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DJE Kapital: US-Aktienmarkt bietet besseres Chance-Risiko-Verhältnis als Europa Montag, 11. Juli 2022 - 06:36

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DJE Kapital: US-Aktienmarkt bietet besseres Chance-Risiko-Verhältnis als Europa

Sehr geehrte Damen und Herren

Pullach/Zürich, 11. Juli 2022 – Ein Damoklesschwert hängt über der deutschen und zum Teil auch europäischen Industrieproduktion. Sollte kein russisches Gas mehr geliefert werden, besteht die Gefahr weiterer Kursverluste. Ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis bietet derzeit der US-Aktienmarkt. Zudem eröffnen ausgewählte Anleihen Chancen bei überschaubaren Laufzeiten. Sollte die US-Notenbank im Laufe des ersten Halbjahres 2023 von ihrem aktuellen Kurs abrücken, könnte sich das Börsenumfeld verbessern.

Von Stefan Breintner, Leiter Research und Portfoliomanagement, DJE Kapital

Der Juni 2022 war ebenso wie die bereits ausgesprochen schwierigen Monate April und Mai ein herausfordernder Börsenmonat. Das erste Halbjahr 2022 bedeutete für den US-Index S&P 500 mit einem Kursverlust von 20,6% in US-Dollar das schlechteste seit 1970. Und die US-Technologiebörse Nasdaq verzeichnete im zweiten Jahresviertel 2022 mit einer Einbusse von 22,5% in US-Dollar das schlechteste Quartal seit 2008. 

Noch defensivere Aufstellung und erneut erhöhte Cash-Quoten
Das konjunkturelle Marktumfeld dürfte auch in den kommenden Monaten äusserst anspruchsvoll bleiben: Bei den fundamentalen und den monetären Indikatoren ist kurzfristig keine Besserung in Sicht, und auch die geopolitische Lage dürfte schwierig bleiben. Wir haben daher beschlossen, uns noch defensiver aufzustellen und die Cash-Quoten weiter zu erhöhen. 

Sollte Russland bzw. der staatliche russische Energiekonzern Gazprom nach der jährlichen Wartung von Nord Stream 1 (10. bis 20. Juli 2022) kein Gas mehr liefern, könnten die Börsen in Deutschland und Europa abermals unter Druck kommen. Daher sind die Gewichtungen von Deutschland und Europa erneut zu reduzieren. Das bessere Chance-Risiko-Verhältnis bietet derzeit der US-Markt. Ausgewählte Anleihen bieten weiterhin Chancen: Man findet wieder US-Dollar-Bonds mit Renditen von über 5% und Euro-Anleihen mit gut 4% Rendite – bei noch überschaubarer Laufzeit.

Aktien/Anleihen

  • Produktionssektor in Deutschland und Europa mit Verlustpotenzial
  • Defensive Aktien weiterhin im Fokus
  • Ausgewählte Anleihen wieder chancenreich

Die Aktienquoten werden weiter gesenkt: Bei Mischfonds ist einn Abbau um weitere 5% sinnvoll. Bei reinen Aktienfonds wird sich die erlaubte Quoten eher am unteren Rand der bewegen. Deutsche und europäische Aktien des energiesensiblen Produktionssektors wären bei ausbleibenden Gaslieferungen besonders gefährdet. Dagegen könnten Aktien von Unternehmen vielversprechend sein, die von einer massiven Beeinträchtigung der deutschen Industrie profitieren könnten. Einzelne Anlagechancen gibt es auch bei festverzinslichen Wertpapieren mit derzeit hohen Renditeniveaus. 

Volkswirtschaften/Regionen

  • Gasverknappung belastet Produktion
  • Inflations- und Zinserwartungen nehmen weiter ab
  • Gelockerte Fed-Politik könnte der Börse helfen

Seit Mitte Juni hat der russische Energiekonzern Gazprom seine Erdgaslieferungen via Nord Stream 1 um rund 60% reduziert. Begründung aus Moskau: Eine Turbine zur Gasverdichtung von Siemens Energy, die zur Wartung nach Kanada geschickt worden war, hängt wegen der Sanktionen nun dort fest. Die Folge: ein erneuter massiver Anstieg der Energiekosten in Deutschland und Europa. Sollte es nach dem Abschluss der Wartung von Nord Stream 1 (geplant nach dem 21. Juli) zu einem Stopp der Gaslieferungen kommen, dürfte das vor allem Deutschland und hier vor allem die Industrieproduktion gravierend belasten. 

Die mittelfristigen Inflations- und Zinserwartungen nehmen weiter ab. Die US-Notenbank Fed dürfte den angekündigten Zinserhöhungs- bzw. Liquiditätsabschöpfungszyklus nicht durchhalten können. Sollte die Fed im Lauf des ersten Halbjahres 2023 von ihrem aktuellen Kurs abrücken, könnte sich das Börsenumfeld verbessern. 

Sektoren/Aktien/Bewertung

  • Reduzierung vor allem im Sektor Industrie/Produktion 
  • Telekommunikation und Versicherungen bieten Chancen
  • Preissetzungsmacht und Profitabilität entscheidend

Deutsche und europäische Aktien des energiesensiblen Industriesektors können aus unserer Sicht noch weitere Kursverluste erleiden. Daher konzentrieren wir uns darauf, Unternehmen zu reduzieren, deren Schwerpunkt auf der Produktion liegt oder die stark vom Konsum in Deutschland abhängig sind. Auf der anderen Seite halten wir Aktien aus dem Telekommunikationssektor mit hohem Auslandsanteil und aus der Versicherungsbranche für aussichtsreich. Dabei setzen wir weiterhin auf Kriterien wie die Preissetzungsmacht von Unternehmen und eine starke Marktposition beziehungsweise die Fähigkeit, die Margen zu halten.

Währungen/Rohstoffe/Gold

  • Konjunktureller Gegenwind in Europa 
  • Keine US-Dollar-Absicherungen 

Der konjunkturelle Gegenwind ist in Europa stärker und die Unsicherheit höher als in den USA. US-Dollar-Absicherungen sind daher nicht notwendig.

Über die Dr. Jens Ehrhardt Gruppe
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Die DJE Kapital AG gehört zur DJE-Gruppe und ist seit 1974 als unabhängige Vermögensverwaltung am Kapitalmarkt aktiv. Das Unternehmen aus Pullach bei München verwaltet mit rund 180 Mitarbeitern (davon rund 25 Fondsmanager und Analysten) aktuell über 17,2 Milliarden Euro (Stand: 31.03.2022) in den Bereichen individuelle Vermögensverwaltung, institutionelles Asset Management sowie Publikumsfonds. Zudem bietet DJE seit 2017 mit Solidvest eine einzeltitelbasierte Online-Vermögensverwaltung an – als digitale Lösung im Rahmen aktiv gemanagter Depots. Das Online-Konzept basiert auf den breiten Kompetenzen in Vermögensverwaltung und Anlagestrategie von DJE – und ermöglicht ein diversifiziertes Portfolio nach individuellem Rendite-Risiko-Profil mit persönlichen Themenschwerpunkten im Aktienbereich. Vorstandsvorsitzender ist Dr. Jens Ehrhardt, sein Stellvertreter Dr. Jan Ehrhardt. Kern des Anlageprozesses und aller Investmententscheidungen ist die FMM-Methode (fundamental, monetär, markttechnisch), welche auf dem hauseigenen, unabhängigen Research basiert. DJE folgt bei der Wertpapierauswahl Nachhaltigkeitskriterien und gehört zu den Unterzeichnern der „Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren" der Vereinten Nationen. DJE hat den Anspruch, ihren Kunden weitsichtige Kapitalmarktexpertise in allen Marktphasen zu bieten.

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