Raiffeisen Schweizer Wirtschaft 2022: Erholung robust, Fundament aber bröcklig Mittwoch, 19. Januar 2022 - 11:35
Schweizer Wirtschaft 2022: Erholung robust, Fundament aber bröcklig
St.Gallen, 19. Januar 2022. Die Schweizer Wirtschaft dürfte 2022 nicht mehr so stark zulegen wie im vergangenen Jahr, aber doch mit einem BIP-Wachstum von 2,5 Prozent erneut überdurchschnittlich wachsen. Nach dem Abebben der aktuellen Omikron-Welle orten die Raiffeisen-Ökonomen vor allem bei den während der ganzen Pandemie stark gebeutelten personennahen Dienstleistungsbranchen weiteres Aufholpotenzial. Die Inflation bleibt dabei in der Schweiz im Zaum, auch wegen eines unverändert zur Stärke neigenden Schweizer Frankens. Anders als in den USA und eventuell auch im Euroraum dürfte in der Schweiz 2022 noch keine erste Zinsrunde eingeläutet werden. Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff rechnet für dieses Jahr wieder mit einer Rückkehr der Schweizer Wirtschaft auf den Wachstumspfad vor der Pandemie. Die Einschränkungsmassnahmen und das Durchschütteln des Welthandels haben die Konjunktur jeweils nur kurzzeitig – und von Welle zu Welle immer weniger stark – in die Knie gezwungen. Dies dürfte auch für Omikron gelten. Selbst bei einem explosionsartigen Anstieg der Infektionen sowie einer noch nie dagewesenen Anzahl Quarantänefälle veranschlagen die Raiffeisen-Ökonomen den maximalen Arbeitsausfall auf umgerechnet 0,3 Prozent des Jahres-BIP. «Das ist zwar mehr als aufgrund des Shutdowns im März 2020, doch dauerte dieser länger als die prognostizierte(n) Quarantänespitzenwoche(n)», schätzt Martin Neff. Das sind durchaus auch gute Neuigkeiten für die KMU, die vom Shutdown 2020 arg gebeutelt wurden. Wirtschaft wieder in reifer Phase Diese Erholung gilt umso mehr für die USA und etwas verzögert auch für die Eurozone. Die robuste Konjunktur – zusammen mit den grossen Fortschritten an den Arbeitsmärkten – dürften nach Einschätzung der Raiffeisen-Ökonomen den Preisdruck höher als vor der Krise halten, auch nach der Auflösung der enormen angebots- und nachfrageseitigen Corona-Verzerrungen. Kurzfristig signalisieren die sehr hartnäckigen Lieferengpässe sowieso noch keine nennenswerte Preisberuhigung. Damit erwarten die Ökonomen von Raiffeisen Schweiz auch im Jahr 2022 für die Schweiz erneut eine deutlich höhere Jahresinflation von 1,5 Prozent – was jedoch im internationalen Vergleich nach wie vor ein äusserst verhaltenes Niveau darstellt. Keine Zinsrunde erwartet «Damit würde sich auch der Bewegungsspielraum der Schweizerischen Nationalbank vergrössern, zumindest eine Abkehr von den Negativzinsen einzuleiten. Dies dürfte aber sicherlich erst 2023 eintreffen», so Neff. Generell sind die Perspektiven der Schweizer Wirtschaft für eine weitere Erholung 2022 intakt, die Prognoseunsicherheit ist aber unvermindert gross. Neben der Corona-Pandemie ist auch die geopolitische Gemengelage ein unberechenbarer Faktor, weshalb durchaus auch andere Szenarien denkbar sind. Doch die «wundersame Heilung» halten die Ökonomen rund um Martin Neff für genauso unwahrscheinlich, wie einen nochmaligen Absturz analog zum März 2020. Auskünfte: Medienstelle Raiffeisen Schweiz Raiffeisen: drittgrösste Bankengruppe in der Schweiz Medienmitteilung abbestellen: Attachments
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