7

5,1

1,6

Harmonisierter Verbraucherpreisindex

0,4

2,6

1,8

1,7

Harmonisierter Verbraucherpreisindex
ohne Energie und Nahrungsmittel

0,7

1,6

1,5

1,7

Quelle: Statistisches Bundesamt. 2021 bis 2023 eigene Projektion.

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