Bereits in der ersten Januarwoche bekamen die Anleger einen Vorgeschmack auf die bevorstehenden Turbulenzen. Das Fed-Sitzungsprotokoll vom Dezember zeigte auf, dass das Inflationsthema die Notenbankmitglieder stärker beschäftigt als kommuniziert. In der Folge zogen die Kapitalmarktzinsen deutlich an, und die Volatilität an den Börsen erhöhte sich markant. Die Januarsitzung der US-Notenbank bestätigte diese Trendwende der lockeren Geldpolitik. Die Befürchtung, dass es 2022 insgesamt mehr Zinsschritte als erwartet geben könnte, setzte die Aktienmärkte weiter unter Druck. Diese Entwicklung führte insbesondere bei hoch bewerteten Wachstumsaktien zu deutlichen Kurseinbrüchen. Mit einem hohen Wirtschaftswachstum, der Inflation sowie einer Vollbeschäftigung steigt in Amerika das Risiko einer Lohn-Preis-Spirale. Das geldpolitische Bremsmanöver könnte stärker als erwartet ausfallen. Die Inflationsbekämpfung hat beim Fed Priorität, weil die breite Masse der Bevölkerung am meisten unter der hohen Inflation leidet. Auf eine über lange Zeit funktionierende «Buy the Dip»-Strategie könnte nun vorerst ein Richtungswechsel zu «Sell the Rally» folgen. |