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NATIONALRAT THOMAS MATTER SVP: In den Sümpfen von Bern - Warum der Franken schwächelt Mittwoch, 25. Mai 2022 - 09:52

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Warum der Franken schwächelt
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Liebe Leserinnen und Leser

Eigentlich sprechen alle Umstände für einen starken Schweizer Franken. Denn immer, wenn es auf der Welt Inflation, Krieg oder krisenhafte Ereignisse gab, wurde der Schweizer Franken sofort als Fluchtwährung benutzt und wurde damit stärker. Das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg ist das gegenwärtig trotz dem Ukraine-Krieg nicht der Fall. Warum? Lesen Sie hierzu meinen Kommentar.
 
Wir leben in diesen Wochen und Monaten in unruhigen Zeiten. In der Ukraine herrscht Krieg wegen dem Einmarsch der Russen. Dieser wiederum hat Auswirkungen auf die Migration, die Wirtschaft und die Preise, wie zum Beispiel des Getreides und der Energie. Es ist ja leider nicht der erste Krieg, die erste Krise in den letzten Jahrzehnten. Aber in so krisenhaften Zeiten konnte man immer das gleiche Phänomen beobachten, nämlich starke Fluchtbewegungen in den Schweizer Franken.
 
Das hat jeweils unsere Währung aufgewertet. Und ich bin überzeugt, die Schweizer wollen eine starke Währung. Sie ist gut für die Kaufkraft, die Sparer, die Pensionskassen, den Import von Waren und für das Reisen. Doch jetzt ist es trotz Ukraine-Krieg und höherer Inflation in den USA und in Europa ganz anders. Der Schweizer Franken schwächt sich gegenüber dem Dollar ab. Seit Bekanntgabe der Schweizer Sanktionen gegen Russland hat der Schweizer Franken fast 5 Prozent an Wert gegenüber dem Dollar verloren. Und dies trotz einer Inflationsdifferenz von 6% zwischen der Schweiz und den USA. Also eigentlich hätte der Franken entsprechend steigen müssen und nicht der Dollar.
 
Warum ist der Schweizer Franken kein sicherer Hafen mehr oder wird jedenfalls nicht mehr als solcher wahrgenommen? Die Entscheidung des Bundesrats, die Sanktionen der Europäischen Union und den USA gegen Russland voll und ganz zu übernehmen, hat jetzt Auswirkungen. Der bundesrätliche Bruch der Neutralität – und das ist klar die Aussenwahrnehmung – wird von den internationalen Finanzmärkten entsprechend aufgenommen. Die Schweiz wird als Kriegs-Partei wahrgenommen, während die Hälfte der übrigen Länder auf der Welt sich diesen Sanktionen nicht angeschlossen haben.
  
Der starke Franken war u.a. Ausdruck unserer Rechtssicherheit und der immerwährenden, umfassenden und bewaffneten Neutralität. Trotz Kleinstaat hat uns die internationale Gemeinschaft als Fels in der Brandung gesehen. Bisher hat man geglaubt, die Schweiz würde ihre Prinzipien nie über Bord werfen und im Schweizer Franken sei man sicher, ganz gleich was passiert. Aber leider werfen wir in der letzten Zeit immer mehr typische Schweizer Prinzipien und Tugenden über Bord. Wenn wir unseren harten Franken behalten wollen, müssen wir jetzt sofort aufhören mit der Schwächung unserer Staatssäulen. Wir müssen uns sofort wieder auf unser Erfolgsmodell zurückbesinnen, das uns Sicherheit und Wohlstand gebracht hat. Dazu gehört auch ein stabiler und starker Franken. Geben wir nächstes Mal nicht mehr so leichtfertig unsere Neutralität und Rechtssicherheit preis.
 
Mit freundlichen Grüssen aus den Sümpfen von Bern 

Thomas Matter

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